Super Micro: 7,36% Minus nach Broadcom-Schock
05.06.2026 - 20:45:02 | boerse-global.de
Broadcom hat den KI-Sektor aufgeschreckt — und Super Micro Computer zahlt die Zeche. Die Aktie verlor am Freitag 7,36 Prozent auf 43,45 USD. Der Auslöser: ein Quartalsbericht, der auf den ersten Blick glänzt, aber eine entscheidende Enttäuschung enthält.
Broadcom-Zahlen ohne Aufwärtsrevision
Broadcom meldete für das abgelaufene Quartal einen Umsatz von 22,19 Milliarden USD — ein Plus von 49 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Trotzdem brach die Aktie um rund 13 Prozent ein und vernichtete dabei etwa 286 Milliarden USD an Marktkapitalisierung. Der Grund: Das Management hob seine langfristigen KI-Umsatzziele bis 2027 nicht an.
Das reichte, um eine Neubewertung der gesamten KI-Infrastrukturbranche auszulösen. Nvidia, AMD und Micron gerieten ebenso unter Druck wie Super Micro. Kein Wunder — der Markt hatte auf ein Signal der Beschleunigung gehofft.
OpenAI plant Billionen-Investitionen
Parallel dazu lieferte OpenAI-Präsident Greg Brockman in einem Gerichtsverfahren bemerkenswerte Zahlen. OpenAI plant demnach, allein 2026 rund 50 Milliarden USD für Rechenleistung auszugeben. Langfristig sollen Investitionen in KI-Infrastruktur die Marke von einer Billion USD übersteigen.
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Super Micro ist als Hersteller flüssigkeitsgekühlter Serverracks und modularer Rechenzentrumskomponenten direkt in dieser Lieferkette positioniert. Solche Investitionszyklen sind das Kerngeschäft des Unternehmens.
Starkes Wachstum, gemischte Zahlen
Im dritten Geschäftsquartal erzielte Super Micro einen Umsatz von 10,24 Milliarden USD — ein Anstieg von 122,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Allerdings blieb dieser Wert hinter Analystenerwartungen von 12,39 Milliarden USD zurück. Beim Gewinn je Aktie übertraf das Unternehmen den Konsens: 0,84 USD statt der erwarteten 0,63 USD.
Für das vierte Quartal erwartet das Management einen Gewinn je Aktie zwischen 0,65 und 0,79 USD. Institutionelle Investoren zeigen sich trotz der Volatilität aktiv: Nomura Asset Management erhöhte seine Position um 9,7 Prozent, Northwestern Mutual Wealth Management sogar um 18,9 Prozent.
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Der RSI liegt aktuell bei 62,5 — nah an der Schwelle zum überkauften Bereich, obwohl die Aktie seit Jahresbeginn bereits 40 Prozent zugelegt hat. Das Produktportfolio wächst derweil weiter: Super Micro integriert die NVIDIA-Vera-Rubin-Architektur, AMD-Helios-Racks und Intel-Xeon-6+-Prozessoren in seine Systeme. Die nächste Bewährungsprobe liefern die Quartalszahlen zum vierten Geschäftsquartal — dann zeigt sich, ob der Umsatz die Erwartungen diesmal trifft.
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