Thyssenkrupp Aktie: Niedrigwasser bremst Stahlwerk
Veröffentlicht am: 14.07.2026 um 15:40 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Rhein macht Thyssenkrupp einen Strich durch die Logistik. Wegen anhaltender Trockenheit sind die Pegelstände so weit gefallen, dass die Tochter Thyssenkrupp Steel Europe ihre eigene Schubschifffahrt eingestellt hat. Die Aktie reagierte am Dienstag mit leichten Verlusten und notierte zeitweise bei 11,65 Euro.
Externe Schiffe springen ein
Das Duisburger Werk hängt am Wasserweg. Rund 50.000 Tonnen Rohstoffe braucht Thyssenkrupp Steel dort täglich, vor allem Eisenerz und Kohle. Die eigenen Schubverbände — Schiffe, die antriebslose Behälter vor sich herschieben — kommen bei den aktuellen Wasserständen nicht mehr durch.
Das Unternehmen mietet deshalb externe Schiffe mit geringerem Tiefgang an, um die Versorgung aufrechtzuerhalten. Diese Lösung treibt allerdings die Logistikkosten nach oben. Eine firmeneigene Task Force beobachtet die Lage fortlaufend und bewertet mögliche Folgen für Produktion und Lieferketten.
Hochofen läuft gedrosselt
Die eingeschränkte Rohstoffversorgung hat bereits Spuren in der Produktion hinterlassen. Thyssenkrupp Steel hat die Hochofenproduktion vorsorglich etwas gedrosselt, wie das Unternehmen mitteilte. Die Belieferung der Kunden sei dadurch aktuell aber nicht gefährdet.
Für eine Entspannung der Wasserstände gibt es vorerst keine Anzeichen. Die Wetterprognosen für die kommenden Tage sagen weitgehend trockenes Wetter voraus — der Rhein dürfte also niedrig bleiben. Ob sich die gedrosselte Produktion zu einem echten Belastungsfaktor für die Konzernzahlen auswächst, hängt maßgeblich davon ab, wie lange die Trockenperiode anhält.
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