Tecan Fluent Automation Workstation - Labor-Workhorse für komplexe Assays
02.07.2026 - 23:06:39 | ad-hoc-news.deVerantwortlich: Nora Steinfeld, ad hoc news Fachredaktion Software & Services. Geprueft am 02.07.2026, 23:05 Uhr. Details im Impressum.
Die Tecan Fluent Automation Workstation steht im Labor wie ein leiser Kühlschrank, nur dass hier statt Milch mikroplateweise Assays über die Fläche gleiten. Die LEDs werfen ein kühles Licht auf die Pipettierköpfe, während Laborleiterin Dr. Anna Keller einen 384-Well-Run startet und auf dem Touchscreen die nächsten Probenreihen freigibt.
Fluent im Einsatz für Hochdurchsatz
Tecan Fluent Automation Workstation ist eine modulare Liquid-Handling-Plattform, die je nach Konfiguration bis zu 384 Proben pro Durchlauf automatisiert pipettieren kann und damit auf Screening- und Routine-Assays abzielt. Laut Hersteller deckt Fluent mit verschiedenen Deck-Layouts und Armen Anwendungen von Genomics über Drug Discovery bis hin zu klinischen Routinetests ab.
Auf der offiziellen Produktseite beschreibt Tecan die Fluent-Plattform als skalierbares System mit standardisierten Modulen für Pipettierung, Shaking, Inkubation und Reader-Integration, das sich in bestehende Labor-Workflows einfügt und durch Software-Assistenten die Assay-Erstellung erleichtert.
Software FluentControl als zentrales Steuerpult
Herzstück der Bedienung ist die Software FluentControl, mit der Anwender Schrittketten für komplexe Assays konfigurieren, Validierungsregeln hinterlegen und QC-Parameter vorgeben. Die grafische Oberfläche zeigt das Deck mit Platten, Tips und Reagenzien als abstrahiertes Layout, sodass selbst jüngere Laborkräfte mit wenigen Schulungstagen durch ihre ersten Workflows kommen.
Für validierte Umgebungen bietet Tecan laut Unterlagen Audit-Trails, Benutzerrollen und elektronische Signaturen an, um GxP-Anforderungen in regulierten Laboren abzudecken. In Präsentationen hebt Produktmanager Thomas Huber hervor, dass viele Fluent-Installationen heute direkt an LIMS-Systeme angebunden sind, sodass Proben-IDs und Messergebnisse automatisiert zwischen Workstation und Datenbank fließen.
Tecan im Laboralltag und an der Börse
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Modulare Hardware mit 1-, 8- und 96-Kanal-Köpfen
Auf der Hardwareseite setzt Fluent auf austauschbare Pipettierköpfe, darunter 1-Kanal-Module für Einzeldosierungen, 8-Kanal-Köpfe für klassische Reihen-Pipettierung und 96-Kanal-Optionen für schnelle Mikroplattenübertragungen. Anwender können je nach Assay zwischen diesen Tools wechseln und so von kleinen Volumina in PCR-Strips bis zu full-plate Transfers skalieren.
Die Plattform lässt sich mit verschiedenen Greifarmen und Carrier-Systemen ausstatten, die Platten, Tip-Racks und Reagenziengefäße über das Deck bewegen. In einer Fallstudie beschreibt ein Biotech-Labor, wie ein Fluent-System mit zwei Greifarmen und einem integrierten Shaker in einem einzigen Run Lyse-Schritte, Waschzyklen und Elution für DNA-Extraktion übernimmt, während der Operator nur noch Proben aufgibt und Endpunkte kontrolliert.
Integration von Drittgeräte und Readern
Ein weiterer Schwerpunkt von Fluent ist die offene Integration mit Instrumenten wie Plattenlesern, Washern und Inkubatoren. Tecan stellt dafür mechanische und softwareseitige Schnittstellen bereit, sodass Geräte von Tecan selbst, aber auch von Drittanbietern eingebunden werden können. Dadurch lassen sich komplette Assay-Pipelines auf einem einzigen automatisierten Deck orchestrieren.
In der Praxis bedeutet das: Ein Enzym-Assay kann automatisch pipettiert, inkubiert und direkt im Reader gemessen werden, ohne dass ein Mensch Platten umstellen muss. Für Laborleiterin Dr. Keller reduziert das nicht nur Hands-on-Zeit, sondern senkt auch das Risiko von Vertauschungen oder Pipettierfehlern in hektischen Routinen.
Typische Einsatzfelder: Genomics bis klinische Routinen
Die Fluent Automation Workstation ist vorrangig auf B2B-Kunden ausgerichtet: Forschungslabore, Pharma-Unternehmen, Diagnostikdienstleister und größere Krankenhäuser. Typische Applikationen reichen von PCR-Setup und NGS-Library-Preparation über ELISA-Workflows bis zu serologischen Screenings, bei denen hunderte Proben täglich durchlaufen.
