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Take-Two Aktie: JPMorgan streicht von Empfehlungsliste

Veröffentlicht: 04.07.2026 um 22:07 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Take-Two-Aktie bleibt trotz JPMorgans Rückzug von der Empfehlungsliste und hohen Insiderverkäufen nahe ihrem Rekordhoch. Analysten sehen Potenzial durch GTA VI.

Take-Two Aktie: Trotz JPMorgan-Abkehr und Insiderverkäufen auf Rekordkurs
Abstrakte, atmosphärische Szene, die die Videospielindustrie darstellt, mit einem Gefühl der Unsicherheit und eines Abwärtstrends. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Take-Two Interactive lässt sich von einer unbequemen Nachricht nicht bremsen. Die Aktie des GTA-Herstellers schloss die Woche bei 223,20 Euro, nahezu unverändert zum Vortag. Über sieben Handelstage steht dennoch ein Plus von 6,79 Prozent zu Buche — mitten in einer Sommerrally, die JPMorgan gerade verlassen hat.

JPMorgan strreicht Take-Two von der Empfehlungsliste

Am 1. Juli 2026 nahm JPMorgan Take-Two offiziell von seiner viel beachteten Equity Analyst Focus List. Die Bank ordnete den Schritt als Teil einer breiteren Neuausrichtung ihrer Internet-Coverage ein. Mehrere Titel verloren demnach ihre Priorität aus reinen Policy-Gründen.

Wichtig: Das Rating selbst blieb unverändert. JPMorgan bezeichnete die Streichung als administrativen Vorgang, nicht als Urteil über die Geschäftsaussichten. Ein Platz auf einer prominenten Empfehlungsliste zu verlieren, kann Anleger dennoch verunsichern — besonders wenn zeitgleich andere Warnsignale auftauchen.

Insider verkaufen in großem Stil

Genau das passierte in dieser Woche. Firmeninsider verkauften in den vergangenen drei Monaten Aktien im Wert von 135,3 Millionen US-Dollar. Zusammen mit der JPMorgan-Meldung sorgte das für einen schalen Beigeschmack in einer sonst bullischen Handelswoche.

Der Rest der Wall Street bleibt überzeugt

Trotz des JPMorgan-Rückzugs bleibt die Stimmung unter Analysten überwiegend positiv. 29 von 30 Analysten stufen die Aktie weiterhin als "Strong Buy" ein — mit Blick auf den Launch von GTA VI.

Auch bei den Kurszielen ging es zuletzt nach oben, nachdem Preis und Erscheinungsdatum des Spiels feststehen:

  • BMO Capital (Brian Pitz): Kursziel von 280 auf 285 US-Dollar angehoben, Rating "Outperform" bestätigt
  • BofA (Omar Dessouky): Kursziel von 320 auf 368 US-Dollar angehoben, Rating "Buy" bestätigt

Die Diskrepanz ist auffällig. Eine Großbank verlässt die Empfehlungsliste, während andere ihre Kursziele deutlich anheben.

Charttechnik zeigt überhitzte Rally

Der jüngste Kursverlauf spiegelt die Stärke der Bewegung wider. Auf Sicht von 30 Tagen legte die Aktie um 19,94 Prozent zu und notiert nur noch 0,93 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 225,30 Euro vom 20. Oktober 2025. Zum 52-Wochen-Tief bei 159,24 Euro, erreicht am 13. Februar 2026, beträgt der Abstand satte 40,17 Prozent.

Die Indikatoren mahnen allerdings zur Vorsicht. Der 14-Tage-RSI liegt bei 72,9 — tief im überkauften Bereich, ein Niveau, das historisch oft kurzfristigen Konsolidierungen vorausging. Die Aktie handelt 13,32 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt und 12,52 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt.

Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 34,68 Prozent. Der Markt verdaut damit widersprüchliche Signale: einen bullischen Analystenkonsens auf der einen Seite, JPMorgans Rückzug und Insiderverkäufe auf der anderen.

Ausblick

Seit Jahresbeginn steht Take-Two mit 3,96 Prozent im Plus, auf Zwölfmonatssicht sind es 9,25 Prozent. Der eigentliche Kurstreiber bleibt aber ein anderer: GTA VI. Der kommerzielle Erfolg des Spiels später in diesem Jahr dürfte darüber entscheiden, ob die Aktie ihr Allzeithoch tatsächlich knackt. Anleger scheinen die Streichung von der JPMorgan-Liste und die Insiderverkäufe bislang auszublenden — die Aktie bleibt in Reichweite ihrer Rekordmarke.

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