Thyssenkrupp Aktie: Umbau belastet
25.02.2026 - 12:41:00 | boerse-global.deStrategische Fortschritte gibt es bei Thyssenkrupp gerade an mehreren Fronten – trotzdem wirkt die Börse nicht überzeugt. Zwischen Rüstungsplänen, „grünem“ Stahl für BMW und dem Umbau zur Finanzholding prallen Chancen und Umsetzungsrisiken aufeinander. Was steckt hinter der spürbaren Nervosität der Anleger?
TKMS drückt aufs Tempo – und wirbt für Konsolidierung
Ausgerechnet die Rüstungstochter TKMS sendet vor ihrer Hauptversammlung am 27. Februar ein klares Signal: CEO Oliver Burkhard fordert in einer vorab veröffentlichten Rede Standardisierung, industrielle Konsolidierung und mehr Geschwindigkeit, damit Europa schneller Verteidigungsfähigkeiten aufbauen kann. TKMS sieht sich dabei in einer aktiven Rolle – in Deutschland und Europa.
Konkreter wird das Thema über ein unverbindliches Übernahmeangebot für den kleineren Wettbewerber German Naval Yards Kiel (GNYK). Rückenwind liefert zudem der Rekord-Auftragsbestand: Laut Q1-Bericht (Stichtag 31. Dezember 2025) lag er bei 18,7 Mrd. Euro. Thyssenkrupp hält weiterhin 51% an TKMS.
Norwegens Staatsfonds justiert – und der Stahl-Deal mit BMW
Parallel kamen Signale vom Kapitalmarkt: In einer Stimmrechtsmitteilung wurde gemeldet, dass die Norges Bank (Vermögensverwalter des norwegischen Staatsfonds) ihre Position leicht verschoben hat. Die direkte Beteiligung lag bei 3,01%, die Gesamtposition inklusive Finanzinstrumenten bei 3,25% – zuvor waren es 3,39%.
Operativ gab es zudem eine Meldung aus der Stahlsparte: thyssenkrupp Steel Europe liefert ab 2026 CO?-reduzierten Stahl bluemint® recycled für die Serienproduktion des BMW iX3 (u. a. Außenhautteile, Interieurkomponenten, Batteriegehäuse). Laut Mitteilung basiert der Vorteil auf hohem Recyclinganteil und TÜV-Süd-verifizierten CO?-Einsparungen gegenüber konventionellem Stahl.
Zahlen, Cashflow und der nächste Umbau-Schritt
Der Blick auf die jüngsten Quartalszahlen erklärt, warum der Markt trotz Nachrichtenfluss nicht einfach „durchwinkt“. Im ersten Quartal 2025/2026 (Oktober bis Dezember 2025) sank der Umsatz auf 7,2 Mrd. Euro (?8% zum Vorjahr), während das bereinigte EBIT auf 211 Mio. Euro stieg (+10%). Unterm Strich stand jedoch ein Nettoverlust von 334 Mio. Euro, vor allem wegen Restrukturierungsaufwendungen bei Steel Europe (401 Mio. Euro). Der Free Cashflow vor M&A lag saisonal bedingt bei ?1,5 Mrd. Euro. Die Prognose bleibt dennoch stehen: bereinigtes EBIT 500 bis 900 Mio. Euro für das Gesamtjahr 2025/2026.
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Dazu kommt der laufende Konzernumbau: Unter der ACES-2030-Strategie entwickelt sich Thyssenkrupp Richtung Finanzholding. Neben TKMS und den Verhandlungen mit Jindal Steel International über einen möglichen Verkauf von Steel Europe steht bereits der nächste Baustein im Raum: Die Abtrennung von Materials Services (MX) könnte laut Reuters bereits im Herbst 2026 per Börsengang kommen; Reuters bezifferte den Umsatz der Sparte im letzten Geschäftsjahr auf 11,4 Mrd. Euro.
Am Kursbild zeigt sich der Spagat: Mit 10,53 Euro notiert die Aktie heute zwar leicht fester (+0,29%), in den vergangenen 7 Tagen ging es aber ?4,62% nach unten. Der Kurs liegt zudem knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt (10,61 Euro) – ein Hinweis darauf, dass der Titel kurzfristig weiter nach Orientierung sucht.
Zum Stimmungsbild passen auch die uneinheitlichen Analystensignale: Jefferies stufte von „Hold“ auf „Buy“ hoch, Barclays blieb bei „Underweight“ und hob das Kursziel nur moderat von 9,00 auf 9,50 Euro an.
Unmittelbar im Fokus steht nun die TKMS-Hauptversammlung am 27. Februar. Sie dürfte zeigen, wie konkret TKMS seine Konsolidierungsambitionen untermauert – während bei Thyssenkrupp insgesamt weiter zählt, ob der Umbau (Steel-Optionen, möglicher MX-IPO) operativ und finanziell planbar bleibt.
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