TD, CA8911605092

Toronto-Dominion Bank-Aktie (CA8911605092): Wie geht es nach den Geldwäsche-Ermittlungen weiter?

17.05.2026 - 16:42:22 | ad-hoc-news.de

Die Toronto-Dominion Bank steht wegen umfassender US-Geldwäsche-Ermittlungen unter Druck. Wie stark belasten mögliche Strafzahlungen, was zeigen die aktuellen Quartalszahlen und was bedeutet das für Anleger in Deutschland?

TD, CA8911605092
TD, CA8911605092

Die Toronto-Dominion Bank-Aktie steht seit Monaten im Fokus der Märkte, weil US-Behörden die Bank im Zusammenhang mit mutmaßlichen Geldwäscheverstößen untersuchen und hohe Strafzahlungen im Raum stehen. Zugleich hat der kanadische Bankkonzern seine Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2024 vorgelegt, die trotz Rückstellungen für Rechtsrisiken eine robuste Ertragslage zeigen, wie aus einer Mitteilung vom 23.05.2024 hervorgeht, auf die sich mehrere Berichte beziehen, unter anderem Reuters Stand 23.05.2024. Für deutsche Anleger stellt sich die Frage, wie die Kombination aus regulatorischem Druck in den USA, solider Kapitalausstattung und hoher Dividendenrendite die weitere Entwicklung der Toronto-Dominion Bank-Aktie prägen könnte.

Stand: 17.05.2026

Von der Redaktion - spezialisiert auf Aktienberichterstattung.

Auf einen Blick

  • Name: Toronto-Dominion Bank
  • Sektor/Branche: Banken, Finanzdienstleistungen
  • Sitz/Land: Toronto, Kanada
  • Kernmärkte: Kanada, USA, ausgewählte internationale Märkte
  • Wichtige Umsatztreiber: Privatkundengeschäft, Filialbanking in Kanada und den USA, Zahlungsverkehr, Kreditkarten, Vermögensverwaltung, Kapitalmarktgeschäfte
  • Heimatbörse/Handelsplatz: Toronto Stock Exchange (Ticker: TD), New York Stock Exchange (Ticker: TD)
  • Handelswährung: Kanadischer Dollar (TSX), US-Dollar (NYSE)

Toronto-Dominion Bank: Kerngeschäftsmodell

Die Toronto-Dominion Bank zählt zu den größten Banken Nordamerikas und ist gemessen an Bilanzsumme und Marktkapitalisierung einer der wichtigsten Finanzkonzerne Kanadas. Das Geschäftsmodell ist stark auf das klassische Retail- und Commercial-Banking ausgerichtet. Dazu gehören Einlagen- und Kreditgeschäft für Privat- und Firmenkunden, Hypothekenfinanzierungen, Filialbanking und digitaler Zahlungsverkehr. Im kanadischen Heimatmarkt verfügt die Bank über ein dichtes Filialnetz und eine starke Marke, die langfristig zur Stabilität der Erträge beitragen soll.

In den USA betreibt die Toronto-Dominion Bank ein umfangreiches Filialnetz an der Ostküste, wobei sie seit Jahren als einer der größten ausländischen Bankenakteure im US-Retailmarkt gilt. Das Geschäftsmodell in den USA ähnelt dem in Kanada: Alltagsbanking, Konten, Kredite, Kreditkarten und Dienstleistungen für kleinere Unternehmen. Gleichzeitig ist der Konzern über eine Beteiligung an Charles Schwab im Brokerage- und Vermögensverwaltungsgeschäft engagiert, was die Ertragsbasis diversifiziert. Dieses gemischte Modell aus stabilen Zinseinnahmen und provisionsbasierten Erträgen soll Schwankungen auf einzelnen Märkten abfedern.

Ergänzt wird das Kerngeschäft durch eine Kapitalmarkt- und Investmentbanking-Sparte, die institutionellen Kunden Zugang zu Anleihe- und Aktienmärkten, Beratungsleistungen sowie Risikomanagementprodukte bietet. Diese Einheit trägt typischerweise zyklischer zur Profitabilität bei, liefert aber in Phasen hoher Marktaktivität zusätzliche Gewinne. Laut Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2023, dessen vollständige Fassung im Dezember 2023 veröffentlicht wurde, entfällt der Großteil des Gewinns dennoch auf das klassische Privat- und Firmenkundengeschäft, wie aus Unterlagen hervorgeht, auf die sich unter anderem TD Investor Relations Stand 15.03.2024 bezieht.

