Textilfabrik 7.0: Deutschlands Sprung in die textile Zukunft
05.02.2026 - 23:21:12Mönchengladbach wird zum globalen Vorreiter für nachhaltige, vollautomatisierte Textilproduktion. Mit der offiziellen Förderzusage startet das Leuchtturmprojekt Textilfabrik 7.0 (T7) diese Woche durch. Es kombiniert Künstliche Intelligenz, Robotik und Biotechnologie, um die Fertigung zurück nach Europa zu holen.
Das vom Bundesforschungsministerium (BMFTR) geförderte Vorhaben soll das rheinische Revier zum Epizentrum der Textilindustrie 5.0 machen. Ein Konsortium aus Spitzenforschung und Wirtschaft treibt die Abkehr vom traditionellen Fabrikmodell voran. Ziel ist eine klimaneutrale, vollvernetzte Produktion, die auf Kleinstserien und individuelle Kundenwünsche reagieren kann.
Der Standort Mönchengladbach ist strategisch gewählt. In der vom Kohleausstieg geprägten Region soll T7 zum Jobmotor für Ingenieure und Techniker werden. Das Projekt sieht einen eigenen T7-Park als klimaneutralen Industriestandort vor, der zwischen 2029 und 2033 entstehen soll.
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„Wir schaffen ein Reallabor für die Industrie“, erklärt ein Sprecher des federführenden Instituts für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen. Partner sind die Hochschule Niederrhein, die Textilakademie NRW und regionale Wirtschaftsförderer. So soll die Forschung schnell in marktfähige Anwendungen für deutsche Mittelständler überführt werden.
Anders als isolierte Automationslösungen verbindet T7 vier Kernbereiche zu einem ganzheitlichen System:
- Modulare Mikrofabriken: Roboterassistierte Fertigungslinien für kleine Losgrößen sollen Lagerbestände und Überproduktion minimieren.
- Digitale Textilien: KI-Algorithmen und digitale Zwillinge simulieren Materialverhalten vor der Produktion – ein großer Schritt weg von physischen Mustern.
- KI & Robotik: Autonome Systeme sollen endlich das Handling weicher, schlaffer Stoffe meistern, eine bisherige Schwachstelle der Automation.
- Biotechnologie: Mikrobielle Verfahren für die Textilveredelung und bio-basierte Materialien stehen im Fokus, ganz im Sinne der EU-Kreislaufwirtschaft.
Timing im Kontext der Industrie-Offensive
Der Start von T7 fällt in eine Phase des Umbruchs. Erst vor Tagen komplettierte der Schweizer Maschinenbauer Rieter die Übernahme des deutschen Herstellers Barmag. Dies stärkt die europäische Lieferkette für Chemiefasern und Automationslösungen.
Gleichzeitig treibt die Deutsche Telekom mit ihrer neuen „Industrial AI Cloud“ in München die notwendige Dateninfrastruktur voran. Sie wird für die rechenintensiven KI-Anwendungen von Projekten wie T7 unverzichtbar sein.
Kann Europa mit Automatisierung die langen, intransparenten Lieferketten ersetzen? Startups wie Robotextile und sewts GmbH haben bereits gezeigt, dass KI-gesteuertes Stoffhandling möglich ist. T7 soll diese Technologien nun in den industriellen Maßstab heben.
Der Countdown läuft
Am 19. März 2026 findet der offizielle Kick-Off mit Branchenvertretern statt. Anschließend werden in Mönchengladbach die ersten Pilotlinien installiert.
Die große Frage bleibt der Transfer: Wie schnell können die Innovationen die vielen kleinen und mittleren Textilunternehmen erreichen, die das Rückgrat der Branche bilden? Gelingt dies, könnte T7 zum Blaupause für eine Re-Industrialisierung Hochlohn-Länder werden – und beweisen, dass Nachhaltigkeit und Profitabilität durch kluge Technologie kein Widerspruch sein müssen.
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