Tomra Systems ASA, NO0005668905

Tomra Aktie (ISIN NO0005668905): Bewertung, Chancen und Risiken 2026

12.03.2026 - 00:29:06 | ad-hoc-news.de

Die Tomra Aktie steht nach einer längeren Konsolidierung erneut im Fokus von Analysten und Nachhaltigkeitsinvestoren. Für Anleger im deutschsprachigen Raum stellt sich die Frage, ob das aktuelle Bewertungsniveau den strukturellen Wachstumstrend im Recycling- und Umwelttechnikmarkt bereits vollständig einpreist – oder ob sich 2026/2027 ein attraktives Einstiegsfenster öffnet.

Tomra Systems ASA, NO0005668905 - Foto: THN
Tomra Systems ASA, NO0005668905 - Foto: THN

Die Tomra Aktie gilt seit Jahren als Qualitätswert im Bereich Kreislaufwirtschaft und Recyclingtechnologie, hat aber in den letzten Quartalen deutliche Kursausschläge erlebt. Gerade Anleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz fragen sich aktuell, ob das Papier nach der Korrektur wieder interessant wird oder ob weitere Rückschläge drohen. Entscheidend sind nun Bewertung, Margenentwicklung und die globale Regulierung hin zu mehr Recyclingquoten.

Finanzexperte Lukas Müller hat die aktuelle Marktlage der Tomra Aktie für Anleger im deutschsprachigen Raum analysiert und ordnet Chancen und Risiken bis 2027 ein.

  • Tomra ist ein weltweit führender Anbieter von Pfand- und Sortierlösungen und profitiert strukturell vom Trend zu mehr Kreislaufwirtschaft.
  • Die Aktie zeigte in den letzten Jahren hohe Volatilität, da hohe Erwartungen und zyklische Investitionsentscheidungen der Kunden aufeinandertreffen.
  • Für DACH-Anleger ist Tomra besonders spannend, weil sich die europäische Regulierung, inklusive der deutschsprachigen Märkte, klar in Richtung höherer Recyclingquoten bewegt.
  • Bewertung und Zinsumfeld bleiben zentrale Faktoren für die Kursentwicklung bis 2026/2027.

Die aktuelle Marktlage

Die Tomra Aktie hat sich zuletzt in einer Phase erhöhter Unsicherheit bewegt, die sich in schwankenden Kursen und teils deutlichen Tagessprüngen niederschlug. Schwankende Auftragseingänge, Diskussionen über Investitionsbudgets der Getränke- und Lebensmittelindustrie sowie das globale Zinsumfeld haben den Kursverlauf geprägt. Gleichzeitig bleibt der strukturelle Rückenwind durch strengere Umweltauflagen und höhere Recyclingquoten intakt.

Aktueller Kurs: hohe zweistellige Spanne EUR/CHF

Tagestrend: wechselhafte Entwicklung mit phasenweise deutlichen Intraday-Schwankungen

Handelsvolumen: moderates bis lebhaftes Volumen im Vergleich zum historischen Durchschnitt

Mehr tiefgehende Analysen zum Unternehmen Tomra und zur Branchenbewertung im Recyclingsektor finden Sie hier

Geschäftsmodell von Tomra im Überblick

Rücknahmeautomaten als stabile Ertragssäule

Tomra ist im deutschsprachigen Raum vor allem für seine Rücknahmeautomaten in Supermärkten und Getränkemärkten bekannt. In Deutschland, wo das Pfandsystem seit Jahren etabliert ist, gehören Tomra-Maschinen zu den meistverbreiteten Lösungen. Auch in Österreich und der Schweiz gewinnt das Thema Einwegpfand und effiziente Rücknahme-Systeme zunehmend an Bedeutung, wodurch sich ein struktureller Markt für Tomra im DACH-Raum etabliert.

Die Erlöse in diesem Segment gelten im Branchenvergleich als relativ stabil, da Serviceverträge, Wartung und Softwaredienstleistungen häufig über längere Zeiträume abgeschlossen werden. Für Anleger im DACH-Raum bedeutet das, dass ein wesentlicher Teil des Tomra-Geschäfts weniger zyklisch ist als klassische Industrieausrüster. Diese Stabilität wird von institutionellen Investoren aus Frankfurt, Zürich und Wien immer wieder als qualitativer Pluspunkt hervorgehoben.

