Thyssenkrupp Aktie: EU-Stahlzölle ab 1. Juli erwartet
23.05.2026 - 04:04:48 | boerse-global.deDrei Themen gleichzeitig, alle mit Kurspotenzial: Bei Thyssenkrupp entscheidet sich in den kommenden Wochen, ob Regulierung, Restrukturierung und Portfolioabbau tatsächlich im gleichen Takt laufen. Die Aktie notiert bei 10,82 Euro — gut 22 Prozent über dem Stand vor einem Monat.
Elektrostahl unter Druck, Zölle in Sicht
Das dringlichste Problem sitzt in Frankreich. Die Tochter Thyssenkrupp Electrical Steel stoppt die Produktion am Standort Isbergues von Juni bis September vollständig. Der Grund: Asiatische Importe decken mittlerweile mehr als die Hälfte des EU-Marktvolumens ab — teils weit unter europäischen Produktionskosten. Rund 600 Beschäftigte sind betroffen.
Thyssenkrupp Electrical Steel ist einer von nur zwei verbliebenen europäischen Herstellern von kornorientiertem Elektroband. Dieser Werkstoff steckt in Transformatoren für Umspannwerke und Windkraftanlagen. Die Importmengen in die EU haben sich laut Konzernangaben seit 2022 verdreifacht.
Hilfe könnte aus Brüssel kommen. Das Europäische Parlament billigte Mitte Mai verschärfte Stahlschutzmaßnahmen: Die zollfreien Importmengen sinken auf 18,3 Millionen Tonnen pro Jahr — rund 47 Prozent unter dem bisherigen Niveau. Strafzölle auf Mengen darüber verdoppeln sich auf 50 Prozent. Sobald die EU-Mitgliedstaaten ratifizieren, könnte die Regelung ab 1. Juli greifen. Diese Abstimmung steht noch aus.
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Indiana wird aufgegeben, Ohio gestärkt
Parallel dazu zieht Thyssenkrupp in Nordamerika Konsequenzen. Das Automotive-Werk in Terre Haute, Indiana, stellt bis spätestens Ende März 2027 die Produktion ein. Rund 230 Mitarbeiter verlieren ihren Job. Die Fahrgestell-Fertigung wandert vollständig nach Hamilton, Ohio.
Das Ziel: weniger Standorte, höhere Auslastung, klarere Strukturen. Der Konzern will die Automotive-Sparte kapitalmarktfähig machen. Mit einem Jahresumsatz von rund 2,1 Milliarden Euro bleibt Nordamerika dabei ein wichtiger Markt.
Analysten und der Kone-Deal
Die Analystengemeinschaft ist gespalten. Citigroup-Analyst Ephrem Ravi hob das Kursziel von 13 auf 15 Euro an. Er setzt auf die geplante Abspaltung von Material Services, die Monetarisierung der Aufzugsbeteiligung und einen sich drehenden Stahlmarkt. JPMorgan bleibt mit einem Kursziel von 11,80 Euro und der Einstufung "Neutral" vorsichtiger — das Tempo der Umsetzung sei entscheidend.
Thyssenkrupp hält noch 16 Prozent an seiner ehemaligen Aufzugstochter. JPMorgan beziffert diesen Anteil auf rund 3,27 Milliarden Euro — aufgeteilt in 800 Millionen Euro Bargeld und Kone-Aktien im Wert von 2,5 Milliarden Euro. Den finalen Deal erwarten Experten frühestens im zweiten Quartal 2027.
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Hinzu kommt ein möglicher Großauftrag für die Marinesparte TKMS: Kanada könnte zwischen Mai und Juni einen U-Boot-Auftrag von mehr als zehn Milliarden US-Dollar vergeben.
Der RSI liegt bei 87,4 — die Aktie ist technisch deutlich überkauft. Der nächste harte Katalysator ist die formelle Zustimmung der EU-Mitgliedstaaten zur neuen Stahlzollregelung, die noch vor Ende Juni erwartet wird.
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