Tele, Aktie

Tele Aktie: Neuer Chef, harter Markt

Veröffentlicht am: 16.07.2026 um 10:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Tele2 legt solide Quartalszahlen vor, doch der Preiskampf in Schweden belastet die Aktie. Der neue Chef setzt auf KI und Cloud-Partnerschaften.

Tele2 Aktie: Neuer CEO Högberg kämpft mit hartem Wettbewerb
Ein abstraktes Bild des Telekommunikationssektors mit komplexen Glasfaserkabeln und leuchtenden Datenströmen in kühlen Tönen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein Wechsel an der Spitze, solide Zahlen — und trotzdem ein Kursrutsch. Tele2 hat seinen ersten Quartalsbericht unter neuer Führung vorgelegt, und die Reaktion der Anleger zeigt: Zufriedenheit sieht anders aus. Die Aktie gab am Donnerstag rund 3,2 Prozent nach, obwohl der Konzern operativ genau das lieferte, was er versprochen hatte.

Im zweiten Quartal wuchs der Umsatz mit Endkundendiensten organisch um 2 Prozent auf 5,6 Milliarden Kronen, das bereinigte EBITDA legte um 4 Prozent zu. Der Gesamtumsatz kletterte auf 7,4 Milliarden Kronen. Unterm Strich blieb ein Gewinn von rund 1,2 Milliarden Kronen, je Aktie entspricht das 1,75 Kronen nach 1,72 Kronen im Vorjahresquartal.

Schwedischer Markt wird zur Baustelle

Der eigentliche Grund für die Kursreaktion liegt im Heimatmarkt. Seit die Konkurrenz von Telia ihre Billigmarke Halebop eingestellt hat, tobt im schwedischen No-Frills-Segment ein Preiskampf, den CEO Nicholas Högberg selbst als "fast wie Black Week, jeden Tag" beschrieb. Tele2 hält sich bewusst heraus — mit Folgen für die Wachstumsdynamik: Der Festnetzbreitband-Umsatz sank um 2 Prozent, und die Mobilfunk-Erlöse in Schweden legten nur noch moderat zu.

Positiver sieht es im Baltikum aus. Dort wuchs der Endkundenumsatz um 6 Prozent, das EBITDA sogar um 10 Prozent — getrieben von Preisanpassungen und dem Wechsel von Prepaid- zu Postpaid-Kunden. Das Geschäftskundensegment in Schweden legte ebenfalls um 4 Prozent zu, angetrieben vom IoT-Geschäft.

Högberg, seit dem 1. Juli offiziell im Amt, musste sich in der Analystenrunde direkt zur Nachfolgefrage äußern: Investoren wollten wissen, ob sein Vorgänger das Feld verlassen hat, weil das Kostensenkungspotenzial ausgereizt sei. Seine Antwort: Es gebe in der Branche "immer mehr zu tun", strikte Kostendisziplin bleibe die Priorität. Konkret verwies er auf den verstärkten Einsatz von KI und Automatisierung als nächsten Hebel.

Strategisch setzt der Konzern zudem auf eine neue Partnerschaft mit dem Cloud-Anbieter Scaleway, um in Schweden ein souveränes Cloud- und KI-Angebot aufzubauen — ergänzend zum Kerngeschäft, nicht als Ersatz, wie das Unternehmen betonte.

Bilanz bleibt solide, Ausblick unverändert

Die Nettoverschuldung sank auf 19,7 Milliarden Kronen, der Verschuldungsgrad liegt bei komfortablen 1,7 mal EBITDA. Der operative Cashflow blieb mit 1,5 Milliarden Kronen im Quartal stabil, auf Zwölfmonatssicht kamen 6,2 Milliarden Kronen zusammen.

Am Ausblick für das Gesamtjahr 2026 hält der Konzern fest: niedriges bis mittleres einstelliges Wachstum beim Endkundenumsatz, ähnliche Spanne beim EBITDA, Investitionsquote zwischen 10 und 11 Prozent vom Umsatz. Beim EBITDA zeigte sich das Management optimistisch, das untere Ende der Spanne zu vermeiden — die zweite Jahreshälfte bringt allerdings härtere Vergleichswerte und anhaltende Unsicherheit über die Konsumlaune der Kunden.

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