Sortierlösungen für Industrie, Recycling und Lebensmittel

Neben Rücknahmeautomaten bietet Tomra hochentwickelte Sortiermaschinen, die unter anderem in der Lebensmittelindustrie, im Bergbau und in Recyclinganlagen eingesetzt werden. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz ist vor allem der Einsatz in modernen Recyclinganlagen und in der Lebensmittelverarbeitung von Relevanz. Strengere Vorgaben etwa der EU und nationaler Behörden zur Qualität von Recyclingmaterialien erhöhen den Bedarf an präziser Sortiertechnik.

Hier zeigt sich ein stark wachstumsorientiertes, aber auch konjunktursensibles Geschäft. Investitionszyklen von Recyclingunternehmen, Lebensmittelherstellern und Rohstoffproduzenten können zu deutlichen Schwankungen beim Auftragseingang und damit bei der Kursentwicklung der Tomra Aktie führen. Diese Zyklik erklärt, warum der Kursverlauf in den letzten Jahren deutlich volatiler war als etwa bei klassischen Konsumgüteraktien aus dem DAX oder SMI.

Tomra im Vergleich zu DAX, ATX und SMI

Wachstumswert mit Nachhaltigkeitsprofil

Während Indizes wie der DAX, der ATX oder der SMI in den vergangenen Jahren zunehmend von großen Standardwerten aus den Branchen Industrie, Finanzen und Gesundheit geprägt wurden, positioniert sich Tomra als klarer Nachhaltigkeits- und Wachstumswert. Für institutionelle Anleger aus der DACH-Region, die ihre ESG-Quoten (Environmental, Social, Governance) erhöhen möchten, ist Tomra seit Jahren ein beliebter Baustein in thematischen Portfolios zur Kreislaufwirtschaft.

Im Performancevergleich zeigte sich die Tomra Aktie in der Vergangenheit immer wieder dynamischer als breite Marktindizes, sowohl nach oben als auch nach unten. In Phasen großer Risikobereitschaft konnte die Aktie den DAX, ATX und SMI häufig übertreffen, in Korrekturphasen fielen die Rückschläge dagegen oft stärker aus. Für Privatanleger im deutschsprachigen Raum ist daher ein bewusster Umgang mit Risikotragfähigkeit und Anlagehorizont entscheidend.

Währungsrisiken für Euro- und Franken-Anleger

Da Tomra in Norwegen beheimatet ist, investieren Anleger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz indirekt in norwegische Kronen, selbst wenn die Bewertung häufig in Euro oder Schweizer Franken umgerechnet wird. Neben den üblichen Kursrisiken einer Aktie kommt also ein zusätzliches Währungsrisiko hinzu. Für konservative Investoren, die stark an Euro oder Schweizer Franken orientiert sind, sollte dieser Aspekt in der Portfolioallokation berücksichtigt werden.

Auf Sicht mehrerer Jahre überlagern Unternehmensentwicklung und Branchenwachstum jedoch oft die kurzfristigen Effekte der Währungsschwankungen. Trotzdem kann der Wechselkurs in turbulenten Marktphasen zusätzliche Volatilität verursachen, was bei der Positionsgröße für DACH-Anleger beachtet werden sollte.

Regulatorischer Rückenwind: EU, BaFin, FMA und FINMA im Fokus

Strengere Vorgaben zur Kreislaufwirtschaft

Die Europäische Union verfolgt mit dem Green Deal und verschiedenen Richtlinien das Ziel, Recyclingquoten deutlich zu erhöhen und Verpackungsmüll zu reduzieren. Davon profitieren Unternehmen wie Tomra, die Technologien zur effizienten Sammlung und Sortierung von Wertstoffen anbieten. Besonders im Getränkebereich, wo Pfandsysteme gut etabliert sind, verstärken sich die regulatorischen Signale hin zu mehr Rezyklat-Einsatz und geschlossenen Kreisläufen.

Nationale Aufsichtsbehörden wie die BaFin in Deutschland, die FMA in Österreich und die FINMA in der Schweiz legen zudem immer größeren Wert auf die Offenlegung von Nachhaltigkeitsrisiken in Fonds und Anlageprodukten. In vielen ESG- und Impact-Fonds aus dem deutschsprachigen Raum findet sich Tomra daher als Kernposition wieder. Das erhöht die institutionelle Nachfrage nach der Aktie, kann aber in Stressphasen auch zu verstärkten Abflüssen führen, wenn diese Fonds Mittelabzüge verzeichnen.

