Thyssenkrupp-Belegschaft, Sozialvertrag

Thyssenkrupp-Belegschaft fordert Sozialvertrag bei Hauptversammlung

30.01.2026 - 20:30:12

Hunderte Beschäftigte des Thyssenkrupp-Konzerns haben während der Jahreshauptversammlung in Bochum lautstark einen Sozialtarifvertrag gefordert. Im Fokus steht die unsichere Zukunft des Stahlstandorts Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) in Duisburg.

Die Proteste der IG Metall richteten sich gezielt an Vorstand und Aktionäre. Kernforderung ist eine sozialverträgliche Absicherung für die rund 3.000 HKM-Mitarbeiter. Verhandlungen darüber laufen bereits seit Monaten. „Wir brauchen eine tarifvertragliche Lösung, die den Menschen Perspektiven gibt“, forderte HKM-Betriebsratschef Marco Gasse.

Die Gewerkschaft appellierte an die Anteilseigner, auf die geplante Dividende von 15 Cent je Aktie zu verzichten. Diese Ausschüttung in Höhe von 93 Millionen Euro sei in der aktuellen Lage falsch. Das Geld werde dringend für Zukunftsinvestitionen und die soziale Absicherung des Umbaus benötigt.

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In einem Flugblatt hieß es, eine Dividendenzahlung greife die Substanz des Unternehmens an und sende ein fatales Signal. Einige Aktionäre zeigten Verständnis für diese Kritik. Sie befürchten ebenfalls, dass kurzfristige Renditeinteressen über die langfristige Zukunft des Konzerns gestellt werden.

Hintergrund: Massiver Stellenabbau in der Stahlsparte

Der Konflikt bei HKM ist nur ein Teil des größten Umbaus in der Geschichte von Thyssenkrupp Steel. Bis 2030 sollen in der Stahlsparte rund 11.000 von 27.000 Arbeitsplätzen wegfallen. Die Produktionskapazitäten werden von 11,5 Millionen auf unter 9 Millionen Tonnen reduziert.

Als Reaktion auf die anhaltende Krise auf dem europäischen Stahlmarkt vereinbarten Konzern und IG Metall im Sommer 2025 einen Sanierungstarifvertrag. Dieser soll betriebsbedingte Kündigungen vermeiden. Doch für die Beschäftigten bei HKM, einem Gemeinschaftsunternehmen mehrerer Stahlkonzerne, fehlt bislang eine vergleichbare Absicherung.

Strategie „Aces 2030“: Holding-Modell verunsichert Belegschaft

Konzernchef Miguel López treibt die Strategie „Aces 2030“ voran. Thyssenkrupp soll in eine Finanzholding umgewandelt werden, deren Einzelsparten mehr Eigenständigkeit erhalten. Während Investoren diesen Kurs begrüßen, fürchten die Beschäftigten eine Zerschlagung des Konzerns.

Die lauten Proteste sind ein klares Signal: Der tiefgreifende Wandel kann nicht gegen die Belegschaft erfolgen. Die Verhandlungen bei HKM haben daher Signalwirkung für den gesamten Konzern. Sie zeigen, wie die Balance zwischen Kapitalmarkterwartungen und Arbeitnehmerinteressen künftig aussehen wird.

Die kommenden Wochen werden entscheidend sein. Gelingt ein Sozialtarifvertrag für HKM, könnte dies die angespannte Lage beruhigen. Scheitern die Verhandlungen, droht der Konflikt weiter zu eskalieren – in einem Konzern, der ohnehin vor seiner größten Transformation steht.

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