Tilray, Aktie

Tilray Aktie: Rekord ohne Rendite

Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 11:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Tilray erzielt im Fiskaljahr 2026 einen Rekordumsatz von 915,5 Mio. USD, bleibt aber trotz operativer Fortschritte tief in den roten Zahlen.

Tilray Aktie: Rekordumsatz im Fiskaljahr, aber Anleger bleiben skeptisch
Moderne Gewächshausanlage mit üppigen grünen Pflanzen in einer professionellen, atmosphärischen Lichtstimmung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein Rekordumsatz zum Ende des Fiskaljahres, und die Aktie reagiert trotzdem verhalten. Tilray zeigt mit den Zahlen zum vierten Quartal, wie weit Wachstum und Profitabilität bei dem Cannabis- und Getränkekonzern noch auseinanderliegen. Im vorbörslichen Handel gab das Papier um 0,51 Prozent auf 4,0095 US-Dollar nach — trotz besserer operativer Werte als erwartet.

Getränke- und Medizinalgeschäft treiben das Wachstum

Im vierten Quartal, das am 31. Mai 2026 endete, setzte Tilray rund 281,7 Millionen US-Dollar um. Das sind 25 Prozent mehr als im Vorjahresquartal und deutlich über dem Analystenkonsens von etwa 245 Millionen US-Dollar. Für das gesamte Fiskaljahr 2026 summiert sich der Umsatz auf einen Rekordwert von 915,5 Millionen US-Dollar.

Haupttreiber war das Getränkegeschäft. Nach der Übernahme von BrewDog wuchs dieses Segment von 65,6 auf rund 105,6 Millionen US-Dollar — ein Plus von 61 Prozent. Das klassische Cannabisgeschäft legte moderater zu, um 5 Prozent auf 71,5 Millionen US-Dollar, während das internationale Medizinalcannabisgeschäft im gesamten Fiskaljahr um 34 Prozent expandierte. Der Konzernbruttogewinn stieg im Quartal um 34 Prozent auf 90,5 Millionen US-Dollar, die Bruttomarge verbesserte sich von 30 auf 32 Prozent.

Verlust bleibt, Bilanz wird solider

Unter dem Strich blieb Tilray dennoch tief in den roten Zahlen. Der Nettoverlust im vierten Quartal lag bei 37,9 Millionen US-Dollar, je Aktie ein Minus von 0,43 US-Dollar. Für das gesamte Fiskaljahr summierte sich der Fehlbetrag auf 105,2 Millionen US-Dollar beziehungsweise 1,09 US-Dollar je Anteilsschein — nach der Aktienzusammenlegung vom Dezember 2025, die die Stückzahl deutlich reduziert hatte.

Bereinigt um Sonderposten fällt das Bild freundlicher aus: Das adjustierte Nettoergebnis kletterte im Fiskaljahr auf 12,15 Millionen US-Dollar, das bereinigte EBITDA erreichte mit 61,14 Millionen US-Dollar einen Rekordwert. Für das laufende Fiskaljahr peilt das Management ein bereinigtes EBITDA zwischen 68 und 75 Millionen US-Dollar an. Parallel dazu hat sich die Bilanz sichtbar entspannt: Die Nettoverschuldung sank auf nur noch 0,7 Millionen US-Dollar, bei einem Barmittelbestand von rund 235 Millionen US-Dollar.

Bewertung bleibt der Streitpunkt

Bei einer Marktkapitalisierung von rund 484 Millionen US-Dollar bleibt die Frage nach der fairen Bewertung ungelöst. Ein aussagekräftiges KGV liefert die Aktie den Konsensschätzungen zufolge erst zum Fiskaljahr 2029 wieder, wenn die Kennzahl in einen moderaten, niedrigen zweistelligen Bereich sinken soll. Für die Jahre davor bleibt die Kennzahl wegen der erwarteten Verluste und des hohen Bewertungsniveaus wenig hilfreich. Kein Wunder, dass die Aktie trotz der Rekordzahlen kaum reagierte — operative Fortschritte allein überzeugen die Anleger derzeit nicht.

Konzernchef Irwin Simon stellte für das neue Fiskaljahr einen Konzernumsatz von über einer Milliarde US-Dollar in Aussicht, gestützt auf die europäische Medizinalcannabis-Infrastruktur und die globale Getränkeplattform rund um BrewDog. Ob die Wachstumsraten aus Getränke- und Cannabisgeschäft nach der BrewDog-Integration tatsächlich anhalten, dürfte sich bereits im ersten Quartal des neuen Fiskaljahres zeigen.

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