Chancen im DACH-Markt durch neue Pfand- und Recyclingregelungen

In Deutschland wurden in den letzten Jahren verschiedene Pfand- und Verpackungsregeln ausgeweitet, was potenziell zusätzliche Nachfrage nach modernen Rücknahmesystemen erzeugt. Auch Diskussionen über ein einheitliches europäisches Pfandsystem spielen Tomra in die Karten. In Österreich und der Schweiz stehen weitere regulatorische Anpassungen auf der Agenda, die langfristig die Nachfrage nach effizienter Sammel- und Sortiertechnik erhöhen könnten.

Für Anleger im deutschsprachigen Raum bedeutet dies, dass ein Teil des Tomra-Wachstums direkt mit der lokalen Gesetzgebung und den Investitionsplänen von Handelsketten und Recyclingunternehmen in DACH verknüpft ist. Damit wird die Aktie nicht nur zu einem globalen, sondern auch zu einem regional relevanten Spiel auf die Transformation hin zu einer Kreislaufwirtschaft.

Bewertung und Gewinnentwicklung: Wie teuer ist die Tomra Aktie?

Hohe Multiples als Normalfall bei Qualitätswachstum

Tomra wurde an der Börse über weite Strecken mit Bewertungsmultiples gehandelt, die deutlich über dem Marktdurchschnitt von DAX, ATX und SMI liegen. Dies spiegelt die hohe erwartete Wachstumsdynamik und das attraktive Nachhaltigkeitsprofil wider. Für Investoren bedeutet dies aber auch, dass Enttäuschungen bei Umsatz- oder Margenentwicklung zu überproportionalen Kursreaktionen führen können.

Gerade im aktuellen Zinsumfeld, in dem sichere Anlagen in Euro oder Schweizer Franken wieder attraktivere Renditen bieten, werden hoch bewertete Wachstumswerte wie Tomra besonders kritisch betrachtet. Analysten aus Frankfurt und Zürich verweisen darauf, dass die Bewertungsprämie nur dann gerechtfertigt ist, wenn Tomra seine Marktführerschaft weiter ausbaut, Margen stabil hält und neue Wachstumsmärkte erschließt.

Margen, Cashflow und Investitionsphasen

Die Profitabilität von Tomra schwankt je nach Investitionsphase. In Jahren, in denen stark in neue Technologien, Kapazitäten oder strategische Märkte investiert wird, können Margen temporär unter Druck geraten. Langfristig zielt das Management jedoch auf eine solide Kombination aus Wachstum und Profitabilität. Für institutionelle Anleger im deutschsprachigen Raum ist vor allem der freie Cashflow entscheidend, der die Fähigkeit des Unternehmens zur Finanzierung künftiger Wachstumsinitiativen anzeigt.

Im Vergleich zu vielen klassischen Industrieunternehmen im DAX oder SMI akzeptieren Investoren bei Tomra tendenziell niedrigere kurzfristige Margen, solange die strukturellen Wachstumsperspektiven intakt bleiben. Entscheidend wird daher die Kommunikation des Managements zu Auftragslage, Innovationspipeline und Kapazitätsausbau sein.

Charttechnik: Unterstützungen, Widerstände und Volatilität

Konsolidierung nach dynamischen Anstiegen

Charttechnisch befindet sich die Tomra Aktie nach einer Phase kräftiger Anstiege und anschließender Korrekturen in einer breiten Konsolidierungszone. Für technisch orientierte Anleger aus dem DACH-Raum ergeben sich dabei klar erkennbare Unterstützungs- und Widerstandsbereiche, an denen sich das Chance-Risiko-Verhältnis besser abschätzen lässt. Wiederholte Tests bestimmter Kursniveaus deuten darauf hin, dass dort institutionelle Käufer aktiv werden.

Die Volatilität bleibt jedoch hoch im Vergleich zu defensiven DAX-Titeln aus den Sektoren Versorger oder Basiskonsum. Anleger sollten daher mit angepassten Positionsgrößen und gegebenenfalls gestaffelten Einstiegen arbeiten, um starke Tagesschwankungen besser abzufangen.

