Tesla, Cybercab

Tesla Cybercab: Erster Roboter-Taxi-Prototyp rollt vom Band

23.02.2026 - 03:34:11 | boerse-global.de

Tesla hat den ersten seriennahen Cybercab-Prototyp produziert und peilt einen Verkaufspreis unter 30.000 Euro an. Die Serienfertigung des autonomen Zweisitzers soll im April 2026 starten.

Tesla hat den ersten seriennahen Cybercab-Prototyp in seiner Gigafactory Texas produziert. Das markiert einen entscheidenden Schritt im milliardenschweren Rennen um das autonome Fahren.

Der radikale Zweisitzer ohne Lenkrad und Pedale soll ab April 2026 in die Serienfertigung gehen. Tesla-Chef Elon Musk bekräftigte zudem das ehrgeizige Preisziel: Eine Version für Privatkunden soll unter 30.000 Euro kosten und bis 2027 auf den Markt kommen. Sollte das gelingen, könnte Tesla nicht nur die Autoindustrie, sondern den gesamten urbanen Personentransport auf den Kopf stellen.

Ein Fahrzeug, das alles anders macht

Das Cybercab ist kein Auto im herkömmlichen Sinn. Es wurde von Grund auf als reines Robotaxi konzipiert. Die markanten Scherentüren öffnen nach oben, im Innenraum dominiert ein großer 20,5-Zoll-Bildschirm. Der Fokus liegt ganz auf dem Passagier-Erlebnis – arbeiten oder entspannen während der Fahrt.

Dieser Ansatz unterscheidet das Cybercab fundamental von Teslas bisherigen Robotaxi-Versuchen. In Austin betreibt das Unternehmen bereits einen Dienst mit umgerüsteten Model Y. Diese Fahrzeuge haben aber noch immer ein Lenkrad und fahren oft mit menschlicher Sicherheitsaufsicht. Das Cybercab verzichtet bewusst auf jede manuelle Steuerung. Ein kühner Schritt, der Teslas Vertrauen in die eigene Autopilot-Software unterstreicht – und gleichzeitig die größte Hürde darstellt.

Der Plan: Billig produzieren, billig verkaufen

Die Wirtschaftlichkeit ist der Schlüssel zu Musks Vision. Der Preis von unter 30.000 Euro soll den autonomen Transport für die breite Masse erschwinglich machen. Die Produktion soll nach einem anfangs langsamen Start eine extrem steile Wachstumskurve („S-Kurve“) beschreiben und schließlich ein nie dagewesenes Volumen erreichen.

Technisch setzt Tesla auf eine 35-kWh-Batterie, die eine Reichweite von etwa 320 Kilometern ermöglichen soll. Besonders für den Taxi-Betrieb interessant: Das Fahrzeug soll induktives Laden unterstützen. Das bedeutet, es könnte sich an speziellen Stationen kabellos aufladen – ein großer Vorteil für die Flottenlogistik.

Die große Frage: Ist die Technik reif?

Alles steht und fällt mit der Zuverlässigkeit der künstlichen Intelligenz. Das Cybercab soll zunächst mit der aktuellen Hardware-Generation AI4 starten, da der Nachfolger AI5 Verzögerungen hat. Das nährt Skepsis. Kann die Software ein Fahrzeug sicher durch den Stadtverkehr lotsen, ohne dass ein Mensch eingreifen kann?

Kritische Berichte über den bestehenden Robotaxi-Dienst in Austin schüren Zweifel. Analysen deuten auf eine deutlich höhere Unfallrate im Vergleich zu menschlichen Fahrern hin. Zwar hat Tesla mit seinen Millionen Fahrzeugen bereits Abermilliarden Kilometer an Trainingsdaten gesammelt. Doch die letzten, kniffligsten Prozentpunkte der Autonomie – die sogenannten „Edge Cases“ – zu meistern, gilt als enorm schwierig. Selbst Musk räumt ein, dass noch gewaltige Datenmengen nötig sind, um sicheres, vollautonomes Fahren zu erreichen.

Tesla setzt alles auf eine Karte

Mit dem Fokus auf das Cybercab priorisiert Tesla die Autonomie klar vor der Entwicklung eines konventionellen Billig-E-Autos. Die Strategie: Kunden sollen nicht nur ein günstiges Elektroauto kaufen, sondern eine Einnahmequelle. Ein Fahrzeug, das als Robotaxi eigenständig Geld verdient.

Damit tritt Tesla in direkte Konkurrenz zu etablierten Playern wie Waymo, das in mehreren US-Städten bereits fahrerlose Taxis betreibt. Der Weg zur Straßenzulassung in Europa und den USA ist jedoch noch lang. Regulierungsbehörden müssen ein Fahrzeug ohne Lenkrad erst für den öffentlichen Verkehr freigeben.

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Doch mit dem ersten physischen Prototypen ist die Zukunftsvision greifbar geworden. Ab April 2026 wird sich zeigen, ob Tesla die doppelte Herausforderung aus Hochskalierung der Produktion und Bewältigung der regulatorischen Hürden meistern kann. Der Startschuss für das nächste große Rennen im Verkehr ist gefallen.

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