Teilzeitpension startet mit bundesweiter Infokampagne
14.01.2026 - 09:10:12Das Sozialministerium wirbt diese Woche in einer bundesweiten Kampagne für die neue Teilzeitpension. Das Modell soll älteren Beschäftigten einen gleitenden Übergang in den Ruhestand ermöglichen. Gleichzeitig will die Politik so das faktische Pensionsantrittsalter anheben.
Flexibler Ausstieg statt harter Schnitt
Die Teilzeitpension richtet sich an alle, die bereits einen Anspruch auf eine Alterspension haben – etwa Korridor- oder Schwerarbeitspension. Der Clou: Man reduziert die Arbeitszeit beim bisherigen Arbeitgeber um 25 bis 75 Prozent. Dafür ist eine schriftliche Vereinbarung nötig. Parallel zum anteiligen Gehalt fließt ein Teil der Pension. Und es wird weiter in die Pensionskasse eingezahlt, was die spätere Vollpension erhöht. Das Ministerium rechnet mit bis zu 10.000 Anträgen jährlich.
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So wird die Teilpension berechnet
Die Höhe der Auszahlung hängt direkt vom gewählten Arbeitspensum ab:
* 25-40% weniger arbeiten: 25% der vollen Pension
* Mehr als 40-60% weniger arbeiten: 50% der vollen Pension
* Mehr als 60-75% weniger arbeiten: 75% der vollen Pension
Für den bezogenen Teil gilt das Pensionskonto als “geschlossen”. Der Rest wächst durch die weitere Beschäftigung weiter. Auf die Teilpension fallen die üblichen Abschläge an, etwa 5,1 Prozent pro Jahr bei der Korridorpension.
Altersteilzeit wird zurückgedrängt
Mit dem neuen Modell wurde die klassische Altersteilzeit angepasst. Sie ist künftig nur noch möglich, solange kein Anspruch auf eine Teilpension besteht. Ihre maximale Dauer wird schrittweise von fünf auf drei Jahre verkürzt. Ein Start 2026 ermöglicht noch 4,5 Jahre; ab 2029 sind es nur noch drei. Ziel ist klar: Die Teilzeitpension soll das primäre Instrument für den gleitenden Übergang werden.
Kampf gegen Fachkräftemangel und hohe Kosten
Hinter der Reform stecken der demografische Wandel und knappe Kassen. Die Regierung will erfahrene Kräfte länger im Job halten, um den Fachkräftemangel zu mildern und das Pensionssystem zu entlasten. Die erwarteten Einsparungen sind beträchtlich: rund 198 Millionen Euro 2026 und etwa 405 Millionen Euro 2027. Bleibt die Frage: Sind die Unternehmen bereit, den Mitarbeitern diese Reduktion auch zu gewähren?


