Tiiny AI Pocket Lab: KI ohne Cloud-Abhängigkeit
08.01.2026 - 14:44:12Das kalifornische Deep-Tech-Startup Tiiny AI hat auf der CES 2026 in Las Vegas eine Sensation präsentiert: einen tragbaren Computer, der gigantische KI-Modelle mit 120 Milliarden Parametern vollständig offline betreiben kann. Das etwa handflächengroße Gerät verspricht, künstliche Intelligenz zu demokratisieren—ohne Abo-Gebühren, ohne Datenrisiken, ohne Internetverbindung.
Das Guinness World Records hat das Pocket Lab bereits als „weltweit kleinsten persönlichen KI-Supercomputer” zertifiziert. Ein Gerät dieser Leistungsklasse könnte die Branche aufmischen: Während Tech-Giganten wie OpenAI und Anthropic ihre Cloud-Dienste ausbauen, setzt Tiiny AI auf lokale Intelligenz.
Abschied vom Cloud-Diktat
Die Ankündigung am 8. Januar markiert einen Wendepunkt in der KI-Hardware-Landschaft. Das Pocket Lab—kompakt wie eine Powerbank, gerade 300 Gramm schwer—kann auf dem Schreibtisch stehen oder in den Rucksack passen. Doch technisch rivalisiert es mit High-End-Workstations.
Desktop-Power im Taschenformat
Die Technologie dahinter ist beeindruckend: Ein 12-Kern-Prozessor (ARMv9.2) arbeitet mit einer maßgeschneiderten Neural Processing Unit (NPU), die 190 Billionen Operationen pro Sekunde schafft. Dazu kommen 80 Gigabyte LPDDR5X-Speicher—eine Konfiguration, die als Einzelkomponente normalerweise fast 1.000 Euro kostet.
Passend zum Thema souveräne KI: Die EU-KI-Verordnung ist seit 1. August 2024 in Kraft — und stellt konkrete Pflichten für Hersteller und Anwender lokaler KI-Systeme wie das Pocket Lab. Wer KI-Systeme entwickelt oder einsetzt, muss Kennzeichnungspflichten, Risikoklassifikation und Dokumentationsanforderungen beachten. Dieses kostenlose E-Book erklärt die wichtigsten Pflichten und Übergangsfristen verständlich und praxisnah. So vermeiden Sie Bußgelder und gestalten Ihre Edge-AI-Projekte rechtskonform. KI-Verordnung: Kostenlosen Umsetzungsleitfaden herunterladen
Um ein 100-Milliarden-Parameter-Modell auf so kleinem Raum zu stemmen, integrierte Tiiny AI zwei Eigenentwicklungen:
- TurboSparse: Aktiviert nur die neuronalen Netzwerke, die gerade nötig sind. Das spart enorme Rechenleistung.
- PowerInfer: Verteilt Arbeitslasten intelligent zwischen CPU und NPU. Das Gerät schafft über 20 Token pro Sekunde—vergleichbar mit menschlicher Lesegeschwindigkeit—bei nur 65 Watt Stromverbrauch.
Besucher auf der CES bestätigten: Das Gerät führte das 120-Milliarden-Parameter-Modell „GPT-OSS 120B” in Echtzeit aus. Normalerweise braucht man dafür mehrere Enterprise-GPUs. Die 1-Terabyte-SSD bietet Platz für verschiedene KI-Modelle und persönliche Datenarchive.
TiinyOS: Die offene Plattform
Das Pocket Lab läuft auf TiinyOS, einem Betriebssystem speziell für lokale KI. Per One-Click-Interface laden Nutzer populäre Open-Source-Modelle wie Llama, Qwen, DeepSeek, Mistral und Phi herunter.
Tiiny AI bewirbt das Gerät nicht nur als Chatbot-Host, sondern als komplette Entwicklungsplattform. TiinyOS unterstützt intelligente Workflows, integriert sich in Tools wie ComfyUI und Flowise. Datenschützer, Rechtsanwälte, Ärzte und Forscher bekommen damit eine sichere Umgebung für sensible Daten. Wer ein älteres Laptop hat, kann das Pocket Lab per USB anstecken und so KI-Funktionen nachrüsten—ohne teure Hardware zu kaufen.
Ein Paradigmenwechsel mit Kosten-Folgen
Das Timing könnte nicht besser sein. Unternehmen und Einzelnutzer ächzen unter steigenden API-Kosten. Die Datenschutzrichtlinien großer Tech-Konzerne sind vielen zu opak. Der Wunsch nach „souveräner KI” wächst.
Cloud-Dienste versprechen unbegrenzte Skalierbarkeit. Aber langfristig können die Kosten prohibitiv werden—besonders für Power-User. Das Pocket Lab mit einmaliger Kaufgebühr richtet sich an die „Prosumer”, die bislang teure GPU-Systeme aufbauten.
Der Super-Early-Bird-Preis: 1.399 US-Dollar (umgerechnet etwa 1.350 Euro). Die Kickstarter-Kampagne startet im Februar 2026. Das ist aggressiv gepricet—zwischen High-End-Grafikkarten und Premium-Laptops.
Experten sehen hier einen Katalysator für Edge AI: Die Datenverarbeitung wandert von zentralen Servern auf lokale Geräte. Das senkt Latenz, Energieverbrauch und CO₂-Fußabdruck. Für Sektoren wie Jura, Medizin und Finanzwesen, wo Datenschutz heilig ist, ist offline-Verarbeitung ein Game-Changer.
Was kommt als Nächstes?
Nach der CES-Präsentation skizzierte Tiiny AI einen ehrgeizigen Plan: Kickstarter im Februar, dann weltweite Auslieferung. Das Unternehmen verspricht regelmäßige Over-the-Air-Updates für TiinyOS, um mit der rasanten Entwicklung der Open-Source-KI Schritt zu halten.
Ein Erfolg könnte etablierte Hardware-Hersteller aufrütteln. Bislang konzentrieren sie sich auf „KI-PCs” mit integrierten NPUs—die meisten schaffen aber maximal 10-15 Milliarden Parameter. Das Pocket Lab setzt einen neuen Standard.
Die großen Tech-Konzerne werden mit Interesse zuschauen, wenn die ersten Geräte zu Testern und Early Adopters kommen. Falls Tiiny AI liefert, was versprochen ist, könnte das Pocket Lab zeigen: Bei KI geht es nicht immer um Größe. Manchmal ist lokal einfach intelligenter.
PS: Für Unternehmen und Entwickler, die auf lokale KI setzen, ist Compliance keine Option, sondern Pflicht. Unser Gratis-E-Book fasst Kennzeichnungspflichten, Risikoklassen und notwendige Dokumentationsschritte kompakt zusammen — ideal für Hardware-Hersteller, Startups und Datenschutzverantwortliche. Der Leitfaden enthält praktische Checklisten, Kennzeichnungsbeispiele und eine Schritt-für-Schritt-Umsetzungshilfe, damit Sie Ihr Pocket Lab-Projekt rechtssicher vorbereiten. Gratis KI-Verordnung-Guide jetzt sichern


