Telegram-Pirat, Haftstrafe

Telegram-Pirat zu Haftstrafe und 100.000 Euro Schadenersatz verurteilt

03.02.2026 - 19:22:12

Ein spanisches Gericht hat den Betreiber eines illegalen Streaming-Netzwerks auf Telegram zu Haft und einer hohen Schadensersatzzahlung an Telefónica verurteilt. Das Urteil markiert einen Präzedenzfall im Kampf gegen digitale Piraterie.

Ein spanisches Gericht hat den Betreiber eines illegalen Streaming-Netzwerks auf Telegram verurteilt. Das Urteil mit Haftstrafe und hoher Schadenszahlung an Telefónica setzt ein deutliches Zeichen im Kampf gegen digitale Inhalte-Piraterie.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte unter Pseudonymen wie „El ingeniero verde“ private Telegram-Kanäle betrieb. Über diese bot er gegen eine jährliche Gebühr von 80 Euro illegalen Zugang zum gesamten Content-Angebot von Movistar Plus an – inklusive Live-Übertragungen der La Liga. Der Telefónica-Tochter entgingen so erhebliche Einnahmen. Die Ermittler konnten Zahlungen der Abonnenten über den Mobilbezahldienst Bizum nachverfolgen.

Harte Strafe bei Verstoß gegen Auflagen

Das Urteil fällt hart aus: Der Pirat muss für zwei Jahre ins Gefängnis. Zusätzlich verhängte das Gericht eine Geldstrafe von 6 Euro täglich über 15 Monate. Die Kernforderung ist jedoch eine Schadensersatzzahlung von 100.000 Euro an Telefónica de España.

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Die Vollstreckung einer bereits vorliegenden, vierjährigen Bewährungsstrafe hängt nun an der Erfüllung strikter Auflagen. Der Verurteilte muss 24 Monate straffrei bleiben, 198 Tage gemeinnützige Arbeit leisten und die finanziellen Lasten tragen. Ein Anfangszahlung von 20.000 Euro ist bis zum 22. Februar fällig, der Rest in monatlichen Raten von 3.333 Euro. Bei einem Verstoß gegen diese Bedingungen wird die Bewährungsstrafe sofort vollstreckt. Die Staatsanwaltschaft und die Verteidigung haben das Urteil akzeptiert.

Geschäftsmodell: Piraterie als Abo-Dienst

Der Fall gewährt Einblick in das moderne Geschäftsmodell der Inhalte-Piraterie. Der Betreiber nutzte die vermeintliche Anonymität und Verschlüsselung von Telegram, um einen kommerziellen Abo-Dienst zu vermarkten. Unter Verwendung des Markenlogos von Telefónica warb er für ein „Movistar+ Complete+ Worldwide TV“-Paket. Zahlende „Kunden“ erhielten dann Einladungslinks zu den privaten Kanälen.

Diese Vorgehensweise stellt Rechteinhaber vor neue Herausforderungen. Im Gegensatz zu klassischen Piraten-Webseiten sind solche Kanäle in Messengern schwerer zu verfolgen und zu blockieren. Das Urteil zeigt, dass die Justiz bereit ist, auch individuelle Betreiber in diesen Ökosystemen zur Rechenschaft zu ziehen.

Spanien verschärft den Kampf gegen Piraterie

Das Urteil ist der jüngste Erfolg in einer Reihe verschärfter Maßnahmen gegen digitale Piraterie in Spanien. Medienunternehmen und die La Liga führen seit Jahren einen Rechtskampf gegen illegale Streams. Erst im Januar verhängte ein Gericht in Málaga Haftstrafen von bis zu drei Jahren gegen die Betreiber der Piraten-Webseite „Servicio-IPTV“. Auch hier war Movistar+ unter den Klägern.

Bereits im März 2024 hatte ein Richter angeordnet, Telegram vorübergehend landesweit zu blockieren, weil die Plattform Anfragen zu Urheberrechtsverletzungen nicht beantwortet hatte. Die Blockierung wurde zwar später ausgesetzt, demonstrierte aber den wachsenden Druck auf die Plattformen.

Analyse: Die Anonymität schwindet

Für Branchenbeobachter ist das Urteil ein Wendepunkt. Es beweist, dass Rechteinhaber und Strafverfolger zunehmend in der Lage sind, auch Einzelpersonen hinter der vermeintlichen Anonymität verschlüsselter Dienste zu identifizieren und zu belangen. Die Strategie verschiebt sich: Nicht nur Webseiten werden angegriffen, sondern gezielt die Personen, die die Piraten-Kanäle betreiben.

Dieser Präzedenzfall dürfte andere Content-Eigentümer ermutigen, ähnlich vorzugehen. Das Ziel ist klar: Das wirtschaftliche Risiko für Piraten soll so hoch werden, dass sich das Geschäft nicht mehr lohnt. Die spanische Regierung plant zudem Gesetze, die Plattform-Verantwortliche stärker für illegale Inhalte haftbar machen könnten. Der Kampf um geistiges Eigentum verlagert sich in die Messengergruppen – und die Justiz folgt.

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