Relative Stärke gegenüber europäischen Indizes

In Phasen, in denen Nachhaltigkeitsthemen an den Märkten wieder stärker in den Fokus rücken, zeigt die Tomra Aktie häufig eine ausgeprägte relative Stärke gegenüber europäischen Leitindizes. Dies war immer wieder dann zu beobachten, wenn neue Regulierungsinitiativen aus Brüssel oder nationale Programme zur Förderung von Recycling-Infrastruktur angekündigt wurden.

Umgekehrt verlor die Aktie an relativer Stärke, wenn Zinsängste oder allgemeine Konjunktursorgen dominierten und Investoren risikoärmere Segmente bevorzugten. Für DACH-Anleger, die auf ESG-Themen setzen, kann Tomra daher als taktischer Baustein dienen, um gezielt auf Regulierungs- und Nachhaltigkeitstrends zu reagieren.

Analystenstimmen aus Frankfurt, Zürich und Wien

Zwischen Qualitätsprämie und Bewertungsrisiko

Analystenhäuser mit starker Präsenz in Frankfurt, Zürich und Wien sehen Tomra mehrheitlich als Qualitätsunternehmen mit strukturellem Wachstumspotenzial. Dennoch betonen viele Research-Noten die Notwendigkeit, die Bewertung kritisch im Auge zu behalten. In ihren Szenarioanalysen vergleichen Analysten die Tomra Entwicklung häufig mit Industrie- und Umwelttechnikwerten aus dem DAX und SMI, um die Prämie oder den Abschlag zur Peergroup einzuordnen.

Je nach Annahmen zu Wachstumsraten und Margen kommt es zu unterschiedlichen Kurszielen, die teils deutlich auseinanderliegen. Für Privatanleger aus dem DACH-Raum ist daher weniger die einzelne Studie entscheidend, sondern das Gesamtbild: Tomra wird fast durchgängig als qualitativ hochwertig, aber nicht als Schnäppchen bewertet beschrieben.

Nachhaltigkeit als zentrales Investmentargument

Einigkeit besteht weitgehend darin, dass Tomra zu den profiliertesten börsennotierten Unternehmen im Bereich Kreislaufwirtschaft zählt. Viele ESG-Fonds und Nachhaltigkeitsmandate in Deutschland, Österreich und der Schweiz nutzen die Aktie als klar identifizierbares Investment in den Trend zu mehr Ressourceneffizienz. Auf Konferenzen in Frankfurt und Zürich wird Tomra regelmäßig als Beispielunternehmen genannt, das wirtschaftlichen Erfolg mit einem klaren Umweltfokus verbindet.

Für Anleger, die ihr Depot gezielt nachhaltiger ausrichten wollen, bietet Tomra daher ein starkes Storytelling-Potenzial. Dies erhöht aber auch die Gefahr, dass Stimmungsumschwünge im ESG-Segment überproportional auf den Kurs durchschlagen.

Makro-Umfeld: Zinsen, Konjunktur und Investitionszyklen

Zinsentwicklung als Bewertungsfaktor

Das globale Zinsumfeld hat in den vergangenen Jahren wesentlich zur Neubewertung von Wachstumswerten beigetragen. Steigende Renditen für Staatsanleihen in Euro und Schweizer Franken führten dazu, dass Investoren Bewertungsprämien für Wachstumsstories kritischer hinterfragen. Tomra war hiervon nicht ausgenommen und reagierte phasenweise empfindlich auf Zinsentscheidungen großer Zentralbanken.

Für die Jahre 2026 und 2027 erwarten viele Ökonomen aus dem DACH-Raum ein insgesamt stabileres oder leicht sinkendes Zinsumfeld, sofern die Inflation unter Kontrolle bleibt. Dies könnte Wachstumswerten wie Tomra wieder Rückenwind verleihen, insbesondere wenn gleichzeitig die regulatorische Agenda im Bereich Recycling weiter verschärft wird.

