Svedka setzt auf KI: Erster AI-Super-Bowl-Spot für Wodka-Marke
07.02.2026 - 04:41:12Svedka Vodka schreibt mit einem KI-generierten Werbespot während des Super Bowl LX Werbegeschichte. Die 30-Sekunden-Produktion ist nicht nur der erste Auftritt der Wodka-Marke auf dieser Bühne seit über 30 Jahren, sondern auch ein klares Signal für den technologischen Wandel in der Kreativbranche. Mit einem geschätzten Medienbudget von sieben bis acht Millionen Euro setzt der Mutterkonzern Sazerac auf KI, um sich als innovativer Player im Spirituosenmarkt zu positionieren.
Roboter-Duo kehrt nach zwölf Jahren zurück
Im Mittelpunkt des Spots steht die Rückkehr von Svedkas ikonischer „Fembot“-Maskottin, die zwölf Jahre lang nicht zu sehen war. Sie tanzt gemeinsam mit einem neuen Roboter-Gefährten namens „Brobot“ auf einer lebhaften Party zu einem Remix von Rick James‘ „Super Freak“. Die Produktion erfolgte in Zusammenarbeit mit Silverside AI, einem Unternehmen, das bereits 2025 einen umstrittenen KI-generierten Weihnachts-Spot für Coca-Cola entwickelte.
Trotz des KI-Einsatzes war die Produktion aufwendig und von menschlicher Hand geleitet. Das Team benötigte etwa vier Monate, um die KI-Systeme so zu trainieren, dass sie die Fembot-Figur rekonstruieren und nuancenreiche Gesichtsausdrücke sowie Körperbewegungen nachahmen konnten. Die Botschaft des Konzerns: KI ist ein mächtiges Werkzeug, ersetzt aber nicht die menschliche Kreativität.
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Paradoxe Botschaft: KI wirbt für Menschlichkeit
Die Kernaussage des KI-generierten Spots ist ironischerweise „pro-menschlich“. Laut Sara Saunders, Chief Marketing Officer von Sazerac, sollen die Roboter die Menschen daran erinnern, menschlicher zu sein – also öfter das Smartphone wegzulegen und stattdessen miteinander zu tanzen. Die Nutzung von KI sei eine „Storytelling-Entscheidung“ gewesen, um Gespräche anzuregen, nicht um Kosten zu sparen.
Die Marke band ihr Publikum sogar aktiv ein: Über einen Wettbewerb auf TikTok und Instagram konnten Nutzer eigene Tanz-Choreografien für die Fembot einreichen. Die Gewinnerin, die 23-jährige Tänzerin Jessica Rizzardi aus Tennessee, erhielt 10.000 US-Dollar und sah ihre Moves im finalen Super-Bowl-Spot.
Super Bowl 2026 wird zur KI-Schau
Svedkas Spot ist Teil eines größeren Trends. Beim Super Bowl LX setzen auch Tech-Giganten wie Meta und Google sowie das KI-Unternehmen Anthropic in ihren Hochglanzspots auf Künstliche Intelligenz. Das Spiel entwickelt sich so zur Leistungsschau für den Mainstream-Durchbruch der Technologie.
Diese Entwicklung provoziert auch Gegenreaktionen. Der Restaurant-Kette Chipotle nutzt den Hype um den KI-Spot für gezieltes Gegenprogrammierung. Unmittelbar nach Ausstrahlung der AI-Werbung veröffentlicht das Unternehmen einen 30-Sekunden-Clip auf Instagram Reels mit dem Titel „The Chipotle Realest 30“. Die Aktion, bei der bis zu eine Million US-Dollar in Essen verschenkt werden, stellt bewusst „echte Zutaten“ der künstlich generierten KI-Inhalte gegenüber.
Innovation unter Beobachtung: Akzeptanz ist ungewiss
Der Launch auf der weltweit größten Werbebühne ist ein Wendepunkt für die Branche. Während einige Analysten in der KI die Zukunft des Marketings sehen, die schnelle Ideenfindung und Produktion ermöglicht, bleibt die öffentliche Resonanz kritisch.
Erste Kommentare beschreiben die Ästhetik des Spots als beunruhigend und verweisen auf den „Uncanny Valley“-Effekt. Verbraucherumfragen deuten zudem auf Misstrauen gegenüber Marken hin, die KI-generierte Videoinhalte nutzen. Ob die innovativen Kampagnen beim Publikum ankommen oder die Debatte über die Rolle Künstlicher Intelligenz in einer kreativ getriebenen Branche weiter anheizen, wird sich am Sonntag zeigen. Das Ergebnis dieses Experiments wird die Werbestrategien der kommenden Jahre maßgeblich beeinflussen.
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