Teensy-Mikrocontroller: SparkFun stoppt Lieferungen an Rivalen Adafruit
15.01.2026 - 07:32:12Ein Streit um Verhaltensregeln und Belästigungsvorwürfe erschüttert die Maker-Szene: SparkFun liefert keine Teensy-Boards mehr an Konkurrent Adafruit.
Die Elektronik-Bastlerszene steht unter Schock. Seit dem 15. Januar 2026 liefert SparkFun Electronics, der alleinige Hersteller der beliebten Teensy-Mikrocontroller, keine Boards mehr an seinen größten Konkurrenten Adafruit Industries. Als Grund nennt SparkFun Verstöße gegen den eigenen Verhaltenskodex. Adafruit widerspricht heftig und spricht von Rache – wegen gemeldeter Belästigungsvorwürfe gegen SparkFuns Gründer.
Zentralisierte Lieferkette wird zum Stolperstein
Der Konflikt hat tiefe Wurzeln. Im März 2025 übertrug PJRC, der ursprüngliche Entwickler der Teensy-Reihe, die exklusive Herstellung und den Vertrieb an SparkFun. Das Ziel: Stabile Lieferketten und mehr Raum für Software-Entwicklung. Die Kehrseite: SparkFun kontrolliert fortan, wer die leistungsstarken Entwicklungsboards verkaufen darf. Diese zentralisierte Macht entpuppt sich nun als Brandherd.
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Für die Community ist das ein schwerer Schlag. Viele Entwickler und Hobbyisten nutzten Adafruit als One-Stop-Shop, um Teensy-Boards bequem mit Sensoren oder Displays zu kombinieren. Diese Zeiten sind vorbei. Kunden müssen die Boards nun direkt bei SparkFun oder anderen autorisierten Händlern ordern – ein umständlicherer und teils teurerer Prozess.
Zwei völlig unterschiedliche Geschichten
Was ist wirklich passiert? Die Darstellungen könnten gegensätzlicher nicht sein.
- SparkFuns Version: In einer Stellungnahme spricht das Unternehmen von „erheblichen Verstößen“ gegen seinen Verhaltenskodex durch Adafruit. In einem Schreiben vom 8. Dezember 2025 an Adafruit listet CEO Glenn Samala angebliche Vorfälle auf: das Senden beleidigender Materialien an Mitarbeiter und die unangemessene Einbeziehung eines Kunden in eine private Angelegenheit.
- Adafruits Vorwurf: Hier heißt es: Rache. Managing Director Phillip Torrone behauptet, die Lieferstopp sei die Vergeltung dafür, dass er SparkFun-Gründer Nate Seidle wegen mutmaßlicher Belästigung gemeldet habe. Die Vorwürfe richten sich gegen Seidles Verhalten gegenüber Adafruit-Gründerin Limor Fried. Über Jahre hinweg soll die SparkFun-Führung ignoriert haben, dass sogenannte „Hass-Webseiten“ und manipulierte Bilder gegen Fried und Torrone erstellt und verbreitet wurden. „Sie wollen uns zum Schweigen bringen“, so der Tenor bei Adafruit.
Adafruits Antwort: Ein offener Gegenentwurf
Adafruit reagiert nicht nur mit Worten, sondern mit einer typischen Open-Source-Antwort: Eigenbau. Das Unternehmen kündigte die Entwicklung einer „Teensy-kompatiblen“ Alternative an. Unter dem Arbeitstitel „Freensy“ entsteht ein leistungsstarker Mikrocontroller, der nicht von einem einzigen Unternehmen kontrolliert wird.
Die ersten Spezifikationen, die in den PJRC-Foren gepostet wurden, versprechen viel: Ein RP2350 32-Bit Cortex M33 Dual-Core-Prozessor, 8 MB SPI-Flash, moderner USB-C-Anschluss und ein STEMMA QT I2C-Port für einfaches Anschließen von Peripheriegeräten. Das Ziel ist klar: Kunden eine unabhängige Option bieten und die Macht eines geschlossenen Einzelanbieters brechen.
Was bedeutet das für die Maker-Szene?
Der Streit reißt eine tiefe Kluft zwischen zwei Giganten der DIY-Elektronik auf. Es geht nicht mehr nur um Geschäftsrivalität, sondern um schwere persönliche Vorwürfe. Für die Community ist das ein giftiger Cocktail, der das Vertrauen in die Branchenführer beschädigen könnte.
Die Zukunft hat zwei Gesichter. Kurzfristig muss sich der Markt an die neue Vertriebsrealität für Teensy-Boards gewöhnen. Langfristig richtet sich der Blick auf das „Freensy“-Projekt. Gelingt Adafruit der Wurf, könnte ein neuer, offener Standard entstehen – geboren aus einem Konflikt, der eine jahrelange Geschäftsbeziehung für immer zerrissen hat.
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