Ein weiterer grundsätzlicher Baustein im Geschäftsmodell der Toronto-Dominion Bank ist die Ausrichtung auf ein vergleichsweise konservatives Risikoprofil mit Fokus auf besicherte Kredite und eine hohe Kapitalquote. Die Bank betont in ihren Präsentationen regelmäßig, dass ein großer Teil des Kreditbuchs mit Immobilien oder anderen Sicherheiten unterlegt sei, was im Fall wirtschaftlicher Abschwächungen den erwarteten Verlust begrenzen könne. Zugleich unterliegt der Konzern den strengen Vorgaben der kanadischen Bankenaufsicht OSFI, die traditionell eine eher vorsichtige Regulierung der großen kanadischen Banken verfolgt.

Wichtigste Umsatz- und Produkttreiber von Toronto-Dominion Bank

Für die Ertragslage der Toronto-Dominion Bank sind in erster Linie Zinseinnahmen aus dem Privat- und Firmenkundengeschäft in Kanada und den USA entscheidend. Die Höhe des Nettozinsertrags hängt stark von der Zinsstrukturkurve und der Fähigkeit ab, Einlagen günstig zu refinanzieren und Kredite mit angemessenen Margen zu vergeben. In den vergangenen Jahren führten steigende Leitzinsen in Nordamerika zunächst zu einer Ausweitung der Zinsmargen, was die Ergebnisse unterstützte. Mit zunehmendem Wettbewerb um Einlagen und höheren Refinanzierungskosten verlagert sich der Fokus nun stärker auf Kostenkontrolle und Kreditqualität.

Ein zweiter zentraler Umsatztreiber ist das provisionsbasierte Geschäft rund um Kreditkarten, Zahlungsverkehr und Vermögensverwaltung. Das Kreditkartengeschäft insbesondere in den USA ermöglicht neben Zinserträgen auch Gebühren und Interchange-Einnahmen. Zudem bringen Investmentfonds, strukturierten Produkte und Beratungsleistungen für vermögende Privatkunden kontinuierliche Provisionserträge. Nach Angaben im Geschäftsbericht 2023, der im Dezember 2023 publiziert wurde, stammte ein signifikanter Anteil der Non-Interest-Einnahmen aus diesen Bereichen, wie aus anlegerorientierten Materialien hervorgeht, auf die sich unter anderem TD Investor Relations Stand 15.03.2024 stützt.

Darüber hinaus spielt das Geschäft mit Kapitalmarkt- und Handelsaktivitäten eine Rolle, etwa im Anleihehandel, bei Währungsabsicherungen und strukturierten Lösungen für institutionelle Kunden. Die Erträge in diesem Bereich können von der Volatilität und dem Aktivitätsniveau an den Finanzmärkten abhängen. Für die Toronto-Dominion Bank bleibt der Fokus aber auf einem ausbalancierten Risiko-Rendite-Profil, sodass diese Sparte zwar einen Beitrag leistet, aber nicht den Großteil des Konzernergebnisses bestimmt. Dies unterscheidet die Bank von einigen global ausgerichteten Investmentbanken, die deutlich stärker von der Marktaktivität abhängig sind.

Neben den direkten Ertragsfaktoren ist für die Bank die Entwicklung der Risikovorsorge für Kreditausfälle ein wichtiger Treiber der Nettoergebnisse. In Phasen wirtschaftlicher Unsicherheit oder steigender Arbeitslosigkeit kann die Bank gezwungen sein, höhere Rückstellungen zu bilden, was das Ergebnis belastet. Die Jahre nach Beginn der COVID-19-Pandemie und der folgenden Zinswende zeigten, dass die Risikovorsorge teilweise stark schwanken kann. Entsprechend beobachten Investoren die Entwicklung der notleidenden Kredite, Zahlungsausfälle und der Risikokosten in Kanada und den USA sehr genau, um die Nachhaltigkeit der Gewinne einzuschätzen.

Aktuelle Gewinnentwicklung und Belastungen durch Rückstellungen

Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2024 meldete die Toronto-Dominion Bank einen Rückgang des Nettogewinns gegenüber dem Vorjahreszeitraum, was im Wesentlichen auf höhere Rückstellungen für Rechts- und Compliance-Risiken im Zusammenhang mit US-Geldwäsche-Ermittlungen zurückzuführen war. Die Bank veröffentlichte die Quartalszahlen am 23.05.2024. Nach Angaben aus der Ergebnispräsentation lag der ausgewiesene Nettogewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen niedriger als ein Jahr zuvor, während das operative Kerngeschäft laut Management weiterhin solide verlief, wie unter anderem Reuters Stand 23.05.2024 berichtete.

