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Super Micro: 60-Milliarden-Auftragsflut im Q4

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 07:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Super Micro meldet Aufträge über 60 Milliarden Dollar und eine stark verbesserte Bruttomarge. Die Aktie reagiert mit einem Kurssprung, bleibt aber unter ihren Durchschnitten.

Super Micro Computer: Rekord-Auftragsbestand trotz verhaltener Umsätze
Moderne Server-Infrastruktur in einem Rechenzentrum mit atmosphärischer Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Super Micro Computer meldet einen Auftragsberg von mehr als 60 Milliarden US-Dollar für ein einzelnes Quartal. Die Aktie sprang darauf im Dienstagshandel um 5,75 Prozent auf 25,20 US-Dollar. Nach Wochen mit deutlichen Verlusten ist das ein kräftiges Signal — die Frage ist, ob es trägt.

Das Unternehmen aus San Jose baut Hochleistungsserver für KI-Rechenzentren. Genau dort zeigt sich gerade eine ungewöhnliche Diskrepanz: Die Bestellungen explodieren, während die Umsatzprognose am unteren Ende der bisherigen Spanne von 11,0 bis 12,5 Milliarden US-Dollar für das vierte Geschäftsquartal 2026 landet.

Auftragsbuch auf Rekordniveau

Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 gingen bei Super Micro neue Bestellungen im Wert von über 60 Milliarden US-Dollar ein. Das Unternehmen wird diese Aufträge über mehrere kommende Quartale abarbeiten. Damit sichert sich der Serverhersteller eine Umsatzpipeline weit über den aktuellen Berichtszeitraum hinaus.

Diese Auftragsmenge zeigt, wie intensiv Konzerne weltweit in generative KI-Rechenzentren investieren. Super Micro gilt als früher Indikator für die Nachfrage im gesamten Tech-Sektor. Ein Auftragsvolumen dieser Größenordnung fällt entsprechend auf.

Margen springen deutlich nach oben

Die eigentliche Überraschung liegt aber nicht im Umsatz, sondern in der Profitabilität. Super Micro rechnet für das vierte Quartal mit einer vorläufigen Bruttomarge zwischen 15 und 17 Prozent — nach GAAP wie auch bereinigt.

Das ist ein gewaltiger Sprung. Noch in der vorherigen Prognose hatte das Management lediglich 8,2 bis 8,4 Prozent in Aussicht gestellt. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 lag die Bruttomarge bei 9,9 Prozent, bei einem Nettoumsatz von 10,2 Milliarden US-Dollar.

Das Management begründet den Sprung mit einem deutlich günstigeren Produkt- und Kundenmix. Hochdichte Serverkonfigurationen treiben die Profitabilität demnach maßgeblich an. Für ein Unternehmen, das zuletzt vor allem für dünne Margen kritisiert wurde, ist das ein bemerkenswerter Kurswechsel.

Server-Branche zieht mit

Die Ankündigung blieb nicht auf Super Micro beschränkt. Auch Dell Technologies und Hewlett Packard Enterprise legten im nachbörslichen Handel spürbar zu. Analysten werten das Auftragsvolumen von 60 Milliarden US-Dollar als Bestätigung für eine breit angelegte Nachfrage nach KI-Hardware — nicht nur bei einem einzelnen Hersteller.

Kurs bleibt weit vom Hoch entfernt

Trotz der positiven Nachrichten bleibt die Aktie tief im Minus. Auf Jahressicht steht ein Rückgang von 49,46 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn sind es 13,91 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 60,71 US-Dollar trennen den aktuellen Kurs noch immer 58,49 Prozent.

Charttechnisch notiert die Aktie weiterhin unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 32,71 US-Dollar und ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 31,77 US-Dollar. Der Auftragsschub hat den kurzfristigen Trend zwar unterbrochen, die mittelfristige Schwäche aber noch nicht aufgelöst.

Endgültige Klarheit gibt es erst mit den finalen Zahlen zum vierten Quartal und Gesamtjahr 2026. Der Earnings Call dazu ist für August 2026 angesetzt. Bis dahin bleibt die Bruttomarge von 15 bis 17 Prozent die zentrale Zahl, an der sich Investoren orientieren dürften.

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