Tesla-Robotaxis, Austin

Tesla-Robotaxis in Austin: Vierfach höhere Unfallrate als menschliche Fahrer

21.02.2026 - 04:52:12 | boerse-global.de

Teslas autonome Taxis in Texas verunglücken viermal häufiger als Fahrzeuge mit Lenkern. Die Daten aus dem Testbetrieb werfen Sicherheitsfragen auf und könnten strengere Regulierungen nach sich ziehen.

Teslas autonomes Taxi-Projekt in Texas gerät unter Druck. Neue Daten zeigen, dass die Robotaxi-Flotte in Austin etwa viermal häufiger verunglückt als Fahrzeuge mit menschlichen Lenkern. Seit dem Start im Juni 2025 verzeichnete der Dienst bereits 14 gemeldete Vorfälle – fünf davon allein im Dezember 2025 und Januar 2026. Diese Zahlen werfen ernste Fragen zur Sicherheitsreife des Systems auf, das eigentlich eine sicherere Alternative zum Menschen bieten sollte.

Deutliche Sicherheitslücke im Testbetrieb

Die 14 Vorfälle verteilen sich auf geschätzte 1,3 Millionen Kilometer (800.000 Meilen), die die aus Model Y bestehende Flotte in Austin zurückgelegt hat. Das entspricht einem Unfall alle etwa 92.000 Kilometer. Zum Vergleich: Laut Teslas eigenem Sicherheitsbericht kommt ein durchschnittlicher US-Fahrer nur alle 369.000 Kilometer in einen leichten Unfall. Die überwachten Robotaxis verunglücken also deutlich häufiger.

Bei den fünf neu gemeldeten Vorfällen handelte es sich zwar um leichte, langsame Kollisionen – darunter ein Aufprall auf ein festes Objekt mit 27 km/h oder ein Zusammenstoß mit einem Lkw bei 6 km/h. Besorgniserregend ist jedoch das Muster: Mehrere Unfälle ereigneten sich mit stationären Hindernissen wie Pfählen oder Bäumen beim Rückwärtsfahren. Alle Fahrten fanden zudem mit einem menschlichen Sicherheitsfahrer statt, der möglicherweise Schlimmeres verhinderte.

Mangelnde Transparenz schürt Misstrauen

Die Sicherheitsbedenken werden durch intransparente Meldepraktiken verstärkt. Im Gegensatz zu Konkurrenten wie Waymo oder Zoox schwärzt Tesla in der NHTSA-Datenbank die Unfallbeschreibungen mit Verweis auf „geschäftliche Vertraulichkeit“. Eine unabhängige Bewertung der Schuldfrage ist so kaum möglich.

Hinzu kommt eine nachträgliche Korrektur: Ein ursprünglich als „nur Sachschaden“ gemeldeter Vorfall vom Juli 2025 wurde stillschweigend auf „Leichtverletzung mit Krankenhausaufenthalt“ geändert. Diese Revision nährt Kritik an der Zuverlässigkeit von Teslas Sicherheitskommunikation.

Widersprüchliches Gesamtbild: FSD vs. Robotaxi

Während die Austin-Daten düster ausfallen, präsentiert Tesla für sein breiteres Full Self-Driving (FSD)-System ein anderes Bild. Fahrzeuge mit FSD Supervised haben in Nordamerika über 13,2 Milliarden Kilometer (8,2 Mrd. Meilen) zurückgelegt. Dort komme es nur alle 8,5 Millionen Kilometer zu einem schweren Unfall – deutlich seltener als beim manuellen Fahren, so das Unternehmen.

Hier klafft eine große Lücke zwischen der Performance der allgemeinen FSD-Nutzer und dem konzentrierten Robotaxi-Einsatz. Das FSD-System sammelt rasant Daten, aktuell über 32 Millionen Kilometer pro Tag. Doch genau dieser intensive Testbetrieb in Austin, die Keimzelle für ein künftiges autonomes Fahrdienstnetz, offenbart Schwachstellen.

Reaktionen und regulatorische Folgen

Die widersprüchlichen Daten verunsichern auch Investoren. „Das FSD-System scheint sich nicht zu verbessern“, kommentierte Investor Ross Gerber kürzlich und forderte mögliche Hardware-Anpassungen am kamera-basierten System. Seine Äußerungen folgten auf Berichte über fehlerhaftes FSD-Verhalten, etwa einem Fahrzeug, das versehentlich auf eine Bootsrampe zusteuern wollte.

Die steigende Unfallzahl im öffentlichen Testbetrieb könnte nun verschärfte regulatorische Prüfungen durch die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA nach sich ziehen. Für den Erfolg eines autonomen Fahrdienstes ist öffentliches Vertrauen entscheidend. Die anhaltenden Sicherheitsfragen und die mangelnde Transparenz in Austin könnten dieses Vertrauen beschädigen – selbst angesichts der milliardenkilometerlangen FSD-Erfahrung.

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Der Weg zur vollständigen Autonomie ist für Tesla holpriger als erhofft.

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