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Swiss Prime Site Aktie: Kurswechsel am Maag-Areal

25.06.2026 - 19:54:48 | boerse-global.de

Swiss Prime Site stoppt das Wohnbauprojekt Maaglive und plant stattdessen ein Kulturzentrum mit dem Naturhistorischen Museum als möglichem Ankermieter.

Swiss Prime Site: Neues Kulturzentrum statt Wohnprojekt am Maag-Areal
Swiss - Abstrakte Darstellung von Stadtentwicklung und Immobilienwandel, mit modernen architektonischen Elementen und städtischer Atmosphäre. 25.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Swiss Prime Site gibt einen Kampf auf — und verwandelt ihn in einen Neuanfang. Das Zürcher Immobilienunternehmen zieht sein Bauprojekt «Maaglive» zurück und schlägt für die historischen Maag-Hallen eine völlig andere Richtung ein.

Rückzug nach jahrelangem Rechtsstreit

Das Projekt sah einen Wohnturm, einen Kultur-Pavillon und einen baumbestandenen Quartierplatz vor — doch anhaltende Einsprachen machten eine verlässliche Planung unmöglich. Ende September 2025 hatte Swiss Prime Site das Verfahren noch vor Bundesgericht weitergezogen. Nun zieht das Unternehmen diese Beschwerde zurück. CEO Marcel Kucher bedauert den Wegfall der geplanten Wohnungen, betont aber die Chancen einer kulturellen Neuausrichtung.

Der Entscheid ist keine Kapitulation, sondern ein Strategieschwenk. Statt Wohnturm und Kultur-Pavillon sollen die denkmalgeschützten Hallen umfassend saniert und zu einem ganzjährig zugänglichen Kulturzentrum im Industriequartier umgebaut werden.

Naturhistorisches Museum als Ankermieter?

Der vielversprechendste Aspekt des neuen Kurses: Swiss Prime Site hat gestern eine Absichtserklärung mit der Universität Zürich unterzeichnet. Gegenstand ist die langfristige Anmietung der Maag-Hallen als möglicher neuer Standort für das Naturhistorische Museum. Universitätsrektor Michael Schaepman spricht von einer Option mit internationalem Potenzial — die Universität prüfe das Vorhaben «sorgfältig und mit grossem Interesse».

Eine interne Potenzialstudie bestätigt die grundsätzliche Machbarkeit einer Museumsnutzung in den bestehenden Gebäuden. Der Mietvertrag mit dem bisherigen Nutzer Maag Music & Arts wurde einvernehmlich bis Ende Mai 2029 verlängert, um eine Zwischennutzung bis zum geplanten Baubeginn sicherzustellen.

Zeitplan und Investitionsvolumen

Die Eckdaten des Sanierungsvorhabens sind klar: Swiss Prime Site plant, bis Ende 2027 ein Baugesuch einzureichen und Mitte 2029 mit den Arbeiten zu beginnen. Die aktuell veranschlagten Investitionskosten belaufen sich auf rund 60 Millionen Franken.

Für Aktionäre bedeutet das Projekt keine unmittelbare Ertragsüberraschung — ein Kulturmieter wie ein Naturhistorisches Museum dürfte andere Renditeprofil-Überlegungen mit sich bringen als ein Wohnturm. Das Unternehmen setzt erkennbar auf langfristige Standortaufwertung statt kurzfristige Maximierung. Ob die Universität Zürich tatsächlich den Zuschlag erhält, entscheidet sich im Zuge ihrer laufenden Prüfung — spätestens bis zur Baugesuchseinreichung Ende 2027 muss Klarheit herrschen.

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