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thyssenkrupp bluemint Steel: CO2-reduzierter Stahl im Fokus

13.06.2026 - 07:17:31 | ad-hoc-news.de

Mit bluemint Steel bietet thyssenkrupp einen CO2-reduzierten Stahl an, der auf veränderten Einsatzstoffen und Prozessanpassungen im Hochofen basiert. Das Produkt zielt auf Automobilindustrie, Bau und Maschinenbau, die ihren CO2-Fußabdruck senken wollen.

Konzertpublikum von hinten vor neblig-violetter Bühne mit hellen Spotlights
ThyssenKrupp - In violettem Dunst vereint: Über den Köpfen des Publikums leuchten die Spots, während sanfter Nebel die Bühne umhüllt. 13.06.2026 - Bild: THN

Verantwortlich: ad hoc news Fachredaktion B2B & Profi. Vor der Veroeffentlichung am 13.06.2026, 07:16:27 Uhr geprueft. Details im Impressum.

thyssenkrupp bluemint Steel ist der Markenname für einen CO2-reduzierten Stahl aus dem Portfolio von thyssenkrupp Steel mit Fokus auf industrielle Kunden wie Autohersteller, Bauunternehmen und Maschinenbau. Das Produkt basiert auf angepassten Rohstoffmischungen im Hochofen sowie einem erhöhten Einsatz von Schrott, um die direkten CO2-Emissionen in der Produktion gegenüber konventionellem Stahl signifikant zu senken. Laut Unternehmensangaben lassen sich mit bluemint-Varianten in der aktuellen Hochofenroute je nach Produktlinie zweistellige prozentuale Einsparungen bei den CO2-Emissionen im Vergleich zu klassischem Stahl erreichen. Für Unternehmen, die ihre Lieferketten und Produkte klimafreundlicher ausrichten müssen, wird bluemint damit zu einem Baustein in ihren Dekarbonisierungsstrategien.

Wie bluemint Steel funktioniert und welche Varianten es gibt

bluemint Steel unterscheidet sich von konventionellem Stahl vor allem durch die gezielte Umstellung der Einsatzstoffe: In den Hochöfen von thyssenkrupp Steel wird ein Teil der bislang eingesetzten Kohle und Koks durch sogenannte alternative Reduktionsmittel sowie durch einen höheren Schrottanteil ersetzt. Diese Anpassung senkt die Menge an Kohlenstoff, die im Prozess als CO2 freigesetzt wird, ohne dass der Standort bereits vollständig auf wasserstoffbasierte Direktreduktion umgestellt sein muss. Entscheidend ist dabei, dass die Stahlgüte weitgehend den Eigenschaften des bekannten Portfolios von thyssenkrupp Steel entspricht, sodass bestehende Anwendungen in der Automobil- und Zulieferindustrie ohne grundlegende Neukonstruktion möglich bleiben.

thyssenkrupp Steel bietet bluemint in mehreren Produktlinien an, etwa als bluemint pure und bluemint recycled, die sich unter anderem im Anteil an Schrott und im erreichten Grad der CO2-Reduktion unterscheiden. Bei bluemint recycled steht der besonders hohe Einsatz von Stahlschrott im Vordergrund, wodurch sich die CO2-Bilanz insbesondere in der Bilanzierung nach Scope-3-Kategorien verbessert. bluemint pure adressiert hingegen Kunden, die auf Primärstahl mit deutlich reduzierter CO2-Intensität angewiesen sind, etwa in hochfesten Güten für strukturrelevante Bauteile in Fahrzeugkarosserien. Beide Ansätze zielen darauf, den Übergang zu vollständig wasserstoffbasierter Direktreduktion vorzubereiten, die Thyssenkrupp in Duisburg mit einer großskaligen DRI-Anlage plant.