Die Bank hatte bereits im Vorfeld in mehreren Statements darauf hingewiesen, dass im Zuge der Ermittlungen in den USA zusätzliche Kosten entstehen könnten. Im Quartalsbericht wurden daher erhöhte Rückstellungen gebildet, die kurzfristig auf die Profitabilität drückten. Damit folgt die Toronto-Dominion Bank einem Muster, das bei internationalen Banken in regulatorischen Auseinandersetzungen häufiger zu beobachten ist: Ein an sich robustes operatives Ergebnis wird durch außerordentliche Aufwendungen für mögliche Strafzahlungen oder Vergleiche überlagert. Anleger versuchen vor diesem Hintergrund abzuschätzen, welche Größenordnung letztlich auf die Bank zukommen könnte.

Im Kerngeschäft blieben wichtige Kennzahlen wie Kundeneinlagen, Kreditvolumen und Zinsmargen laut Management weitgehend stabil. Die Bank betonte, dass die Kundennachfrage nach Krediten und Finanzdienstleistungen in Kanada und den USA trotz unsicherer Konjunkturlage robust sei. Die Einnahmen aus provisionsbasierten Geschäften entwickelten sich den Angaben zufolge solide. Zugleich stiegen jedoch die Kosten für Regulierung, Compliance und Technologie, was die Kostenbasis erhöht. Das Management verwies auf laufende Effizienzprogramme, um mittelfristig Skaleneffekte zu heben und die Kosten-Ertrags-Relation zu verbessern.

In Summe ergibt sich das Bild einer Bank, die operativ weiterhin stark aufgestellt ist, aber unter besonderen juristischen und regulatorischen Belastungen steht. Für Investoren stellt sich die Frage, wie lange diese Phase erhöhten Drucks andauern wird und ob der Markt bereits ausreichend eingepreist hat, dass Strafzahlungen, höhere Compliance-Aufwendungen und mögliche Auflagen der Aufsicht die Ergebnisse in den kommenden Jahren beeinflussen könnten.

Geldwäsche-Ermittlungen in den USA als zentrales Risiko

Die wohl wichtigste aktuelle Belastung für die Toronto-Dominion Bank sind die Geldwäsche-Ermittlungen in den USA, die von verschiedenen Behörden geführt werden. Medienberichte verweisen darauf, dass US-Behörden dem kanadischen Institut vorwerfen, Versäumnisse in der Überwachung bestimmter Transaktionen zugelassen zu haben. In diesem Zusammenhang steht der Verdacht im Raum, dass kriminelle Aktivitäten über Konten der Bank abgewickelt worden sein könnten. Konkrete Details unterliegen weitgehend dem vertraulichen Charakter laufender Ermittlungen, dennoch werden von Marktteilnehmern hohe mögliche Strafsummen diskutiert, wie unter anderem ein Überblick von Bloomberg Stand 02.05.2024 darstellt.

Nach Angaben des Managements arbeitet die Toronto-Dominion Bank eng mit den zuständigen Behörden zusammen und investiert erhebliche Mittel in den Ausbau ihrer Compliance-Systeme. Dazu zählen verbesserte Überwachungsmechanismen, zusätzliche Kontrollen bei Transaktionen, erweiterte Sanktions- und Embargoprüfungen sowie Schulungen für Mitarbeiter. Die Bank betonte in ihren Stellungnahmen, dass man entschlossen sei, Schwachstellen im Anti-Geldwäsche-System zu schließen und das Kontrollumfeld nachhaltig zu stärken. Solche Maßnahmen sind in der Regel mit hohen laufenden Kosten verbunden, sollen aber langfristig regulatorisches Vertrauen zurückgewinnen.

Die Unsicherheit über die letztlich fälligen Strafzahlungen und etwaige aufsichtliche Auflagen bleibt jedoch erheblich. Marktbeobachter vergleichen die Situation teilweise mit früheren Fällen großer europäischer und US-Banken, bei denen Milliardenbeträge an Strafzahlungen angefallen sind. Ob dies auch für die Toronto-Dominion Bank gilt, ist zum jetzigen Zeitpunkt offen. Klar ist jedoch, dass die Bank bereits Rückstellungen gebildet hat und damit signalisiert, dass sie mit materiellen Belastungen rechnet. Für Anleger bedeutet dies, dass die visuelle Bilanz der kommenden Jahre durch solche Einmaleffekte beeinflusst werden könnte, selbst wenn das operative Geschäft stabil verläuft.

