Tilray, Aktie

Tilray Aktie: DEA prüft Anhang III

29.06.2026 - 12:55:01 | boerse-global.de

Die DEA-Anhörung zur Cannabis-Neueinstufung könnte Tilrays Steuerlast senken. Parallel laufen Marketingaktionen und der Deutschland-Start der Marke ARX.

Tilray Aktie: DEA-Anhörung entscheidet über Cannabis-Neueinstufung
Tilray - Eine neblige, atmosphärische Szene einer kontrollierten landwirtschaftlichen Innenumgebung mit weichem, diffusem Licht, das Reihen von generischen, blättrigen Grünpflanzen beleuchtet. 29.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

In Arlington beginnt heute eine Anhörung, die das Schicksal der US-Cannabisbranche verändern könnte. Die Drogenbehörde DEA prüft die Herabstufung von Marihuana in eine weniger restriktive Kategorie. Für Tilray Brands steht dabei weit mehr als nur ein bürokratischer Akt auf dem Spiel.

Steuerhürden vor dem Fall

Die DEA berät über den Wechsel von Cannabis von Anhang I zu Anhang III des Betäubungsmittelgesetzes. Richter Derek C. Julius leitet das Verfahren, das bis Mitte Juli angesetzt ist. Eine Neueinstufung würde die steuerliche Belastung massiv senken.

Bisher verhindert die Regelung „Section 280E“, dass Unternehmen gewöhnliche Geschäftsausgaben von der Bundessteuer absetzen. Fällt diese Hürde, verbessert das die Margen von Tilray schlagartig. Parallel dazu könnte der weitere Rechtsweg über das Berufungsgericht in Washington führen.

Bier-Promotion und Deutschland-Geschäft

Abseits der Politik nutzt Tilray die laufende Fußball-Weltmeisterschaft für eine Marketing-Offensive. Die Marke BrewDog hat einen „Bar-Tab“ über eine Million Pfund ausgelobt. Fans erhalten Freibier, falls England, Schottland oder die USA das Finale erreichen.

Das Ziel ist die stärkere Integration der US-Craft-Beer-Marken in Europa. Dazu gehören Namen wie SweetWater und Montauk. In Deutschland setzt der Konzern derweil auf Medizinalcannabis. Anfang Juni startete dort die neue Premium-Marke „ARX“.

Chartbild bleibt kritisch

An der Börse herrscht trotz der operativen Impulse Ernüchterung. Das Papier markierte zuletzt ein Sechsmonatstief bei 3,85 Euro. Der Abwärtstrend hält seit Beginn des Jahres 2026 an.

Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt ist mit fast 49 Prozent enorm. Dieser Mittelwert liegt aktuell bei 7,54 Euro. Die Kursentwicklung zeigt, wie skeptisch der Markt die regulatorischen Hürden in den USA bewertet.

Die Anhörung in Arlington ist bis zum 15. Juli angesetzt. Ein Urteil des Verwaltungsrichters bildet die Basis für die endgültige Entscheidung der DEA.

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