Take-Two Aktie: Bank of America setzt Ziel auf 368 Dollar
Veröffentlicht: 28.06.2026 um 19:40 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Grand Theft Auto VI startet mit Rekordzahlen in die Vorbestellungsphase — und läuft direkt in ein Lieferproblem. Analysten überbieten sich mit Kurszielen, während Sony und Microsoft bereits vor Engpässen bei Konsolen warnen. Für Take-Two könnte das die Frage aufwerfen, ob der Markt groß genug ist, um die eigenen Prognosen zu erfüllen.
Analysten mit historisch breiter Kaufempfehlung
Der Start der GTA-VI-Vorbestellungen am 25. Juni hat eine Welle an Analystenmeinungen ausgelöst. 30 von 32 Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf. Bank of America Securities setzt das höchste Kursziel auf dem Markt: 368 Dollar. BMO Capital erhöhte sein Ziel von 280 auf 285 Dollar und behält die Einstufung "Outperform" bei.
BTIG initiierte die Abdeckung mit einem Kaufrating und einem Kursziel von 290 Dollar. Analyst Clark Lampen erwartet, dass GTA VI "eine nachhaltige, mehrjährige Verbesserung der Ertragskraft" auslöst. Für die Geschäftsjahre 2027 bis 2029 prognostiziert er im Schnitt zehn Dollar Gewinn je Aktie.
Digitaler Erstverkauf — höhere Margen, neue Fragen
Take-Two bricht mit der Tradition physischer Datenträger. GTA VI erscheint ausschließlich digital, zum Einstiegspreis von 80 Dollar. Eine Ultimate Edition kostet 100 Dollar. Das erhöht die Marge pro verkauftem Exemplar und gibt dem Konzern mehr Kontrolle über Rabattaktionen.
Bank of Americas aggressives Kursziel stützt sich auf die Annahme, dass GTA Online stärker monetarisiert wird als reine Kosmetik-Modelle. Das Pay-to-Progress-System generiere höhere Ausgaben pro Spieler — ein Argument, das die Bewertung deutlich über den Konsens hebt.
Konsolen-Engpass als echter Risikofaktor
Hier liegt das Problem. Sowohl Sony als auch Microsoft haben offiziell bestätigt, dass es im zweiten Halbjahr 2026 zu Engpässen kommen wird. Ein anhaltender RAM-Mangel in der Halbleiterindustrie treibt die Komponentenpreise. Sony räumte in seinem PlayStation-Jahresbericht ein, ohne weitere Preiserhöhungen bei jeder verkauften PS5 Verlust zu machen.
Xbox-Strategiechef Matthew Ball bestätigte, dass die Nachfrage das Angebot übersteigen wird. Ein Einzelhandelseinkäufer erwartet, dass Konsolen nach dem GTA-VI-Launch ausverkauft sein werden. Kein Gerät, kein Spiel — das ist das Kernrisiko für die Hochsaison.
Solide Ausgangslage, ambitionierte Ziele
Take-Two geht aus einer starken Position in dieses Jahr. Im Geschäftsjahr 2026 stiegen die Nettobuchungen um 19 Prozent auf 6,72 Milliarden Dollar. Wiederkehrende Umsätze — Abonnements, In-Game-Käufe — wuchsen um 17 Prozent und machten 78 Prozent des Gesamtumsatzes aus.
Für das Geschäftsjahr 2027 peilt CEO Strauss Zelnick Rekord-Nettobuchungen zwischen 8,0 und 8,2 Milliarden Dollar an — rund 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Er erwartet außerdem einen operativen Cashflow von über einer Milliarde Dollar und eine Nettocash-Position zum Jahresende.
Das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres endet am Montag, dem 30. Juni. Die Marge liegt bei knapp neun Prozent, weil das Marketingbudget für den November-Launch hochgefahren wird. CFO Lainie Goldstein bezifferte den Anstieg der Betriebskosten auf rund 300 Millionen Dollar gegenüber dem Vorjahr — die Hälfte davon entfällt auf Vertrieb und Marketing.
Die Aktie notiert rund sieben Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch und klar über ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 198 Euro. Ob der Kurs diesen Abstand hält, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie schnell Sony und Microsoft die Konsolenversorgung stabilisieren können.
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