Telekom, Nvidia

Telekom und Nvidia eröffnen milliardenschwere „AI Factory“ in München

04.02.2026 - 11:30:12

Die erste souveräne Industrie-KI-Cloud in München erhöht Deutschlands KI-Rechenkraft um fast 50 Prozent und bietet Unternehmen Hochleistung unter EU-Datenschutz.

Deutsche Telekom und Nvidia haben Europas erste souveräne Industrie-KI-Cloud in Betrieb genommen. Die Investition von einer Milliarde Euro soll Deutschlands Führungsposition in der industriellen Automatisierung sichern.

Die als „AI Factory“ bezeichnete Anlage in München ist das Herzstück der Initiative „Made for Germany“. Sie bietet Unternehmen Hochleistungsrechenkapazitäten unter strikter Einhaltung europäischer Datenschutzgesetze. Ausgestattet mit rund 10.000 modernen Blackwell-GPUs von Nvidia, bringt die Fabrik eine Rechenleistung von geschätzt 0,5 ExaFLOPS. Das erhöht Deutschlands gesamte KI-Rechenkapazität um fast 50 Prozent.

„Wir machen KI zu einem greifbaren Industrievermögen“, sagte Telekom-Chef Tim Höttges bei der Eröffnung in Berlin. Die Fabrik sei keine bloße Serverhalle, sondern eine Produktionsstätte für Intelligenz – gebaut nach dem Vorbild der deutschen Präzisionsindustrie. Das retrofittete Rechenzentrum setzt auf Flüssigkühlung und erneuerbare Energien, um den enormen Strombedarf moderner Generativer KI und Robotik-Simulationen zu decken.

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Digitale Souveränität mit dem „Deutschland-Stack“

Ein zentrales Versprechen ist die digitale Souveränität. Sensible Unternehmensdaten müssen die EU nicht verlassen, um KI-Modelle zu trainieren. Dies ermöglicht der sogenannte „Deutschland-Stack“, eine Plattform, die SAPs Business Technology Platform mit der Nvidia-Infrastruktur verbindet.

„Das ist eine moderne Fabrik, die digitale Intelligenz produziert“, betonte Nvidia-CEO Jensen Huang. Sie sei essenziell für die nächste Welle der Automation, in der jede physische Fabrik eine KI-Fabrik als digitalen Zwilling erhält. Für Branchen wie Automotive, Gesundheitswesen und öffentliche Verwaltung, die besonders datensensibel sind, könnte dies der entscheidende Durchbruch für Cloud-Migrationen sein.

Treiber für Robotik und Industrie 4.0

Bereits jetzt nutzen erste Großkunden die Kapazitäten. Zu den Partnern zählen Siemens, der Münchner Robotik-Spezialist Agile Robots und die KI-Suchfirma Perplexity.

Agile Robots trainiert dort Steuerungsmodelle für Roboterflotten, um deren Anpassungsfähigkeit in dynamischen Produktionsumgebungen zu erhöhen. Siemens will seine Industriellen Metaverse-Anwendungen skalieren und Produktionslinien detaillierter simulieren. Die geringe Latenz und hohe Durchsatzrate der Cloud sind dafür entscheidend.

Die Eröffnung fällt mit dem Rollout von Telekoms T Cloud Public-Diensten zusammen. Der Konzern positioniert sein Angebot damit als europäische Alternative zu US-amerikanischen Hyperscalern.

Marktimpuls und europäische Ambitionen

Die milliardenschwere Investition markiert eine strategische Wende für europäische Telekom-Anbieter: Vom reinen Konnektivitäts- zum Grundversorger in der KI-Wertschöpfungskette. Mit 10.000 Blackwell-GPUs gehört der Münchner Cluster zu den leistungsstärksten in Europa.

Doch kann die Hardware allein den Erfolg garantieren? Entscheidend wird die Software-Ökosphäre und die Frage sein, wie gut sich traditionelle deutsche Industrien integrieren lassen. Die Partnerschaft mit SAP zielt genau darauf ab – sie nutzt dessen tiefe Verankerung in der Unternehmenslandschaft, um die Akzeptanz zu steigern.

Der volle kommerzielle Betrieb startet noch diese Woche. Es ist nur die erste Phase: Die Partner planen, das Ökosystem um weitere europäische Softwareanbieter zu erweitern. Das „AI Factory“-Modell könnte auch in anderen EU-Märkten Schule machen und ein föderiertes Netz souveräner KI-Clouds entstehen lassen.

Die Industrie wird nun genau beobachten, ob die „Made for Germany“-KI ihr Versprechen auf Leistung und Sicherheit einlösen kann. Gelingt es, wird sie zum Motor der nächsten industriellen Revolution in Europa.

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