Für Kunden ist wichtig, dass die CO2-Einsparung von bluemint Steel nicht nur technisch, sondern auch bilanziell nachvollziehbar ist: thyssenkrupp Steel nutzt hierfür standardisierte Berechnungen entlang internationaler Normen für Ökobilanzen (Life Cycle Assessment) und weist den spezifischen CO2-Fußabdruck der Produkte aus. Unternehmen können diese Werte in ihre Nachhaltigkeitsberichte und in die Erfüllung regulatorischer Anforderungen wie die EU-Taxonomie oder das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz einfließen lassen. Die Stahlgüten werden dabei mit identischen mechanischen Eigenschaften zu den konventionellen Referenzgüten spezifiziert, was die Zulassung in sicherheitsrelevanten Anwendungen wie Fahrwerksteilen oder Strukturkomponenten erleichtert.

Ein wesentlicher Anwendungsbereich von bluemint Steel ist die Automobilindustrie: große OEMs in Europa haben mit thyssenkrupp bereits Lieferverträge oder Pilotprojekte vereinbart, um Karosserie- und Strukturteile mit verringertem CO2-Fußabdruck zu produzieren. Darüber hinaus adressiert bluemint auch den Bausektor, in dem Träger, Bleche und Profile aus CO2-reduziertem Stahl eingesetzt werden können, um Green-Building-Zertifizierungen wie LEED oder DGNB zu unterstützen. Auch Hersteller von Haushaltsgeräten und Industriegütern zählen zu den Zielkunden, da sie über den Materialeinsatz ihren produktbezogenen CO2-Fußabdruck senken können. Damit bewegt sich bluemint in einem Marktumfeld, in dem Kunden zunehmend konkrete Emissionskennzahlen und eine belegbare Reduktion gegenüber dem Status quo einfordern.

Parallel zur Vermarktung von bluemint Steel arbeitet thyssenkrupp Steel in Duisburg an der Umstellung des Standorts auf wasserstoffbasierte Direktreduktion und Elektrolichtbogenöfen (DRI-EAF), für die ein Planungsauftrag an Drees & Sommer vergeben wurde. Die künftige DRI-Anlage soll ab dem Ende des Jahrzehnts größere Mengen an nahezu CO2-freiem Vorstahl ermöglichen und damit die langfristige Perspektive für Produkte wie bluemint definieren. Im Ergebnis versteht der Konzern bluemint als Brücke: Heute werden über Prozessoptimierungen und veränderte Rohstoffmischungen bereits messbare CO2-Einsparungen erzielt, während parallel die Infrastruktur für nahezu klimaneutrale Stahlherstellung aufgebaut wird.

Für thyssenkrupp Steel hat bluemint strategische Bedeutung, weil das Produkt dem Unternehmen erlaubt, frühzeitig im Markt für "grünen" und CO2-reduzierten Stahl sichtbar zu sein und Kundenbeziehungen zu sichern, bevor vollständig wasserstoffbasierte Kapazitäten im großen Maßstab verfügbar sind. In Nachhaltigkeitsberichten verweist der Konzern auf das wachsende Interesse an CO2-reduzierten Stählen, nennt aber keine öffentlich ausgewiesenen Einzelumsätze für bluemint. Die thyssenkrupp AG ist als Muttergesellschaft an der Börse notiert; die Aktie von thyssenkrupp (DE0007500001) notiert laut Daten vom 12.06.2026 auf Xetra im Bereich von rund 11,5 Euro.

bluemint Steel von thyssenkrupp im Kurzprofil

  • Produkt: thyssenkrupp bluemint Steel
  • Hersteller: ThyssenKrupp
  • Kategorie: B2B-Produkt, CO2-reduzierter Stahl
  • Markteinfuehrung: schrittweise seit Anfang der 2020er Jahre bei thyssenkrupp Steel
  • UVP / Preis: Aufschlag gegenüber konventionellem Stahl, kundenspezifisch verhandelt (keine offiziellen Listenpreise)
  • Verfuegbarkeit: Direktvertrieb von thyssenkrupp Steel an Industriekunden in Europa, inklusive deutscher Automobil- und Bauindustrie
  • Zielgruppe: OEMs und Zulieferer in Automobilindustrie, Bau, Maschinenbau und weiteren Branchen mit CO2-Reduktionszielen
  • Besonderheit / USP: CO2-reduzierter Stahl aus bestehender Hochofenroute mit zertifizierbarer Emissionsminderung als Brücke zur wasserstoffbasierten Direktreduktion

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