Tarifrunde, Energie

Tarifrunde Energie: Tausende Beschäftigte erhalten mehr Lohn

01.02.2026 - 11:14:12

Für Tausende Beschäftigte in Braunkohle, Energie und Kaliindustrie steigen ab Februar 2026 die Löhne. Die planbaren Erhöhungen markieren den Auftakt zur schwierigen Chemie-Tarifrunde.

Für Tausende Beschäftigte in der deutschen Energie- und Rohstoffbranche steigen ab heute, dem 1. Februar 2026, die Gehälter. Die tarifvertraglich vereinbarten Erhöhungen im Braunkohlebergbau und in der Energiewirtschaft markieren den Start einer entscheidenden Woche für die Industrie – just bevor die bundesweiten Chemie-Verhandlungen beginnen.

LEAG-Mitarbeiter profitieren von 2,5 Prozent

Die wohl prominenteste Anpassung betrifft die Belegschaft der Lausitz Energie Bergbau AG und Lausitz Energie Kraftwerke AG (LEAG). Für rund 7.200 Beschäftigte steigen Löhne und Gehälter um 2,5 Prozent. Es handelt sich um die zweite Stufe eines Tarifpakets, das die Gewerkschaft IGBCE und das Unternehmen im März 2025 ausgehandelt hatten. Die erste Stufe brachte bereits rückwirkend zum 1. Februar 2025 fünf Prozent mehr.

Ein besonderes Zugeständnis: Seit Jahresbeginn können LEAG-Mitarbeiter wählen, ob sie eine jährliche Sonderzahlung erhalten oder zusätzliche freie Tage nehmen möchten. Diese Flexibilität gilt als modernes Element in einem traditionsreichen Industriezweig, der den Strukturwandel meistern muss.

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Auch 50Hertz und Kalibergbau ziehen nach

Nicht nur im Braunkohlerevier, auch bei der Netzinfrastruktur gibt es mehr Geld. Beim Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz erhalten etwa 2.100 Beschäftigte ab heute eine Gehaltserhöhung von 2,3 Prozent. Diese folgt auf eine Erhöhung von 4,5 Prozent im Januar 2025. Ziel ist es, die Attraktivität des Arbeitsplatzes angesichts des massiven Netzausbaus zu erhalten.

Ebenfalls heute treten neue Tarifregelungen für die Kali- und Steinsalzindustrie in Kraft. Aktualisierte Stundenlöhne und branchenspezifische Zulagen sollen sicherstellen, dass die Entlohnung in der Rohstoffgewinnung mit den vereinbarten Richtwerten Schritt hält.

Chemie-Tarifrunde als nächster Großkampf

Der reibungslose Vollzug dieser vereinbarten Erhöhungen ist nicht ohne Symbolkraft. Denn bereits am Dienstag, dem 3. Februar 2026, beginnen in Hannover die bundesweiten Tarifverhandlungen für die chemisch-pharmazeutische Industrie. Diese Runde gilt als schwierig: Die IGBCE fordert deutliche Lohnerhöhungen zur Abfederung der Lebenshaltungskosten, während die Arbeitgeber auf den internationalen Wettbewerbsdruck verweisen.

Die jetzt wirksamen Erhöhungen in Energie und Bergbau demonstrieren das Modell der sozialen Partnerschaft. Sie zeigen, wie mehrjährige Tarifverträge planbare Steigerungen auch in unsicheren Zeiten ermöglichen – ohne dass es zu Arbeitskampfmaßnahmen kommen muss.

Was die Erhöhungen für Wirtschaft und Beschäftigte bedeuten

Für die betroffenen Unternehmen sind die gestiegenen Personalkosten längst einkalkuliert. Sie stellen keine Überraschung für die Bilanzen im ersten Quartal 2026 dar. Dennoch heben sie die Kostengrundlage in diesen energieintensiven Branchen an.

Für die Beschäftigten bieten die Erhöhungen einen Puffer gegen die zwar abklingende, aber weiter spürbare Inflation. Die Kombination aus prozentualer Steigerung und Wahlmöglichkeiten – wie bei LEAG zwischen Geld und Zeit – spiegelt einen Trend wider: Immer häufiger geht es in Tarifverhandlungen nicht nur um monetäre Entlohnung, sondern auch um mehr Zeitsouveränität für die Belegschaft.

Die Zukunft der Tarifpolitik in der Energierohstoff-Branche wird sich wandeln. Mit dem fortschreitenden Kohleausstieg rücken Themen wie Jobgarantien, Qualifizierung und Abfederung des Strukturwandels in den Vordergrund – reine Lohnprozente werden allein nicht mehr genügen. Zunächst aber blickt die gesamte Industrie gespannt nach Hannover. Das Ergebnis der Chemie-Verhandlungen setzt traditionell Maßstäbe für viele andere Sektoren.

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