Konjunktur und Investitionsbereitschaft der Kunden

Die Investitionsbudgets von Lebensmittelindustrie, Getränkeabfüllern, Bergbauunternehmen und Recyclingbetrieben sind stark von der allgemeinen Konjunktur abhängig. In Phasen wirtschaftlicher Unsicherheit werden größere Investitionsprojekte häufig verschoben oder nur schrittweise umgesetzt. Dies kann kurzfristig Druck auf Auftragseingang und Umsatzwachstum bei Tomra ausüben.

Langfristig bleibt jedoch der strukturelle Bedarf an effizienteren, digital vernetzten Sortiersystemen bestehen. Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz sehen sich zusätzlich steigenden Energie- und Personalkosten gegenüber, was Automatisierung und präzise Sortiertechnik wirtschaftlich attraktiver macht. Tomra positioniert sich gezielt in diesem Spannungsfeld aus Kostendruck und Nachhaltigkeitsanforderungen.

Rolle der Tomra Aktie in DACH-Portfolios

Beimischung für Wachstums- und ESG-orientierte Strategien

Für Anleger im deutschsprachigen Raum eignet sich die Tomra Aktie in der Regel nicht als Basisinvestment wie ein breiter Index-ETF auf DAX, ATX oder SMI. Stattdessen wird sie häufig als thematische Beimischung für Portfolios genutzt, die auf Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft und Technologie setzen. In dieser Rolle kann Tomra ein Depot sowohl inhaltlich als auch renditeseitig ergänzen.

Eine sinnvolle Gewichtung hängt von der individuellen Risikobereitschaft, dem Anlagehorizont und der übrigen Portfoliostruktur ab. Wer bereits stark in zyklische Industrie- oder Technologieaktien investiert ist, sollte das zusätzliche Risiko durch Tomra sorgfältig abwägen.

Diversifikation gegenüber klassischen Industrie- und Rohstoffwerten

Im Vergleich zu traditionellen Industrie- und Rohstoffwerten aus dem DAX oder SMI bietet Tomra eine andere Art von Wachstumsstory: Nicht der Abbau, sondern die effizientere Nutzung und Wiederverwertung von Ressourcen steht im Mittelpunkt. Dies kann dem Portfolio eine strategische Diversifikationskomponente geben, die besonders im Kontext von Klimapolitik und Ressourcendebatten relevant ist.

Wer sein Depot bislang vor allem über klassische Indizes wie DAX und SMI abdeckt, erhält mit Tomra ein fokussiertes Exposure zu einem langfristigen Megatrend, der in vielen Standardindizes nur indirekt oder unzureichend abgebildet ist.

Weiterführende Hintergründe zu nachhaltigen Anlagestrategien und ihrer Rolle in DACH-Portfolios finden interessierte Leser in den vertiefenden Beiträgen auf dieser Analyseplattform, die verschiedene ESG-Ansätze im Detail beleuchtet.

Wettbewerbsumfeld im DACH-Raum und global

Technologievorsprung und Konkurrenzdruck

Tomra sieht sich in seinen Kernmärkten einem zunehmend intensiven Wettbewerb gegenüber. Neben internationalen Technologieanbietern drängen auch spezialisierte Nischenplayer auf den Markt. Im deutschsprachigen Raum agieren außerdem lokale Maschinenbauer und Automatisierungsspezialisten, die eigene Lösungen für Recycling- und Sortieranwendungen anbieten.

Tomra versucht, seinen Technologievorsprung durch kontinuierliche Forschung und Entwicklung sowie durch gezielte Übernahmen auszubauen. Die Fähigkeit, Sensorik, Software und Maschinenbau zu integrieren, wird zunehmend zu einem Differenzierungsmerkmal. Für Anleger ist deshalb wichtig zu beobachten, wie sich die Bruttomarge und die Auslastung der Produktionskapazitäten entwickeln, denn hier spiegeln sich Wettbewerbskraft und Preissetzungsmacht wider.

Positionierung in europäischen Projekten

Im Zuge von EU-Förderprogrammen für Kreislaufwirtschaft und Recycling-Infrastruktur entstehen zahlreiche Pilot- und Großprojekte, an denen sich Technologieanbieter beteiligen können. Tomra ist in vielen dieser Initiativen als Lösungsanbieter vertreten oder bewirbt sich aktiv um entsprechende Aufträge. Deutschland, Österreich und die Schweiz fungieren dabei vielfach als Vorreiter- oder Referenzmärkte.

