Tesla und Waymo treiben autonomes Fahren voran – mit Hindernissen
23.02.2026 - 08:43:12 | boerse-global.deDie autonome Fahrzeugbranche erlebt einen Wendepunkt. Während Tesla seinen ersten Robotaxi-Prototyp fertigt und Waymo die Expansion vorantreibt, zeigen neue Rückschläge: Der Weg zur Straßenzulassung ist voller regulatorischer Hürden.
Tesla startet „Cybercab“-Produktion und sammelt Milliarden-Kilometer-Daten
Tesla beschleunigt seine Pläne für eine autonome Zukunft gleich auf mehreren Ebenen. Aus der Gigafactory in Texas rollte das erste validierte Modell des „Cybercab“ – ein eigens für Robotaxi‑Dienste konzipiertes Fahrzeug. Die Serienproduktion soll im April 2026 starten. Damit verfolgt Tesla eine klare Zwei‑Säulen‑Strategie: Neben den Fahrzeugen für Privatkunden entsteht eine eigene Plattform für die autonome Flotte.
Parallel entwickelt der Konzern seine Full Self‑Driving (FSD)-Software weiter. CEO Elon Musk kündigte an, dass das System bald auf Sprachbefehle reagieren soll. Fahrer könnten dem Auto dann per Stimme sagen, wo es parken soll. Entscheidend ist ein weiterer Meilenstein: Teslas FSD-Systeme haben global mittlerweile über 13 Milliarden Kilometer zurückgelegt. Diese gewaltige Datenmenge aus der realen Welt ist der Treibstoff für die Verbesserung der KI.
Waymo: Expansionsträume und regulatorische Realität
Während Tesla Hardware und Software in eigener Hand hat, setzt der Alphabet‑Konzern Waymo auf die rasche Skalierung seines kommerziellen Robotaxi‑Dienstes. Das Ziel ist ambitioniert: Bis Ende 2026 will Waymo in den USA über eine Million bezahlte Fahrten pro Woche anbieten. Dafür sind Starts in 20 neuen Städten geplant.
Doch der Expansionskurs erlitt einen deutlichen Dämpfer. Die Gouverneurin des Bundesstaates New York, Kathy Hochul, stoppte einen Gesetzesvorschlag, der Robotaxi‑Dienste in Städten außerhalb von New York City erlaubt hätte. Der Widerstand kam vor allem von Taxi‑ und Fahrdienst‑Gewerkschaften, die Jobverluste und Sicherheitsbedenken anführten. Die Entscheidung zeigt: Die größte Hürde für die Branche ist oft nicht die Technik, sondern die Politik.
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London wird zum globalen Testfeld für Europa
Das Rennen um die Vorherrschaft wird zunehmend international. In London beginnen im Frühjahr staatlich unterstützte Robotaxi‑Tests. Das britische Startup Wayve Technologies führte bereits erste Probefahrten im komplexen Stadtverkehr durch. An den Tests wollen sich auch internationale Schwergewichte wie Waymo und der chinesische Tech‑Riese Baidu beteiligen. Waymo plant, seinen Passagierdienst in London bereits im dritten Quartal 2026 zu starten.
Die Tests in der europäischen Metropole sind von strategischer Bedeutung. Londons verwinkelte, historische Straßennetze stellen eine völlig andere Herausforderung dar als die schachbrettartigen Straßen vieler amerikanischer Pionierstädte. Die Leistung der Systeme wird von Regulierern und Konkurrenten weltweit genau beobachtet – und könnte den Kurs für die Zulassung in ganz Europa vorgeben.
Zwei Strategien, ein Ziel: Die Wege von Tesla und Waymo
Die jüngsten Entwicklungen zeigen zwei grundverschiedene Wege zum selben Ziel. Tesla verfolgt einen vertikal integrierten Ansatz. Das Unternehmen entwickelt die Hardware (Cybercab) in Eigenregie und nutzt seine riesige Privatfahrzeugflotte als Datensammler für die Software. Der jüngste Wechsel zu einem Abo‑Modell für FSD in Märkten wie Australien unterstreicht den Fokus auf wiederkehrende Software‑Einnahmen.
Waymo hingegen konzentriert sich darauf, seinen Fahrdienst als skalierbares Geschäft auszubauen. Diese Strategie lebt von Partnerschaften und dem mühsamen, stadtweisen Ringen um regulatorische Genehmigungen. Der Rückschlag in New York macht deutlich, wie stark lokale Politik und Interessengruppen die Einführung dieser disruptiven Technologie beeinflussen können. Die größten Hindernisse sind oft nicht mehr technischer, sondern gesellschaftspolitischer Natur.
2026 wird zum Schicksalsjahr
Das verbleibende Jahr 2026 wird für die gesamte Branche entscheidend. Kann Tesla den „Cybercab“ wie geplant bis April in die Serienproduktion überführen? Wird es Waymo gelingen, trotz des New Yorker Rückschlags in anderen Städten Fuß zu fassen?
Die Londoner Pilotprojekte werden zum Lackmustest für die Alltagstauglichkeit der Systeme in einer dichten europäischen Hauptstadt. Der Fortschritt der Branche wird sich künftig weniger an gefahrenen Kilometern messen lassen, sondern daran, wie sicher und erfolgreich sich die Robotaxis in den städtischen Alltag integrieren. Dieser Prozess ist mindestens so sehr eine Frage der Regulierung und Akzeptanz wie der künstlichen Intelligenz.
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