Telefonica Aktie: Cashflow-Prognose steigt
Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 10:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Beim spanischen Telekomkonzern klaffen zwei Welten auseinander. Während Konzernumsatz und operativer Gewinn im zweiten Quartal zulegen und das Management sogar die Barmittelfluss-Prognose anhebt, versinkt die deutsche Tochter O2 in einem harten Sparprogramm. Die Börse honoriert trotzdem vor allem das Positive: Die Aktie legte zuletzt rund 0,5 Prozent zu.
Der Umsatz stieg im zweiten Quartal um 3,0 Prozent auf knapp 8,3 Milliarden Euro, das bereinigte Ebitda kletterte um 6,4 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro. Beide Werte lagen über den Erwartungen der Analysten. Unter dem Strich blieb im fortgeführten Geschäft mit 87 Millionen Euro dennoch deutlich weniger übrig als im Vorjahr, als noch 262 Millionen Euro standen. Verantwortlich dafür ist eine Rückstellung von 265 Millionen Euro für den Umbau des Deutschlandgeschäfts.
Barmittelfluss-Prognose steigt
Der freie Barmittelfluss brach im Quartal um fast 30 Prozent auf 611 Millionen Euro ein. Für das Gesamtjahr hält der Konzern trotzdem an seinem Ziel von rund drei Milliarden Euro fest. Beim bereinigten operativen Barmittelfluss nach Leasing zeigt sich das Management sogar zuversichtlicher als noch vor einigen Monaten: Statt eines Anstiegs um mehr als zwei Prozent erwartet Telefonica nun ein Plus von über drei Prozent.
O2 kämpft mit Kundenverlust und Jobabbau
In Deutschland setzt sich die Talfahrt fort. Der Umsatz von O2 sank im zweiten Quartal um 11 Prozent auf rund 1,8 Milliarden Euro, das Ebitda gab um 7,2 Prozent auf etwa 0,6 Milliarden Euro nach. Hauptursache ist der Verlust des Großkunden 1&1, der 2024 zu Vodafone wechselte und bis Ende 2025 rund zwölf Millionen Handykunden auf das Konkurrenznetz umgezogen hat.
Firmenchef Santiago Argelich Hesse reagiert mit einem harten Sparkurs. Noch in diesem Jahr sollen 1.100 Stellen wegfallen, etwa jeder sechste Job bei O2. Hinzu kommen Schließungen von 60 der 800 Shops. Immerhin: Die Zahl der Mobilfunk-Vertragskunden wuchs leicht auf rund 32 Millionen, während Vodafone im selben Zeitraum Kunden verlor.
Für das kommende Jahr ist bereits die zweite Sparphase geplant, dann sollen Callcenter und Vertrieb folgen. Ob der für 2027 versprochene Wachstumskurs bei Umsatz und Ergebnis gelingt, dürfte sich vor allem daran entscheiden, wie schnell sich der Kundenabfluss aus der 1&1-Migration stabilisiert.
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