TKMS Aktie: Mega-Aufträge im Blick
22.01.2026 - 08:27:33Gleich zwei potenzielle Großprojekte treiben die Neubewertung von TKMS: ein milliardenschweres U-Boot-Programm in Kanada und zusätzliche Fregatten für die Bundeswehr. Der Kurs hat sich in wenigen Wochen deutlich nach oben geschoben – doch wie solide ist die Story hinter der Rally?
Kursrally nahe am Jahreshoch
Die Aktie hat gestern bei 98,90 Euro geschlossen und liegt damit nur rund 0,7 % unter dem frischen 52-Wochen-Hoch von 99,60 Euro. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Plus von knapp 48 %, seit Jahresanfang rund 43 %.
Auffällig: Der Titel notiert aktuell mehr als 35 % über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 73 Euro. Gleichzeitig liegt der 14-Tage-RSI mit 32,4 nicht im klar überhitzten Bereich – trotz einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von fast 57 %. Der Markt preist also starke Erwartungen ein, ohne dass es bislang zu einem abrupten Rückschlag gekommen ist.
Kanada: U-Boote plus Technologiepaket
Den größten Fantasietreiber liefert das „Canadian Patrol Submarine Project“. TKMS verhandelt über ein mögliches Auftragspaket von rund 12 Milliarden US-Dollar, umgerechnet etwa 10 Milliarden Euro. Im Raum steht die Beschaffung von bis zu zwölf neuen U-Booten – im Wettbewerb unter anderem mit Hanwha Ocean aus Südkorea.
Bemerkenswert ist weniger nur das Volumen, sondern die Struktur des Angebots:
- Umfassendes Technologiepaket: Neben U-Booten umfasst der Vorschlag Investitionen in kanadische Schlüsselbranchen wie Künstliche Intelligenz, Batterieproduktion und Seltene Erden.
- Breites Partnernetzwerk: Norwegische und deutsche Partner sollen eingebunden werden, um lokale Wertschöpfung in Kanada abzusichern.
- Langer Zeithorizont: Die vorgesehenen Offset-Verpflichtungen laufen über etwa 30 Jahre und würden damit potenziell sehr langfristige Erlösströme eröffnen.
Diese Kombination aus Rüstungsauftrag und industrieller Kooperation wird am Markt als strategischer Schritt gewertet. TKMS versucht, sich in Nordamerika nicht nur als U-Boot-Lieferant, sondern als Technologiepartner zu positionieren – und reduziert damit perspektivisch die Abhängigkeit von klassischen Einzelaufträgen.
Bundeswehr: Zusätzliche Fregatten geplant
Parallel zur Kanada-Offensive kommen positive Signale aus Berlin. Insiderberichten zufolge bereitet die Bundeswehr den Kauf von mindestens drei Fregatten des Typs MEKO A-200 vor. Die Schiffe sollen als schnelle Alternative zu den verzögerten F126-Fregatten dienen.
Kernpunkte der Pläne:
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- Vorvertragliche Basis: Die Beschaffungspläne liegen dem Parlament dem Vernehmen nach bereits als Vorvertrag vor.
- Preisdimension: Der Stückpreis je Fregatte wird auf rund 1 Milliarde Euro geschätzt.
- Finanzierungsrahmen: Für Alternativbeschaffungen der Marine wurden bereits 2023 insgesamt 7,8 Milliarden Euro genehmigt.
Für TKMS hätte ein solcher Auftrag gleich zwei Effekte: Die Werftkapazitäten wären mittelfristig gut ausgelastet, und die Rolle als bevorzugter Partner der Deutschen Marine würde weiter gefestigt. Zusammen mit dem ohnehin gut gefüllten Auftragsbuch von zuletzt 18,2 Milliarden Euro untermauert dies den jüngsten Bewertungsaufschlag.
Bewertung: Ambitioniert, aber mit Rückenwind
Auf fundamentaler Seite ist die Aktie inzwischen alles andere als ein Schnäppchen. Für 2026 wird ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 50,2 erwartet – deutlich höher als beim US-Wettbewerber Huntington Ingalls Industries mit einem 2026er-KGV von 27,2.
Gleichzeitig ist die Marktkapitalisierung auf über 6,3 Milliarden Euro gestiegen. Befürworter argumentieren, dass:
- die Aufnahme in den MDAX,
- die starke Projektpipeline und
- die möglichen Kanada- und Bundeswehr-Aufträge
eine höhere Bewertung rechtfertigen. Der laufende Newsflow hat das Momentum klar auf die Seite der Käufer geschoben.
Hauptversammlung und nächster Terminkalender
Auf organisatorischer Ebene hat TKMS die Tagesordnung für die Hauptversammlung am 27. Februar 2026 angepasst. Thema ist unter anderem die Billigung des Vergütungssystems für die Vorstandsmitglieder – ein formaler Punkt, der aber zeigt, dass Governance-Themen aktiv adressiert werden.
Für die Aktie bleibt entscheidend, ob der kanadische U-Boot-Deal tatsächlich zustande kommt und die Bundeswehr-Pläne für die MEKO-A-200-Fregatten in verbindliche Aufträge münden. Gelingt beides oder zumindest ein wesentlicher Teil davon, wäre der aktuelle Vorstoß nahe der 100-Euro-Marke durch substanziell wachsende Auftrags- und Ertragsbasis unterlegt.
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