Swiss, Life-Studie

Swiss Life-Studie: 82 Prozent leiden unter Stress

26.02.2026 - 06:39:57 | boerse-global.de

Eine neue Untersuchung zeigt massive Stressbelastungen, besonders bei jungen Arbeitnehmern. Die Vier-Tage-Woche hält sich in 70 Prozent der Pilotfirmen, doch Flexibilität ist entscheidender als starre Modelle.

Die Arbeitswelt steht unter enormem Druck. Wie eine aktuelle Untersuchung von Swiss Life Deutschland zeigt, leiden 82 Prozent der Bevölkerung unter stressbedingten Beschwerden. Gleichzeitig liefert eine neue Folgeumfrage zur Vier-Tage-Woche frische Erkenntnisse. Und der bevorstehende Equal Care Day rückt die unbezahlte Arbeit in den Fokus.

Generation Z fühlt sich besonders gestresst

Die aktuelle Stressstudie von Swiss Life offenbart gravierende Unterschiede zwischen den Altersgruppen. 48 Prozent der Generation Z bewerten ihr Stresslevel als hoch. Bei den Babyboomern liegt dieser Anteil bei nur 20 Prozent. Zu den häufigsten Beschwerden zählen Kopfschmerzen, Schlafstörungen und innere Unruhe.

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Auch bei den Lösungsansätzen zeigen sich deutliche Generationsunterschiede. 37 Prozent der jüngeren Arbeitnehmer empfinden moderne Arbeitsformen wie Homeoffice als stressreduzierend. Bei der älteren Generation teilen nur 17 Prozent diese Einschätzung. Dirk von der Crone, CEO von Swiss Life Deutschland, weist darauf hin, dass neue Konzepte mehr Freiheit, aber auch mehr Eigenverantwortung bedeuten. Aktuell fühlen sich jedoch nur 20 Prozent der Erwerbstätigen über Angebote ihres Arbeitgebers zur Stressreduktion gut informiert.

Vier-Tage-Woche: Ein Drittel der Firmen steigt aus

Ein viel diskutierter Ansatz ist die Reduzierung der Arbeitszeit. Zwei Jahre nach dem Start der ersten großen deutschen Pilotstudie haben die Universität Münster und die Beratungsagentur Intraprenör eine Folgeumfrage veröffentlicht. Das Ergebnis: 70 Prozent der rund 40 befragten Unternehmen halten am Modell der Vier-Tage-Woche bei vollem Lohn fest.

Professorin Julia Backmann, wissenschaftliche Leiterin der Studie, betont positive Effekte: weniger Stress, bessere Schlafqualität und höhere Lebenszufriedenheit bei tendenziell stabiler Produktivität. Doch das Modell ist kein Selbstläufer. Knapp ein Drittel der Firmen hat die Vier-Tage-Woche wieder aufgegeben, oft aus wirtschaftlichen oder organisatorischen Gründen. Die Forscher folgern: Entscheidend ist nicht das starre Festhalten an vier Tagen, sondern die Flexibilität, das Modell an die betriebliche Realität anzupassen.

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Equal Care Day fordert 50:50 bei unbezahlter Arbeit

Ein zentraler Faktor für die persönliche Balance ist die Verteilung unbezahlter Arbeit. Im Vorfeld des Equal Care Days am 1. März macht der Österreichische Städtebund auf das Ungleichgewicht aufmerksam. Er fordert eine strikte 50:50-Aufteilung in Partnerschaften.

Hintergrund sind Daten der Statistik Austria: Frauen leisten täglich zwei Stunden mehr unbezahlte Arbeit als Männer. In Familien mit Kindern verbringen Frauen sogar doppelt so viel Zeit mit Kinderbetreuung. Thomas Weninger, Generalsekretär des Städtebundes, erklärt: "Ökonomisch unabhängige Frauen und eine gesunde Balance sind nur durch gerechte Aufteilung zu erreichen." Solange die alltäglichen Aufgaben ungleich verteilt sind, bleibt die Balance für viele Arbeitnehmerinnen schwer erreichbar.

Flexibilität wird zum Schlüssel

Die aktuellen Studienergebnisse zeigen: Es gibt keine universelle Blaupause für die perfekte Work-Life-Balance. Fast ein Viertel der von Swiss Life Befragten gibt an, dass ihr Arbeitgeber keinerlei Maßnahmen zur Stressprävention anbietet. Das verdeutlicht den enormen Nachholbedarf.

Die Erfahrungen aus der Vier-Tage-Wochen-Studie deuten an: Starre Vorgaben sind weniger erfolgreich als maßgeschneiderte Lösungen. Unternehmen, die ihre Arbeitsabläufe kontinuierlich anpassen, verzeichnen die besten Ergebnisse. Homeoffice wird dabei von jüngeren Generationen als essenziell angesehen, während ältere Arbeitnehmer oft andere Rahmenbedingungen bevorzugen.

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