Für langfristig orientierte Investoren kann die Beteiligung an solchen Projekten ein Indikator für die künftige Umsatzbasis sein. Erfolgreiche Referenzen in DACH erhöhen zudem die Chancen, ähnliche Projekte in anderen europäischen Ländern zu gewinnen.

Eine vertiefte Betrachtung der europäischen Industrie- und Umwelttechniklandschaft, inklusive Vergleichswerten, ist etwa auf diesem Branchenfokus zu finden, der DACH-Unternehmen und internationale Wettbewerber systematisch gegenüberstellt.

Chancen und Risiken für DACH-Anleger bis 2026/2027

Chancen: Regulierung, Technologie und ESG-Nachfrage

Die zentralen Chancen für Tomra liegen in der fortschreitenden Regulierung hin zu höheren Recyclingquoten, der Verdichtung von Pfandsystemen und der zunehmenden Automatisierung in der Sortiertechnik. DACH-Länder spielen dabei als wirtschaftlich starke und politisch ambitionierte Regionen eine Schlüsselrolle. Jede neue Regulierung, die mehr Kreislaufwirtschaft verlangt, stärkt die Investitionsargumente für Tomra-Technologie.

Zudem dürfte die Nachfrage nach ESG-kompatiblen Anlagen im deutschsprachigen Raum weiter hoch bleiben. Institutionelle Investoren, Pensionskassen und Stiftungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz suchen nach Unternehmen, die glaubwürdig Wachstum und Nachhaltigkeit verbinden. Tomra erfüllt dieses Profil in besonderem Maße und könnte von anhaltenden Mittelzuflüssen in entsprechende Strategien profitieren.

Risiken: Bewertung, Konjunktur und Projektverschiebungen

Auf der Risikoseite stehen vor allem die Bewertungssensitivität, makroökonomische Unsicherheiten und mögliche Verzögerungen bei Kundenprojekten. Sollte die globale Konjunktur schwächer ausfallen als erwartet, könnten Investitionsbudgets in der Lebensmittel-, Recycling- und Rohstoffindustrie weiter gekürzt oder gestreckt werden. Dies würde die kurzfristige Visibilität bei Umsatz und Margen einschränken.

Für DACH-Anleger kommt hinzu, dass ein hoher Einstandskurs das Erholungspotenzial begrenzen kann, wenn spätere Korrekturen zu schmerzhaften Buchverlusten führen. Eine schrittweise Aufbau- oder Nachkaufstrategie kann helfen, dieses Risiko zu reduzieren, ersetzt aber nicht die sorgfältige Analyse der eigenen Risikotragfähigkeit.

Fazit & Ausblick 2026/2027 für DACH-Anleger

Die Tomra Aktie bleibt ein spannender, aber anspruchsvoller Titel für Anleger im deutschsprachigen Raum. Das Geschäftsmodell profitiert klar von den globalen Trends zu mehr Kreislaufwirtschaft, strengeren Recyclingquoten und höherer Ressourceneffizienz. Gleichzeitig zwingt die historisch ambitionierte Bewertung zu einer nüchternen Betrachtung der Gewinnentwicklung und der Investitionszyklen der Kundenbranchen.

Für die Jahre 2026 und 2027 spricht vieles dafür, dass Tomra weiterhin eine wichtige Rolle in ESG- und Nachhaltigkeitsportfolios spielen wird. Wenn sich das Zinsumfeld stabilisiert und die regulatorische Agenda der EU und der DACH-Länder beim Thema Recycling konsequent voranschreitet, könnten sich attraktive Wachstumschancen eröffnen. Anleger sollten jedoch einkalkulieren, dass der Weg dorthin mit erhöhter Volatilität verbunden sein kann.

Wer langfristig denkt, eine überdurchschnittliche Schwankungsbereitschaft mitbringt und sein Portfolio bewusst in Richtung Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft ausrichten möchte, findet in der Tomra Aktie einen Kandidaten für die thematische Beimischung. Kurzfristig orientierte Investoren oder sehr sicherheitsbewusste Sparer sollten dagegen genau prüfen, ob die zwischenzeitlichen Kursschwankungen zu ihrer persönlichen Anlagestrategie passen.

Disclaimer: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung im Sinne des WpHG, des FinSA oder des WAG dar. Aktien sind hochvolatile Finanzinstrumente.

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