Tech-Konzerne stoppen den KI-Feature-Spam
16.01.2026 - 19:25:12Die Tech-Branche wendet sich vom ungebremsten KI-Hype ab. Statt Nutzer mit halbgaren Funktionen zu überschwemmen, setzen Unternehmen jetzt auf wenige, wertvolle Kern-Tools. Auslöser sind ernüchternde Produktivitätsdaten und überforderte Anwender.
Ein aktueller Bericht des KI-Entwicklers Anthropic liefert die harten Fakten: Die Erfolgsrate von KI bei komplexen Aufgaben, die für Menschen über fünf Stunden dauern, liegt nur bei etwa 45 Prozent. Bei einfacheren Jobs sind es rund 60 Prozent. Diese Daten zwangen Anthropic, seine Wachstumsprognosen für die US-Wirtschaft durch KI praktisch zu halbieren.
Vom Wettrüsten zur Überforderung
Jahrelang glich die Software-Branche einem KI-Wettrüsten. Die Angst, den Anschluss zu verlieren, trieb Firmen dazu, generative KI in fast jedes Produkt zu stopfen. Das Ergebnis: kognitive Überlastung bei den Nutzern.
Eine Studie von EY belegt das Problem. Zwar investieren 95 Prozent der Unternehmen in KI, doch 53 Prozent der Mitarbeiter fühlen sich von den neuen Technologien überfordert. Die ständige Einarbeitung in unzuverlässige Tools fraß Produktivität auf, anstatt sie zu steigern.
Seit dem Inkrafttreten der EU‑KI‑Verordnung im August 2024 riskieren viele Unternehmen bei unvollständiger Umsetzung Bußgelder – die Anforderungen an Kennzeichnung, Risikoklassifizierung und Dokumentation sind umfangreich. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden fasst die Pflichten, Übergangsfristen und nötigen Nachweise kompakt zusammen und erklärt praxisnah, wie Sie Ihr KI‑System korrekt klassifizieren und dokumentieren. Ideal für Produktmanager und Entwickler, die KI‑Tools jetzt sicher und rechtskonform einsetzen wollen. Jetzt kostenlosen Umsetzungsleitfaden zur EU‑KI‑Verordnung herunterladen
Die neue Strategie: Fokus statt Flut
Als Reaktion auf die Frustration passen Tech-Giganten jetzt ihre Taktik an. Statt Dutzende KI-Funktionen zu verbreiten, setzen sie auf spezialisierte KI-Agenten für klare Probleme.
Ein Vorreiter ist Salesforce. Das Unternehmen stellte kürzlich seinen „AI Fluency Playbook“ vor. Mit „Agent Script“ können Firmen das Verhalten von KI deterministisch steuern – für vorhersagbare Ergebnisse. Der Ansatz wandelt die KI von einer undurchsichtigen „Black Box“ in ein transparentes Werkzeug.
Was bedeutet die Wende für Nutzer?
Die Ära, in der das Label „KI“ allein als Verkaufsargument reichte, ist vorbei. Künftig zählt nachweisbarer Mehrwert.
- Für Anwender bedeutet das: weniger verwirrende Buttons, mehr intelligente Software, die im Hintergrund proaktiv hilft.
- Für Unternehmen wird der KI-Erfolg an harten Kennzahlen gemessen: eingesparte Zeit, weniger Fehler, höhere Zufriedenheit.
Der Abschied vom Feature-Spam markiert keine Krise, sondern die Reifung des Marktes. Nach der Experimentierphase folgt jetzt die Ära der effizienten Integration.


