TK-Daten: Psychische Erkrankungen bleiben Haupttreiber für Fehlzeiten
19.02.2026 - 11:22:12Die Techniker Krankenkasse (TK) meldet einen leichten Rückgang des Krankenstands für 2025. Doch die neuen Zahlen offenbaren ein alarmierendes Detail: Psychische Erkrankungen und Burnout festigen sich als Hauptursache für langfristige Arbeitsausfälle. Sie verursachen überproportional viele Fehltage und entlarven die aktuelle Debatte um die telefonische Krankschreibung als Nebelkerze.
Leichte Entspannung bei den Fehlzeiten
Im vergangenen Jahr fehlte jede bei der TK versicherte Erwerbsperson durchschnittlich 18,6 Tage. Das ist eine spürbare Verbesserung gegenüber den 19,4 Tagen im Jahr 2023 und den 19,1 Tagen in 2024. Experten sehen darin ein Zeichen, dass die extremen Wellen von Atemwegsinfekten abebben.
Doch Vorsicht: Dieser Rückgang ist keine Entwarnung. Während kurze Infekte seltener werden, bleiben die langwierigen und kostspieligen Erkrankungen ein massives Problem. Die Struktur der Fehlzeiten hat sich verschoben.
Der „Elefant im Raum“: Psychische Gesundheit
Psychische Erkrankungen rangieren unverändert auf Platz zwei der häufigsten Krankschreibungs-Ursachen. Nur Muskel-Skelett-Erkrankungen führen noch öfter zum Arzt.
Der wahre Knackpunkt liegt in der Dauer. Diagnosen wie Depressionen oder Burnout verursachen im Schnitt rund 28,5 Fehltage pro Fall – eine enorme Belastung für Betroffene und Unternehmen. Die Daten beweisen: Burnout ist kein Pandemie-Phänomen, sondern ein strukturelles Problem der modernen Arbeitswelt.
Telefon-AU: Falscher Fokus in der Debatte?
Die neuen Zahlen fallen mitten in eine hitzige politische Diskussion. Arbeitgeberverbände fordern die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung und vermuten Missbrauch.
Die TK-Statistik entzieht dieser Argumentation den Boden. Da der Krankenstand 2025 sank, kann die telefonische AU kaum für explodierende Fallzahlen verantwortlich sein. TK-Chef Dr. Jens Baas stellt klar: Die wahren Kostentreiber sind langfristige Probleme wie Rückenleiden und psychische Erkrankungen. Eine Abschaffung würde nur die Wartezimmer voller machen – an den monatelangen Burnout-Ausfällen ändert sie nichts.
Digitaler Stress als Brandbeschleuniger
Um die Zahlen zu verstehen, lohnt ein Blick auf Erkenntnisse aus dem Jahr 2025. Der AOK-Fehlzeitenreport thematisierte bereits den Einfluss von Künstlicher Intelligenz (KI) und Digitalisierung.
Das Ergebnis ist zwiespältig: KI kann monotone Aufgaben abnehmen und entlasten. Gleichzeitig erzeugen ständige technologische Neuerungen und die Angst vor Jobverlust psychischen Druck. Diese „kognitiven Irritationen“ heizen das Burnout-Risiko weiter an. Die Prävention muss sich heute auch mit digitaler Beschleunigung und ständiger Erreichbarkeit befassen.
Was jetzt getan werden muss
Die Botschaft für 2026 ist eindeutig: Der Fokus muss auf die Prävention langfristiger Erkrankungen gelegt werden. Wo liegt der größte Hebel? Bei der psychischen Gesundheit. Betriebliches Gesundheitsmanagement muss über Obstkörbe hinauswachsen.
Notwendig sind strukturelle Maßnahmen: die Entstigmatisierung psychischer Belastungen, Schulungen für Führungskräfte zur Früherkennung von Überlastung und klare Regeln für die digitale Erreichbarkeit.
Arbeitgeber, die Überlastung und Burnout vorbeugen wollen, sollten jetzt ihre Arbeitszeitregeln prüfen. Ein kostenloses E‑Book erklärt, wie Sie die gesetzliche Arbeitszeiterfassung ab 2025 rechtssicher umsetzen – inklusive praktischer Mustervorlagen für Pausen, Dienstpläne und klare Erreichbarkeitsregeln, die Überforderung reduzieren helfen. Arbeitszeiterfassung in 10 Minuten rechtssicher umsetzen
Die Daten sind ein Weckruf. Der leichte Gesamtrückgang ist eine Atempause, kein Sieg. Der Kampf gegen den Burnout bleibt die zentrale Herausforderung.
@ boerse-global.de
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