Take-Two Aktie: Section-382-Risiko offengelegt
27.05.2026 - 14:17:51 | boerse-global.deDer Spielepublisher Take-Two Interactive hat in seinem Jahresbericht eine brisante Risikowarnung versteckt: Ein möglicher Eigentümerwechsel könnte die Nutzung von milliardenschweren Steuervorteilen blockieren. Wall Street bleibt dennoch zuversichtlich.
Die Section-382-Falle
Take-Two weist darauf hin, dass eine Änderung der Eigentümerstruktur — definiert als ein Wechsel von mehr als 50 Prozent der Anteile über drei Jahre — die Verlust- und Steuergutschriftsvorträge massiv beschneiden würde. Der jährlich nutzbare Betrag wäre dann an den langfristigen Steuersatz und den Unternehmenswert gekoppelt. Gehen solche Steuervergünstigungen ungenutzt verloren, belastet das künftige Ergebnisse.
Hintergrund ist Section 382 des US-Steuergesetzes — eine Klausel, die nach Übernahmen oder massiven Aktionärswechseln greift. Kaufen oder verkaufen mehrere Großanleger innerhalb des Testzeitraums Aktienpakete, kumulieren sich die Veränderungen. Liegen sie über der 50-Prozent-Schwelle, verfällt ein Teil der Steueransprüche.
Analysten bleiben bullish
Trotz dieser Warnung zeigt sich die Analystengemeinschaft unbeeindruckt. Von 13 bewertenden Häusern sprechen sich alle für einen Kauf aus — ein klares starkes Kaufsignal. Die Kursziele liegen zwischen 287 und 320 Dollar.
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Bank of America bestätigt sein Buy-Rating mit einem Kursziel von 320 Dollar und verweist auf solide Fundamentaldaten nach dem Q4-Bericht. Wells Fargo senkte das Ziel leicht auf 287 Dollar, bleibt aber bei "Übergewichten". UBS zog indes von 285 auf 300 Dollar nach. Auch Jefferies und B. Riley Securities halten an ihren Kaufempfehlungen fest.
Kurs und Volumen
Die Aktie notiert aktuell bei 191,10 Euro und damit gut vier Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt. Das 52-Wochen-Hoch von 225,30 Euro ist jedoch noch 15 Prozent entfernt. Das Handelsvolumen lag zuletzt mit über 7 Millionen Aktien deutlich über dem Tagesdurchschnitt von knapp 2,8 Millionen.
Q4-Zahlen und Ausblick
Take-Two meldete für das Geschäftsjahr 2026 Nettobuchungen von 6,72 Milliarden Dollar. Die wiederkehrenden Ausgaben der Spieler legten um sieben Prozent zu und machten im Schlussquartal 82 Prozent der Buchungen aus. Für das laufende Jahr 2027 stellt der Konzern 8,0 bis 8,2 Milliarden Dollar in Aussicht — eine Prognose, die Analysten als konservativ werten und die Sorgen um das Wachstum vor dem Start von Grand Theft Auto VI schürt.
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