Tecan verweist in seinen Unterlagen immer wieder auf Zeitgewinne und Prozessstabilität. Wo früher technisches Personal manuell acht Platten nacheinander pipettierte, fährt heute ein Fluent-System mit 96-Kanal-Kopf über das Deck und arbeitet in reproduzierbaren Zyklen, während die Mitarbeiter Analyse und Troubleshooting in den Vordergrund stellen. Diese Verlagerung der Arbeitsschwerpunkte ist ein entscheidender Punkt bei der Investitionsentscheidung.
Preisrahmen und Investitionslogik
Konkrete Listenpreise nennt Tecan für Fluent selten offen, im Markt kursieren je nach Konfiguration Werte im hohen fünfstelligen bis niedrigen sechsstelligen Eurobereich. Für viele Labore ist die Workstation daher eine Investition, die über Projekte und Time-to-Result-Rechnungen gerechtfertigt wird, nicht über klassische Produktmargen im Konsumgüter-Sinn.
Entscheidend ist die Frage, wie viele Personentage pro Jahr durch automatisierte Pipettierung und integrierte QC entfallen und in wissensintensivere Aufgaben fließen können. Produktmanager Huber spricht in Konferenzen regelmäßig davon, dass Automation in Zeiten limitierter Fachkräfte „Produktivität aus dem Bestand“ schaffe, statt ständig neue Stellen für Routinetätigkeiten aufzubauen.
Software-Updates und Serviceangebote
Als Service- und Softwareprodukt lebt Fluent von regelmäßigen Updates und Support-Paketen. Tecan bietet für die Automation Workstation Wartungsverträge, Remote-Support und Schulungen an, die gerade in regulierten Umgebungen eine zentrale Rolle spielen. Ein Software-Release kann neue Assay-Vorlagen, Schnittstellen oder Sicherheitsfunktionen bringen, muss aber sauber dokumentiert und in Validierungsdossiers nachgeführt werden.
Für viele Kunden wird die laufende Wartung damit zu einem wiederkehrenden Kostenblock, der dem ursprünglichen Hardwarekauf gegenübersteht. Im Gegenzug sinkt das Risiko längerer Ausfallzeiten, wenn etwa ein Pipettierkopf kalibriert werden muss oder ein Deck-Sensor streikt. Die Balance aus Investitionsbudget und Betriebskosten entscheidet darüber, ob ein Labor eher auf Basis- oder auf Premium-Support-Pakete setzt.
Marktposition und Wettbewerbsumfeld
Im Segment automatisierter Liquid Handling Systeme tritt Tecan mit Fluent gegen eine Reihe starker Wettbewerber an, darunter etablierte Anbieter aus den USA, Europa und Asien. Technisch unterscheiden sich die Systeme teilweise im Detail – etwa bei der Genauigkeit kleiner Volumina, den verfügbaren Modulen oder der Tiefe der LIMS-Integration.
Für Anwender zählt oft die Kombination aus Zuverlässigkeit, Software-Bedienlogik und Servicequalität. Ein Labor kann mit einem etwas weniger modularen System leben, wenn das Support-Team im Störfall innerhalb von Stunden auf der Matte steht. Umgekehrt wirkt eine komplex wirkende GUI abschreckend, wenn sie nicht sauber mit Templates und Assistenten hinterlegt ist, die dem Team Schritt-für-Schritt durch neue Workflows helfen.
Einordnung für Privatanleger
Für Privatanleger, die sich Tecan anschauen, ist Fluent eine von mehreren Automation-Plattformen, die den Umsatz in der Life-Sciences-Sparte treiben. Die Produktlinie steht stellvertretend für den Fokus der Gruppe auf Laborautomatisierung, wiederkehrende Serviceerlöse und enge Kundenbindungen im Forschungs- und Diagnostikumfeld.
Die Tecan Group AG Aktie ist an der SIX Swiss Exchange in Schweizer Franken notiert; Kurse schwanken je nach Auftragslage, Investitionszyklen in Laborautomation und allgemeiner Stimmung im Gesundheits- und Biotech-Sektor.
Faktencheck: Tecan Fluent Automation Workstation
- Produkt: Tecan Fluent Automation Workstation
- Hersteller: Tecan Group AG
- Kategorie: Software, Services und Laborautomation
- Markteinführung: schrittweise nach 2015, mit regelmäßigen Modell- und Softwareupdates
- UVP / Preis: je nach Konfiguration typischerweise im hohen fünfstelligen bis sechsstelligen Eurobereich
- Verfügbarkeit: direkt über Tecan und autorisierte Vertriebspartner, mit Fokus auf Europa, Nordamerika und Asien
- Zielgruppe: Forschungs- und Diagnostiklaboratorien, Pharmaunternehmen, klinische Routinelabore
- Besonderheit / USP: modulare Hardware mit 1-, 8- und 96-Kanal-Pipettierköpfen, kombiniert mit der FluentControl-Software für komplexe, integrierte Assay-Workflows
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