TKMS setzt mit KI-Partnerschaft auf software-definierte U-Boote
19.01.2026 - 07:47:12Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) geht eine strategische Allianz mit dem kanadischen KI-Spezialisten Cohere ein. Ziel ist die Integration von großen Sprachmodellen in die nächste Generation von U-Booten – ein Schritt, der die Verteidigungsindustrie grundlegend verändern könnte.
Die unmittelbare Triebfeder ist das milliardenschwere kanadische Patrouillen-U-Boot-Programm. TKMS gehört zum engeren Kreis der Bieter für bis zu zwölf Boote. Die Partnerschaft soll das deutsche Angebot entscheidend aufwerten. Im Fokus stehen Forschung und Prototypen, wie Coheres KI komplexe Bordabläufe optimieren kann. Die Technologie soll in sicheren maritimen Schnittstellen und fortschrittlichen Simulatoren zum Einsatz kommen.
KI soll kognitive Belastung der Besatzung reduzieren
Der Einsatz von KI in einem U-Boot geht weit über reine Datenanalyse hinaus. Ein Kernziel ist es, die kognitive Belastung der Besatzung in Extremsituationen zu verringern. Intelligente Algorithmen sollen relevante Informationen filtern und aufbereiten. TKMS bringt bereits Erfahrung aus eigenentwickelten Systemen wie der ATLAS SONAR AI mit, die Unterwasserdaten analysiert. Die Kooperation mit Cohere soll diese Fähigkeiten nun durch Sprachmodelle ergänzen und die Mensch-Maschine-Interaktion revolutionieren.
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Doch wie lässt sich die absolute Zuverlässigkeit und Sicherheit solcher Systeme gewährleisten? Diese Frage steht im Zentrum der Entwicklung. Die Algorithmen müssen unter allen Bedingungen präzise funktionieren – eine enorme technische Herausforderung.
Europäische Tech-Souveränität wird konkret
Die Initiative fügt sich in eine größere strategische Entwicklung ein. Europa strebt nach mehr technologischer Souveränität in Schlüsselbereichen der Verteidigung. Erst kürzlich wurden auf EU-Ebene gemeinsame Verteidigungsanleihen diskutiert, um gezielt in KI, Cloud-Systeme und Cyberabwehr zu investieren. Die TKMS-Cohere-Partnerschaft ist ein praktisches Beispiel für diese Umsetzung. Sie positioniert das deutsche Unternehmen an der Spitze der Innovation im Marineschiffbau und reduziert Abhängigkeiten.
Software-definierte Verteidigung als neuer Standard
Die Kooperation unterstreicht den unaufhaltsamen Trend zur software-definierten Verteidigung. Für TKMS bedeutet die Integration von Spitzen-KI eine massive Aufwertung im internationalen Wettbewerb. Für Cohere ist es, nach einer ähnlichen Vereinbarung mit dem französischen Rüstungskonzern Thales, der Eintritt in den lukrativen Verteidigungssektor.
Gleichzeitig rückt die KI-Governance in den Fokus. Während Behörden wie die US-amerikanische CISA Richtlinien für den sicheren KI-Einsatz in kritischen Infrastrukturen erarbeiten, zeigt TKMS einen proaktiven Weg: die frühzeitige Zusammenarbeit mit Technologiespezialisten, um Vertrauen und Sicherheit von Grund auf zu verankern.
Die nächste Phase konzentriert sich auf die Forschungs- und Prototypenarbeit für das kanadische Projekt. Sollte TKMS den Zuschlag erhalten, könnte diese Partnerschaft zur Blaupause für KI-Integration in Marineplattformen der NATO und verbündeter Nationen werden. Langfristig wird die Fähigkeit, zertifizierbare und ethisch handelnde KI-Systeme zu entwickeln, zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil auf dem globalen Rüstungsmarkt.
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