Tesla, Aktie

Tesla Aktie: Europa-Offensive sorgt für Aufsehen

27.02.2026 - 22:42:21 | boerse-global.de

Teslas Robotaxi-Flotte in den USA verzeichnet hohe Unfallraten, während in Europa die Produktion geplant ist und sich der Konflikt im Werk Grünheide vor der Betriebsratswahl zuspitzt.

Elon Musk hat große Pläne für Europa – doch während der Tesla-Chef von Robotaxis und vollautonomen Fahrzeugen schwärmt, wirft ein Blick auf die Zahlen aus den USA ernüchternde Fragen auf. Gleichzeitig brodelt es im Werk Grünheide kurz vor der entscheidenden Betriebsratswahl.

Robotaxis mit fragwürdiger Bilanz

Die Robotaxi-Flotte in Austin verzeichnet seit dem Start im Juni 2025 bereits 14 Unfälle, die an die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA gemeldet wurden. Allein zwischen Dezember 2025 und Januar 2026 kamen fünf neue Vorfälle hinzu – darunter Kollisionen mit festen Objekten und einem Stadtbus. Besonders brisant: Ein Unfall wurde nachträglich als Vorfall mit Krankenhausaufenthalt eingestuft, ohne dass Tesla dies öffentlich kommuniziert hatte.

Die Rechnung fällt ernüchternd aus. Bei rund 800.000 bezahlten Fahrmeilen ergibt sich eine Unfallrate von einem Vorfall alle 57.000 Meilen. Zum Vergleich: Teslas eigene Daten geben an, dass durchschnittliche US-Fahrer alle 229.000 Meilen in einen kleineren Unfall verwickelt sind. Die Robotaxis liegen damit bei einer etwa viermal höheren Unfallrate – und das trotz geschulter Sicherheitsfahrer auf dem Beifahrersitz, die jederzeit hätten eingreifen können.

Ende Januar 2026 begann Tesla dennoch mit Fahrten ohne Sicherheitsbegleitung. Musk kündigte nun in einem Video-Interview auf X an, das vollautonome Fahrsystem auch in Europa einzuführen. Die Zulassung in den Niederlanden soll ihm zufolge am 20. März 2026 erfolgen. Er glaubt, dass es noch in diesem Jahr technisch möglich sein wird, in einem Tesla einzuschlafen und am Zielort wieder aufzuwachen.

Widersprüche in Kalifornien

In Kalifornien gerät Tesla parallel unter regulatorischen Druck. In einer am 13. Februar 2026 eingereichten Stellungnahme bei der California Public Utilities Commission räumt das Unternehmen ein, dass der Dienst in der San Francisco Bay Area nach wie vor auf menschliche Fahrer im Fahrzeug sowie ferngesteuerte Assistenzoperatoren angewiesen ist. Das System arbeitet dort mit FSD (Supervised), einem Level-2-Fahrerassistenzsystem, das per Definition ständige menschliche Überwachung erfordert.

Gleichzeitig argumentiert Tesla, seine Level-2-Fahrzeuge sollten nicht unter die kalifornischen Regeln für autonome Fahrzeuge fallen. Das Unternehmen wehrt sich zudem gegen einen Vorschlag von Alphabets Waymo, der es Level-2-Diensten untersagen würde, Begriffe wie "driverless" oder "robotaxi" in der Vermarktung zu verwenden. Der Widerspruch ist offensichtlich: Gegenüber Behörden erklärt Tesla, die Fahrzeuge seien nicht autonom und erforderten menschliche Fahrer – gegenüber Kunden und Investoren vermarktet man den Dienst als "Robotaxi".

Während Tesla in Austin über etwa 42 aktive Robotaxis mit einer Verfügbarkeit von unter 20 Prozent während der Betriebszeiten verfügt, baut Waymo seinen Vorsprung aus. Der Alphabet-Ableger bietet nach eigenen Angaben bereits mehr als 450.000 vollständig fahrerlose Fahrten pro Woche an und expandierte am 24. Februar 2026 in vier weitere US-Städte – insgesamt nun zehn Metropolregionen.

Europa-Pläne nehmen Gestalt an

Für Europa kündigte Musk die Produktion des Robotaxi-Fahrzeugs Cybercab ohne Lenkrad und Pedale an, die noch in diesem Jahr beginnen soll. Auch der humanoide Roboter Optimus soll 2026 in Produktion gehen und bis Ende 2027 der Öffentlichkeit zum Verkauf angeboten werden. "Wenn alles gut läuft, werden wir den Cybercab und den Optimus voraussichtlich auch in Europa produzieren", so Musk. Der schwere Lkw Tesla Semi soll ebenfalls in Europa gefertigt werden. Parallel dazu hat Tesla seine Karte mit über 60 neuen Megacharger-Standorten für den Semi in 15 US-Bundesstaaten aktualisiert.

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Konflikt im Werk Grünheide spitzt sich zu

Wenige Tage vor der Betriebsratswahl am 4. März 2026 im Tesla-Werk in Brandenburg warnt die IG Metall vor indirekten Drohungen der Werksleitung. In einem firmeninternen Video-Interview deutete Musk an, der Ausbau der Gigafactory könnte gestoppt werden, wenn die IG Metall die Wahl gewinnt. "Die Dinge werden sicherlich schwieriger, wenn es sozusagen externe Organisationen gibt, die Tesla in die falsche Richtung drängen", zitierte das Handelsblatt den Tesla-Chef.

Werksleiter André Thierig hatte Mitte Februar erklärt, er könne sich nicht vorstellen, dass die Entscheidungsträger in den USA den Ausbau der Fabrik vorantreiben, wenn die Wahl mehrheitlich Richtung IG Metall ausfällt. Bei der letzten Betriebsratswahl 2024 stellte die IG Metall zwar die größte Gruppe, die Sitzmehrheit ging jedoch an nicht gewerkschaftlich organisierte Vertreter.

Im Streit über eine Tonaufnahme einer Betriebsratssitzung vom 10. Februar 2026 schlossen Tesla und IG Metall vor dem Arbeitsgericht Frankfurt (Oder) einen Vergleich. Beide Seiten verpflichten sich darin, bestimmte Vorwürfe und Behauptungen bis zum Abschluss der Betriebsratswahlen nicht zu wiederholen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt sowohl gegen einen Gewerkschaftssekretär der IG Metall wegen heimlicher Aufnahme der Sitzung als auch gegen Werksleiter Thierig wegen übler Nachrede.

Bewertungsfrage bleibt virulent

Die Robotaxi-Problematik hat unmittelbare Relevanz für die Aktienbewertung. Bei einem schwächelnden Kerngeschäft im Elektrofahrzeugbereich, das 2025 Umsatzrückgänge und sinkende operative Margen verzeichnete, ruht ein erheblicher Teil der Bewertung auf den Robotaxi- und Robotik-Ambitionen. Der entscheidende Nachweis steht jedoch noch aus: dass Tesla über ein Fahrsystem verfügt, das sicher und zuverlässig genug ist, um ohne menschliche Aufsicht im großen Maßstab zu operieren.

Die Tesla-Aktie notierte im vorbörslichen US-Handel am Donnerstag bei 406,50 Dollar, was einem Minus von 0,49 Prozent entspricht. Im weiteren Handelsverlauf rutschte der Titel zeitweise um 2,58 Prozent auf 406,64 Dollar ab.

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