Tarifkonflikt der Länder beendet: 5,8 Prozent mehr Gehalt für 925.000 Beschäftigte
15.02.2026 - 18:00:12 | boerse-global.deNach zähen Verhandlungen haben sich Gewerkschaften und Arbeitgeber der Länder auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Der Abschluss bringt gestaffelte Gehaltserhöhungen und beendet einen monatelangen Konflikt, der von zahlreichen Warnstreiks geprägt war. Für rund 925.000 Tarifbeschäftigte in den Bundesländern bedeutet das spürbar mehr Geld und Planungssicherheit bis 2028.
Einigung nach schwierigen Verhandlungen
Der Durchbruch in Potsdam kam in der dritten und entscheidenden Verhandlungsrunde. Führende Gewerkschafter beschrieben die Gespräche als „so schwierig wie lange nicht mehr“. Am Ende stand ein Kompromiss, der sich am Vorjahresabschluss für Bund und Kommunen orientiert. Damit halten die Länderbeschäftigten den Anschluss an die allgemeine Lohnentwicklung im öffentlichen Dienst.
Die Einigung beendet einen Konflikt, bei dem die Gewerkschaften ver.di und der dbb beamtenbund und tarifunion ursprünglich sieben Prozent mehr Lohn bei nur zwölf Monaten Laufzeit gefordert hatten. Die Arbeitgeberseite, die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), verwies dagegen auf angespannte Haushaltslagen. Der nun gefundene Mittelweg gilt als hart erkämpft.
So steigen die Gehälter bis 2028
Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 27 Monaten und sieht eine Gesamterhöhung von 5,8 Prozent vor. Die Erhöhungen erfolgen in drei Stufen:
- 1. April 2026: Plus von 2,8 Prozent, mindestens jedoch 100 Euro monatlich. Diese Mindestkomponente stärkt gezielt die unteren Entgeltgruppen.
- 1. März 2027: Weitere Erhöhung um 2,0 Prozent.
- 1. Januar 2028: Letzter Schritt mit einem Plus von 1,0 Prozent.
Die lange Laufzeit bietet den Ländern Haushaltssicherheit, während die gestaffelten Erhöhungen die Kaufkraft der Beschäftigten schrittweise stärken. Profitieren werden vor allem Lehrkräfte, Hochschulpersonal, Kita-Mitarbeiter und Angestellte der Landesverwaltungen.
Strukturelle Verbesserungen für Ost und West
Neben den linearen Gehaltserhöhungen enthält der Abschluss wichtige strukturelle Verbesserungen. Ein historischer Erfolg ist die Angleichung der Arbeitsbedingungen zwischen Ost- und Westdeutschland. Der Kündigungsschutz im Osten wird an das West-Niveau angeglichen. Zudem sinkt die Arbeitszeit an den Universitätskliniken in Rostock, Greifswald und Jena schrittweise von 40 auf 38,5 Stunden.
Besonders im Blick hatte man den Fachkräftemangel. Für Nachwuchskräfte gibt es daher eine deutliche Aufwertung: Auszubildende, Studierende und Praktikanten erhalten schrittweise 150 Euro mehr im Monat. Auch Schichtdienst wird besser vergütet: Die Zulagen steigen auf bis zu 250 Euro monatlich in Krankenhäusern.
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Nächste Schritte und Ausblick
Mit dem Verhandlungsergebnis ist der Konflikt vorläufig beigelegt. Die Gewerkschaften werden nun ihre Mitglieder befragen. Eine Zustimmung zu dem Paket gilt als wahrscheinlich. Die endgültige Entscheidung wird für März erwartet.
Das Ergebnis setzt ein Signal für die gesamte Lohnentwicklung in Deutschland. Es soll die Attraktivität des öffentlichen Dienstes als Arbeitgeber sichern. Erwartet wird zudem, dass die Einigung zeitnah auf die etwa 1,3 Millionen Beamten der Länder übertragen wird. Für sie wäre das die logische Konsequenz.
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