Tesla startet Supercomputer-Projekt Dojo 3 neu
21.01.2026 - 20:33:12Tesla kehrt mit einem eigenen Supercomputer für KI-Training auf die Bühne zurück. Grund ist ein Durchbruch beim neuen KI-Chip AI5, wie CEO Elon Musk bestätigte.
Der Schritt markiert eine überraschende strategische Kehrtwende. Erst Ende 2025 hatte der Elektroauto-Pionier sein ambitioniertes Dojo-Projekt auf Eis gelegt und das Team aufgelöst. Jetzt treibt die erfolgreiche Entwicklung des AI5-Prozessors die Wiederbelebung voran. Ziel ist eine vollständig eigenentwickelte Recheninfrastruktur für das autonome Fahren und die Robotik.
Strategische Kehrtwende nach früheren Rückschlägen
Der Weg zum eigenen Supercomputer war für Tesla bisher steinig. Die ersten Versionen Dojo 1 und Dojo 2 konnten die Hardware etablierter Konkurrenten wie Nvidia nicht konsequent übertreffen. Die zweite, hybride Iteration wurde sogar als „evolutionäre Sackgasse“ bezeichnet und vor der Fertigstellung eingestellt. Die damalige Begründung: Es sei unpraktisch, Ressourcen auf zwei verschiedene Chip-Architekturen zu verteilen.
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Doch jetzt wagt Tesla den Neustart. Die Reifung des AI5-Designs, das Musk kürzlich als „in guter Verfassung“ beschrieb, macht den Unterschied. Das Unternehmen rekrutiert aktiv Ingenieure für Dojo 3 und verfolgt damit die Vision, die „meistproduzierten KI-Chips der Welt“ zu bauen.
KI-Chip AI5: Ein Herausforderer für die Marktführer?
Im Zentrum des Wiederauflebens steht der AI5-Chip. Tesla glaubt, dass dieser Prozessor mit der Spitzenhardware von Marktführern mithalten kann. Firmenvertreter deuten an, dass ein einzelner AI5-Chip eine Leistung vergleichbar mit Nvidias Hopper-Architektur bieten soll. Ein Dual-Setup soll sogar an die leistungsstarken Blackwell-Systeme heranreichen – bei deutlich geringerem Stromverbrauch. Diese Effizienz ist für den energieintensiven Betrieb großer KI-Trainingszentren entscheidend.
Der AI5 löst den aktuellen AI4-Prozessor (Hardware 4) ab und soll sowohl Fahrzeugsysteme als auch Rechenzentren antreiben. Für die Produktion kooperiert Tesla mit mehreren Halbleiterherstellern. Berichten zufolge wird Samsung eine Version im 2-Nanometer-Verfahren fertigen, während TSMC einen weiteren auf 3-Nanometer-Basis produzieren wird. Intel könnte zudem als Partner für das anspruchsvolle Verpacken der Chips mit seiner EMIB-Technologie hinzukommen.
Dojo 3: Eine neue Ära der vertikalen Integration
Dojo 3 ist Teslas bislang ambitioniertester Vorstoß, ein eigenständiges KI-Trainings-Ökosystem zu schaffen. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern wird dieser Supercomputer der dritten Generation erstmals ausschließlich mit Teslas eigener Hardware betrieben – beginnend mit dem AI5 und später mit den geplanten Nachfolgern AI6 und AI7.
Diese vollständige vertikale Integration soll einen Wettbewerbsvorteil beim Training der komplexen neuronalen Netze verschaffen, die Teslas „Full Self-Driving“-System (FSD), den humanoiden Optimus-Roboter und andere KI-Produkte antreiben. Musk deutete sogar weitreichendere Ambitionen an: Die AI7-Chip- und Dojo-3-Architektur könnten eines Tages „raumgestützte KI-Berechnungen“ ermöglichen – ein Konzept, das die Energie- und Kühlvorteile von Rechenzentren im Orbit nutzen würde.
Wettbewerbsdruck und ehrgeizige Roadmap
Mit der Wiederbelebung von Dojo stellt Tesla die aktuelle KI-Hardware-Landschaft, die von Nvidia dominiert wird, direkt in Frage. Ein erfolgreicher Dojo-3-Einsatz könnte die Abhängigkeit von Drittanbietern für immense Rechenleistung verringern, langfristig Milliarden sparen und eine mächtige, proprietäre Plattform schaffen.
Tesla zeigt sich ehrgeizig: Musk kündigte einen aggressiven neuen Fahrplan mit einem Neun-Monats-Designzyklus für künftige KI-Chips an – ein atemberaubendes Tempo für die Halbleiterbranche. Während das AI5-Design finalisiert wird, befindet sich der AI6-Chip bereits in früher Entwicklung. Die Branche wird genau beobachten, ob Tesla diesen Zeitplan einhalten kann. Die Leistung des AI5 und der Erfolg von Dojo 3 werden zeigen, ob das Unternehmen nicht nur in der Elektromobilität, sondern auch in der Welt der künstlichen Intelligenz eine dominante Kraft werden kann.
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