Hinzu kommt, dass der Druck der Aufsichtsbehörden oft nicht bei reinen Strafzahlungen endet. In vielen Fällen müssen betroffene Banken umfangreiche Aktionspläne zur Verbesserung ihrer Systeme umsetzen, externe Berater einbinden und regelmäßig Fortschrittsberichte liefern. Dies bindet Managementkapazitäten und kann strategische Projekte verlangsamen. Für die Toronto-Dominion Bank ist daher entscheidend, wie effizient und glaubwürdig sie den eingeschlagenen Compliance-Kurs umsetzt, um mittel- und langfristig wieder zur Normalität zurückzukehren.

Kapitalausstattung und Dividendenpolitik als Stabilitätsanker

Trotz der aktuellen Herausforderungen betonen viele Beobachter die grundsätzlich solide Kapitalausstattung der Toronto-Dominion Bank. Kanadische Großbanken gehören traditionell zu den stabilsten Häusern im internationalen Vergleich, was sich unter anderem in robusten Kapitalquoten und strengen Aufsichtsstandards niederschlägt. Laut Jahresbericht 2023, der im Dezember 2023 veröffentlicht wurde, wies die Bank eine CET1-Quote aus, die deutlich über den regulatorischen Mindestanforderungen der kanadischen Aufsicht lag, wie aus regulatorischen Unterlagen hervorgeht, auf die sich unter anderem OSFI Stand 10.01.2024 bezieht.

Für viele Anleger ist zudem die Dividendenpolitik der Toronto-Dominion Bank ein zentrales Argument. Kanadische Banken gelten seit Jahrzehnten als verlässliche Dividendenzahler. Die Bank hat über lange Zeit regelmäßig Dividenden ausgeschüttet und diese im Verlauf der Jahre häufig erhöht, sofern es die Gewinnsituation zuließ. Im Jahr 2023 wurden nach Angaben des Konzerns erneut Ausschüttungen geleistet, die im Branchenvergleich eine attraktive Dividendenrendite ergaben, wobei die genaue Höhe von Kursstand und Währungsentwicklung abhängt. Dividenden sind jedoch stets von regulatorischen Vorgaben und der Geschäftsentwicklung abhängig und können im Krisenfall auch begrenzt oder ausgesetzt werden.

Die Frage, inwieweit mögliche Strafzahlungen im Zusammenhang mit den US-Ermittlungen die Dividendenkraft der Bank beeinträchtigen könnten, ist für Einkommensinvestoren besonders relevant. Einerseits könnte die starke Kapitalausstattung es ermöglichen, Belastungen zu verkraften, ohne das Ausschüttungsprofil deutlich zu verändern. Andererseits müssen Aufseher und Management sicherstellen, dass Kapitalpuffer ausreichend hoch bleiben, um zukünftige Schocks abzufedern. In früheren Fällen bei anderen Banken haben Behörden teilweise informell oder formal Druck aufgebaut, Ausschüttungen zu begrenzen, bis bestimmte Risiken abgearbeitet waren.

Hinzu kommt, dass Währungsschwankungen zwischen kanadischem Dollar und Euro die in Europa wahrgenommene Dividendenhöhe beeinflussen können. Für Anleger im Euroraum ist daher nicht nur die nominelle Dividende in kanadischen Dollar, sondern auch der Wechselkurs zum Zeitpunkt der Ausschüttung relevant. Eine schwächere Heimatwährung kann die effektive Rendite in Euro schmälern, während eine Aufwertung des kanadischen Dollars gegenteilige Effekte haben kann. Diese Währungskomponente ist ein wichtiges Element bei der Betrachtung internationaler Dividendenwerte wie der Toronto-Dominion Bank-Aktie.

Bewertung und Kursentwicklung im Lichte der Risiken

Die Kursentwicklung der Toronto-Dominion Bank-Aktie stand zuletzt klar unter dem Einfluss der Ermittlungen und der Unsicherheit über mögliche Strafzahlungen. Berichte verweisen darauf, dass der Markt in Phasen negativer Schlagzeilen mit Kursabschlägen reagierte, während Zwischenrallyes auf Erholungs- und Hoffnungsphasen folgten. Auf Sicht von mehreren Jahren zeigt die Aktie damit ein Wechselspiel aus solider Fundamentalverfassung und zeitweise starker Nervosität, wenn neue Informationen zu den regulatorischen Risiken auftauchen, wie Kursverläufe auf Finanzportalen wie Investing.com Stand 10.05.2026 nahelegen.

