Tesla schaltet Basis-Autopilot ab – und zwingt Kunden zum Abo
24.01.2026 - 06:30:12Tesla stellt den kostenlosen Basis-Autopilot ein und verlagert Schlüsselfunktionen in ein teures Monatsabo. Der Schritt markiert eine radikale Wende in der Vermarktung von Fahrassistenzsystemen und könnte Kunden vergraulen.
Ab sofort erhalten Käufer eines neuen Model 3 oder Model Y in Nordamerika nur noch den adaptiven Tempomaten (Traffic-Aware Cruise Control) serienmäßig. Die zentrale Funktion Autosteer, die automatisch in der Spur hält, ist jetzt hinter einer Paywall verschlossen. Sie ist nur noch über das Premium-Paket Full Self-Driving (FSD) Supervised für 99 US-Dollar monatlich erhältlich. Für viele Kunden bedeutet das: Ein Auto der Premiummarke Tesla bietet weniger Standard-Assistenz als ein günstigerer Konkurrent.
Die Entfernung von Autosteer aus der Grundausstattung ist Teil einer aggressiven Abo-Offensive. Ab dem 14. Februar 2026 will Tesla zudem die Möglichkeit streichen, das FSD-Paket einmalig für 8.000 US-Dollar zu kaufen. Der monatliche Abo-Beitrag wird dann der einzige Weg zu Teslas fortschrittlichster Fahrassistenz.
Hinter der Strategie steckt eine klare Rechnung: Die Akzeptanzrate für das teure FSD-Paket soll gesteigert werden. Indem Tesla die „gut genug“-Mittelklasse-Lösung des Basis-Autopiloten abschafft, erhöht es den Druck auf Kunden, zum Abonnement zu greifen. Das schafft eine vorhersehbare, hochprofitale Einnahmequelle aus Millionen Fahrzeugen. Bestandskunden, die bereits den Basis-Autopiloten besitzen, bleiben von der Änderung verschont.
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Sicherheitsfeature als Abo-Falle? Tesla unter Druck
Die Entscheidung, ein zentrales Sicherheits- und Komfortfeature wie die Spurhaltehilfe kostenpflichtig zu machen, ist ein Bruch mit Teslas bisheriger Linie. Das Unternehmen hat stets die überlegene Sicherheit seiner Fahrzeuge mit aktivierten Assistenzsystemen beworben. Jetzt bietet Tesla in der Basis weniger Assistenz als viele Wettbewerber – von Volkswagen bis Hyundai.
Der Schritt fällt in eine Phase erhöhten Wettbewerbs- und Regulierungsdrucks. Behörden wie das kalifornische Verkehrsministerium kritisieren seit langem den irreführenden Namen „Autopilot“. Durch die Abschaffung dieser Bezeichnung und die Verlagerung der Funktionen in das explizit als „überwacht“ gekennzeichnete FSD-Paket reagiert Tesla möglicherweise auf diese Kritik.
Verwirrte Kunden, skeptische Branche
Die Reaktionen in der E-Auto-Community sind scharf. Viele potenzielle Käufer und Analysten zeigen sich verwirrt. Warum schaltet ein Technologievorreiter wie Tesla ein inzwischen branchenübliches Feature ab und macht seine Neuwagen damit weniger fähig?
Teslas Wette ist klar: Das Unternehmen setzt darauf, dass der Wunsch nach dem Komfort von Autosteer stark genug ist, um einen Großteil der Neukunden zum Abo zu bewegen. Es vertraut auf seine Markenloyalität und die Wahrnehmung seines Ökosystems als überlegen. Ob diese Rechnung aufgeht, ist jedoch fraglich. Könnte die neue Paywall Kunden stattdessen zu Konkurrenten treiben, die mehr Features standardmäßig anbieten?
Die Zukunft: Ein teurerer Weg zum autonomen Fahren
Der Zugang zu Teslas Spitzentechnologie wird künftig nicht nur abhängig, sondern auch teurer. CEO Elon Musk hat bereits signalisiert, dass der monatliche Preis von 99 US-Dollar nicht in Stein gemeißelt ist. Mit jeder Verbesserung der Software soll er steigen. Das langfristige Ziel bleibt die Einführung eines „unüberwachten“ FSD – ein Quantensprung, der einen deutlich höheren Preis rechtfertigen soll.
Die Branche beobachtet gespannt, wie der Markt auf den vollständigen Übergang zum Abo-Modell am 14. Februar reagieren wird. Teslas neuer Kurs ist ein gewagtes Spiel mit der Kundenzufriedenheit. Er könnte den erhofften Einnahmestrom ankurbeln – oder Fahrer in die Arme der Konkurrenz treiben.
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