Tarifeinigung, Hamburg-Zulage

Tarifeinigung bringt Hamburg-Zulage und 5,8 Prozent mehr Gehalt

17.02.2026 - 22:23:12

Der neue Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder sieht Gehaltserhöhungen von insgesamt 5,8 Prozent bis 2028 vor und führt eine Sonderzulage für Hamburg ein.

Nach zähen Verhandlungen haben Gewerkschaften und Arbeitgeber der Länder einen neuen Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst vereinbart. Das Abkommen sichert den Beschäftigten in Hamburg eine lang ersehnte Sonderzulage und deutliche Gehaltssteigerungen bis 2028.

Mehr Geld in drei Schritten

Der Kern der Einigung ist eine dreistufige Gehaltserhöhung von insgesamt 5,8 Prozent. Sie soll die Belastung durch gestiegene Lebenshaltungskosten abfedern und den Ländern Planungssicherheit geben. Der Vertrag gilt 27 Monate bis zum 31. Januar 2028.

Die erste Stufe tritt am 1. April 2026 in Kraft und bringt 2,8 Prozent mehr Lohn. Dabei gilt eine soziale Komponente: Niemand erhält weniger als 100 Euro monatlich zusätzlich. Das hilft besonders den unteren Entgeltgruppen. Weitere 2,0 Prozent folgen am 1. März 2027. Die letzte Erhöhung um 1,0 Prozent gibt es zum 1. Januar 2028.

Durchbruch: Die Hamburger Sonderzulage

Ein zentraler Erfolg für die Hansestadt ist die neu eingeführte „Hamburg-Zulage“. Sie soll die höheren Lebenshaltungskosten in der Metropole ausgleichen und Vertrauen zurückgewinnen. Verdi Hamburg feiert sie als Meilenstein.

Ab Februar 2026 erhalten Beschäftigte mit häufigem Bürgerkontakt 100 Euro extra im Monat. Ab Mai 2027 steigt der Betrag auf 115 Euro. Für Mitarbeiter in sozialen und pädagogischen Diensten sind 50 Euro vorgesehen, später 75 Euro. Die Zulage soll Jobs in Bürgerämtern, Jobcentern und Schulverwaltungen attraktiver machen. Zudem wird das Jobticket für Hamburgs Beschäftigte bezuschusst.

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Weitere Verbesserungen für Azubis und Schichtdienst

Neben den Hauptpunkten enthält der Deal weitere wichtige Regelungen. Auszubildende und dual Studierende erhalten in drei Schritten insgesamt 150 Euro mehr. Für studentische Hilfskräfte wird ein Mindeststundenlohn eingeführt: 15,20 Euro im Sommersemester 2026, 15,90 Euro im Jahr 2027.

Auch der anstrengende Schichtdienst wird besser vergütet. Die Zulage für regelmäßige Schichtarbeit steigt auf 100 Euro monatlich, für Wechselschicht auf 200 Euro. In Krankenhäusern sind für Wechselschicht sogar 250 Euro vorgesehen. Ein weiterer Schritt: Die Arbeitsbedingungen an Uni-Kliniken in Ostdeutschland werden an den Westen angeglichen.

Finanzielle Belastung und gemischte Reaktionen

Die Einigung bringt Stabilität, stellt die Haushalte der Länder aber vor große Herausforderungen. Die Gesamtkosten werden auf 12,34 Milliarden Euro bis 2028 geschätzt. Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel spricht von der „finanziellen Schmerzgrenze“.

Während die Tarifgemeinschaft Verdi und dbb den Abschluss feiern, gibt es auch Kritik. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Hamburg bedauert, dass eine Strukturreform der Lehrerbesoldung nicht gelang. Der Kompromiss zeigt: Es wurden deutliche Verbesserungen erreicht, aber nicht alle Forderungen konnten durchgesetzt werden.

Was kommt jetzt?

Mit dem Tarifabkommen herrscht bis Anfang 2028 Frieden im öffentlichen Dienst. Als nächstes müssen die beschlossenen Erhöhungen auch auf Beamte und Pensionäre in Hamburg übertragen werden. Dieser Prozess erfordert gesetzliche Schritte. Die lange Laufzeit des Vertrags gibt den öffentlichen Dienstleistungen eine stabile Basis – bevor 2028 die nächste schwierige Verhandlungsrunde beginnt.

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