Die Bewertung orientiert sich im Bankensektor traditionell an Kennziffern wie Kurs-Gewinn-Verhältnis, Kurs-Buchwert-Verhältnis und Dividendenrendite. Je höher die Unsicherheit über zukünftige Gewinne, desto stärker tendieren Investoren dazu, einen Sicherheitsabschlag in die Bewertung einzupreisen. Für die Toronto-Dominion Bank bedeutet dies: Solange die endgültige Größenordnung der Strafzahlungen unklar bleibt und nicht absehbar ist, wie streng mögliche Auflagen ausfallen, könnte der Markt das Papier mit einem Bewertungsabschlag gegenüber historisch üblichen Multiplikatoren handeln. Umgekehrt könnte eine endgültige Einigung mit den Behörden und ein klarer Fahrplan zur Umsetzung von Auflagen die Sichtbarkeit der künftigen Ergebnisse erhöhen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang der Vergleich mit anderen großen kanadischen Banken, die derzeit nicht in gleichem Ausmaß von US-Geldwäsche-Ermittlungen betroffen sind. In Phasen, in denen Investoren bestimmte Institute als stärker risikobehaftet wahrnehmen, kann Kapital innerhalb eines Sektors rotieren und zu relativer Unter- oder Outperformance einzelner Titel führen. Ob die Toronto-Dominion Bank-Aktie in dieser Phase dauerhaft zurückbleibt oder sich wieder annähert, hängt maßgeblich von den nächsten Schritten in den Ermittlungen und den laufenden Gesprächen mit den Behörden ab.

Zugleich spielt die allgemeine Zins- und Konjunkturentwicklung eine Rolle. Ein Szenario mit stabilen oder leicht sinkenden Leitzinsen in Nordamerika bei moderatem Wachstum könnte für Banken mit robusten Bilanzen grundsätzlich positiv sein, sofern die Kreditqualität stabil bleibt. Eine tiefe Rezession mit steigender Arbeitslosigkeit und schwächelnden Immobilienmärkten würde hingegen die Risikovorsorge erhöhen und die Ertragskraft belasten. Für die Toronto-Dominion Bank bedeutet dies, dass sie neben den Spezialrisiken rund um Compliance-Themen weiterhin mit den klassischen Zyklen des Bankgeschäfts umgehen muss.

Warum Toronto-Dominion Bank für deutsche Anleger relevant ist

Für Anleger in Deutschland ist die Toronto-Dominion Bank-Aktie aus mehreren Gründen interessant. Zum einen gehört die Bank zu den großen nordamerikanischen Finanzinstituten, die sowohl an der Toronto Stock Exchange als auch an der New York Stock Exchange notiert sind. Deutsche Privatanleger können über gängige Handelsplätze wie Xetra, Tradegate oder Direktbrokermodelle auf die Aktie zugreifen, wobei die Liquidität in der Regel über die Heimatbörsen in Toronto und New York besonders hoch ist. Damit ist das Wertpapier auch für größere Orders geeignet, ohne dass der Handelspread übermäßig stark ausfällt.

Zum anderen bietet der Titel über die Dividenden eine Ertragskomponente, die im aktuellen Zinsumfeld für einkommensorientierte Anleger interessant sein kann. In einem breit diversifizierten Portfolio kann eine nordamerikanische Bankposition zudem als geografische Diversifikation gegenüber reinen Euro-Bankwerten dienen. Gleichzeitig sollten deutsche Anleger die zusätzlich entstehenden Währungsrisiken im Blick behalten, da sowohl die Kurse als auch die Dividenden in kanadischem Dollar beziehungsweise US-Dollar notiert sind. Damit verbindet sich eine Chance auf positive Wechselkurseffekte, aber auch das Risiko von Verlusten durch eine Abwertung der nordamerikanischen Währungen gegenüber dem Euro.

