Süßlupine wird zum Superfood des Jahres 2026 gekürt
17.01.2026 - 12:24:12Die Süßlupine ist zum „Superfood des Jahres 2026“ ernannt worden. Die heimische Hülsenfrucht erobert mit neuen Züchtungen und politischer Förderung deutsche Äcker und Supermarktregale. Sie gilt als regionale und nachhaltige Alternative zu importiertem Soja.
Eine Auszeichnung mit Signalwirkung
Den Startschuss für den aktuellen Hype gab die Stiftung Biovision mit ihrer Ernennung. Diese Ehrung ist mehr als ein Marketing-Label – sie spiegelt den wachsenden Stellenwert der Pflanze wider. Die Lupine punktet mit einem Eiweißgehalt von rund 40 Prozent und kann regional in Mitteleuropa angebaut werden. Im Handel steigt die Nachfrage nach explizit „sojafreien“ und „regionalen“ Produkten seit Monaten stetig.
Landwirte entdecken die „Soja des Nordens“
Der Trend erreicht die Felder: Die Anbaufläche für Süßlupinen stieg 2025 bundesweit um gut 7 Prozent auf etwa 28.000 Hektar. Besonders in Niedersachsen verzeichneten die Ämter einen deutlichen Zuwachs. Für Landwirte ist die Lupine attraktiv, weil sie als Leguminose Stickstoff im Boden bindet und so den Düngerbedarf senkt.
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Doch der Anbau bleibt fordernd. Die Brennfleckenkrankheit (Anthraknose) führte in der Vergangenheit oft zu Ernteausfällen. Neue, resistentere Züchtungen der Blauen und Weißen Süßlupine zeigen in Versuchen nun vielversprechende Erträge und stärken das Vertrauen der Bauern.
Politik schließt die „Eiweißlücke“
Die Renaissance ist auch Ergebnis politischer Weichenstellungen. Das Bundeslandwirtschaftsministerium treibt seine Eiweißpflanzenstrategie voran, um die Abhängigkeit von Sojaimporten zu verringern. Die Förderung zeigt Wirkung.
Ein Schlüssel zum Massenmarkt war die Geschmacksneutralisierung. Innovative Verfahren, etwa vom Fraunhofer IVV, entfernen Bitterstoffe und den „bohnigen“ Geschmack fast vollständig. Das eröffnet Möglichkeiten für Joghurt, Eiscreme und Fleischalternativen auf Lupinenbasis.
Vom Tierfutter zum Lifestyle-Produkt
Lange landete die Ernte vor allem in Futtertrögen. Heute wächst der Anteil für die Humanernährung signifikant. Besonders in zwei Bereichen ist die Lupine gefragt:
* Hybrid-Produkte: Lebensmittel, die tierische und pflanzliche Proteine mischen.
* Fleischalternativen: Hier schätzen Hersteller die texturgebenden Eigenschaften des Lupinenmehls.
Zudem ist die Lupine glutenfrei und bietet Allergikern eine Alternative. Im Bio-Sektor wird bereits etwa die Hälfte der Flächen ökologisch bewirtschaftet – perfekt abgestimmt auf den Trend „Bio & Regional“.
Kann die Infrastruktur mit dem Boom mithalten?
Trotz der Euphorie warnen Experten vor Engpässen. Die Verarbeitungsinfrastruktur – von Schälmühlen bis zu Extraktionsanlagen – hinkt der rasanten Nachfrage teilweise hinterher. In einigen Regionen fehlen noch effiziente Wertschöpfungsketten vom Acker bis zum Regal.
Dennoch ist die Stimmung optimistisch. Die Auszeichnung zum Superfood und die Rekordernten ebnen der Süßlupine endgültig den Weg aus der Nische. Für Verbraucher bedeutet das in den kommenden Monaten mehr regionale Vielfalt im Kühlregal.
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