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The Platform Group Aktie: 44 Prozent Absturz in einer Woche

16.06.2026 - 16:54:49 | boerse-global.de

Kreditkündigungen, staatsanwaltschaftliche Prüfung und Medienstreit belasten The Platform Group. Die Aktie verliert massiv an Wert.

The Platform Group Aktie: Krise durch Kreditkündigungen und Rechtsstreit
The - Ein roter Abwärtspfeil auf einem verschwommenen Hintergrund eines Finanzviertels bei Sonnenuntergang, symbolisiert einen Aktienabsturz. 16.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Kreditkündigungen, eine staatsanwaltschaftliche Prüfung und ein eskalierender Rechtsstreit mit dem manager magazin — The Platform Group kämpft gerade an mehreren Fronten gleichzeitig. Die Aktie notiert bei 1,32 Euro und hat in den vergangenen sieben Tagen fast 44 Prozent verloren.

Pressestreit mit dem manager magazin eskaliert

Am 12. Juni 2026 berichtete das manager magazin erneut über das Unternehmen — diesmal unter der Überschrift „Banken wollen ihr Geld von The Platform Group zurück". Das Unternehmen weist alle Vorwürfe zu Steuerschulden, Bankverbindungen und Vorgängen bei Tochtergesellschaften zurück. Die mandatierte Kanzlei LHR bezeichnet die Darstellungen als unzutreffend und bereitet ein gerichtliches Eilverfahren sowie eine Hauptsacheklage mit Schadensersatzforderungen vor.

Das ist nicht der erste Schlagabtausch. Das Landgericht Köln hatte dem manager magazin bereits per einstweiliger Verfügung vom 24. März 2026 bestimmte Aussagen aus einem früheren Beitrag untersagt.

Kreditkündigungen und Staatsanwaltschaft

Die LBBW hat ein Darlehen außerordentlich gekündigt und rund 6,75 Millionen Euro zurückgefordert. Das Unternehmen erklärt, diese Schulden seien bereits vollständig beglichen. Mit der Sparkasse Essen bestehe eine feste Rückzahlungsvereinbarung. Intern zählt das Unternehmen über 48 aktive Bankverbindungen — die Zahl habe zuletzt sogar zugenommen.

Obendrein prüft die Staatsanwaltschaft Chemnitz eine Strafanzeige wegen Urkundenfälschung, Betrug und Täuschung im Rechtsverkehr. Mehrere Tochter-Geschäftsführer bestreiten, Mithaftungserklärungen für Bankkredite unterschrieben zu haben.

AEP-Deal und Hauptversammlung als nächste Wegmarken

Der wichtigste offene Punkt ist die geplante Übernahme der Pharmagroßhandelsgruppe AEP mit einem Jahresumsatz von rund 1,1 Milliarden Euro. Das Bundeskartellamt hat bereits im März grünes Licht gegeben. Die Finanzierungsstruktur steht jedoch noch nicht. Das Management rechnet weiter mit einem Closing im Juni 2026 — gelingt das, will der Vorstand die Jahresprognose anheben. Scheitert der Deal, bleibt das Unternehmen bei einer Prognose von 1,7 Milliarden Euro GMV und 1,0 Milliarden Euro Umsatz.

Am 1. Juli findet die ordentliche Hauptversammlung in Düsseldorf statt. Auf der Agenda stehen die Schaffung von genehmigtem und bedingtem Kapital sowie die Ermächtigung für Wandel- und Optionsanleihen. Vorstandschef Benner will dort die „Vision 2030" und die neue Segmentstruktur „Pharma & Service Goods" vorstellen. Die Anmeldefrist endet am 24. Juni 2026 um Mitternacht.

Operatives Geschäft liefert

Das Kerngeschäft funktioniert. Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz um 51 Prozent auf 243,1 Millionen Euro — rund 71 Prozent davon organisch. Das bereinigte EBITDA kletterte um 37 Prozent auf 21,8 Millionen Euro.

Das Management bremst beim Akquisitionstempo: 2026 plant es fünf bis sechs Zukäufe statt elf wie im Vorjahr. Der Fokus liegt auf Integration und Schuldenabbau. Bis 2030 soll die Nettoverschuldung im Verhältnis zum bereinigten EBITDA von aktuell 2,1x auf 1,0x bis 1,4x sinken.

Ob das Management diese Ziele glaubwürdig vermitteln kann, entscheidet sich am 1. Juli — sofern AEP-Deal und Presserechtsstreit bis dahin keine weiteren Wendungen nehmen. Die Aktie notiert mit einem RSI von 21,3 tief im überverkauften Bereich und liegt 76 Prozent unter ihrem Februarhoch von 5,60 Euro.

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