Darüber hinaus ist die Toronto-Dominion Bank aufgrund ihrer Größe und Verflechtung mit der Realwirtschaft in Kanada und den USA ein Gradmesser für bestimmte Trends im nordamerikanischen Retail- und Firmenkundengeschäft. Entwicklungen bei Konsumkrediten, Hypotheken, Zahlungsverkehr oder Unternehmensfinanzierungen spiegeln sich oft in den Zahlen der Bank wider. Wer die Aktie beobachtet, erhält daher indirekt auch Informationen über den Zustand der kanadischen und US-amerikanischen Binnenwirtschaft. Dies kann für Anleger, die einen breiteren makroökonomischen Blick pflegen, ein zusätzlicher Informationsvorteil sein.

Offizielle Quelle

Für Informationen aus erster Hand zu Toronto-Dominion Bank lohnt sich der Besuch der offiziellen Unternehmenswebsite.

Zur offiziellen Website

Weiterlesen

Weitere News und Entwicklungen zur Aktie können über die verlinkten Übersichtsseiten erkundet werden.

Mehr News zu dieser AktieInvestor Relations

Risiken und offene Fragen

Die größten offenen Fragen betreffen derzeit die Ermittlungen in den USA und die daraus möglicherweise resultierenden Folgen. Solange weder die Höhe potenzieller Strafzahlungen noch der genaue Umfang von Auflagen und Kontrollen endgültig feststehen, bleibt die Unsicherheit hoch. Dies kann zu einer erhöhten Volatilität der Toronto-Dominion Bank-Aktie führen, da neue Medienberichte oder offizielle Mitteilungen der Behörden zu schnellen Anpassungen der Markterwartungen führen können. Darüber hinaus könnte der Ruf der Bank in bestimmten Kundensegmenten leiden, wenn die Geldwäschevorwürfe in der Öffentlichkeit weiter präsent bleiben.

Ein weiteres Risiko liegt in der allgemeinen Konjunkturentwicklung in Kanada und den USA. Eine ausgeprägte wirtschaftliche Abschwächung mit steigenden Arbeitslosenquoten, Druck auf die Immobilienmärkte und schwächerem Konsum würde die Kreditqualität belasten und die Risikovorsorge erhöhen. Dies würde die Ertragskraft des klassischen Filialbankgeschäfts beeinträchtigen. Auch die Zinsentwicklung kann in beide Richtungen wirken: Sinkende Zinsen könnten die Zinsmargen einengen, während stark steigende Zinsen zwar die Margen stützen, aber die Kreditnachfrage dämpfen und Ausfallrisiken erhöhen könnten.

Schließlich steht die Bank wie die gesamte Branche vor einem tiefgreifenden Strukturwandel durch Digitalisierung und neue Wettbewerber. Fintechs, Technologiekonzerne und spezialisierte Nischenanbieter greifen Bestandteile der Wertschöpfungskette an. Die Toronto-Dominion Bank investiert daher seit Jahren in digitale Kanäle, IT-Plattformen und Datenauswertung. Ob es gelingt, gleichzeitig die Kosten im Griff zu behalten, regulatorische Anforderungen zu erfüllen und innovativ zu bleiben, wird ein zentraler Faktor für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit sein. Diese Herausforderungen treffen zwar die gesamte Branche, sind aber in einem Umfeld zusätzlicher regulatorischer Belastungen besonders anspruchsvoll.

Fazit

Die Toronto-Dominion Bank-Aktie befindet sich in einem Spannungsfeld aus soliden fundamentalen Eckdaten und erheblichen Sonderrisiken durch laufende Geldwäsche-Ermittlungen in den USA. Auf der einen Seite stehen ein breit diversifiziertes Kerngeschäft im Retail- und Commercial-Banking, eine traditionell starke Kapitalausstattung und eine etablierte Dividendenpolitik. Auf der anderen Seite sorgen unklare Strafhöhen, mögliche Auflagen der Aufsicht und steigende Compliance-Kosten für spürbare Unsicherheit. Für deutsche Anleger, die sich mit dem Wertpapier befassen, ist es daher zentral, sowohl die Fortschritte bei der Aufarbeitung der Compliance-Themen als auch die Entwicklung von Konjunktur, Zinsen und Kreditqualität in Nordamerika im Auge zu behalten. Wie sich das Verhältnis von Chance und Risiko letztlich darstellt, hängt maßgeblich davon ab, wie die Bank die aktuelle Übergangsphase bewältigt und ob es gelingt, das Vertrauen der Behörden und der Kapitalmärkte nachhaltig zu festigen.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien sind volatile Finanzinstrumente.

So schätzen die Börsenprofis TD Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis TD Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | CA8911605092 | TD | boerse | 69357294 | bgmi