Südkorea, Nationaler

Südkorea setzt mit Nationaler KI-Roboter-Strategie auf Daegu

07.02.2026 - 12:44:11

Südkorea ernennt Daegu zur globalen Innovationszone für KI-Roboter und startet eine nationale Strategie, um im Wettlauf um physische, lernende Maschinen zu führen. Startups sollen die Entwicklung vorantreiben.

Südkorea erklärt die Robotik zum Wachstumsmotor und ernennt Daegu zur globalen Innovationszone. Der strategische Schwenk zielt auf die Führung im nächsten Technologiesprung ab: von generativer Software-KI hin zu physischen, lernenden Maschinen.

Das Ministerium für KMUs und Startups (MSS) stellte die Nationale Physical-AI-Strategie am 6. Februar 2026 auf einem hochrangigen Rundtisch in Daegu vor. Damit reagiert die Regierung auf den globalen Trend zur embodied AI – künstlicher Intelligenz, die mit der realen Welt interagiert. Die Stadt Daegu wird offiziell zur „Globalen Innovationszone für KI-Roboter“ ernannt und erhält regulatorische Sonderrechte.

Vom Werkzeug zum „Kernmotor“ der Industrie

„Die Welt bewegt sich vom Zeitalter der generativen KI in digitalen Räumen hin zum Zeitalter der Physical AI“, erklärte Ministerin Han Seong-sook vor Vertretern von Herstellern und Forschung. Roboter seien keine bloßen Werkzeuge mehr für repetitive Aufgaben, sondern die entscheidenden Träger für „KI vor Ort“.

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Die neue Strategie positioniert Robotik-Startups an vorderster Front dieser Transformation. Ziel ist die nahtlose Integration von Hardware mit fortschrittlichen kognitiven Algorithmen. Um den Standort als Produktionsnation zu sichern, müsse Südkorea bei der Entwicklung von Robotern führen, die in dynamischen Umgebungen wahrnehmen, urteilen und handeln können.

Daegu: Testfeld für die autonome Fabrik

Die Wahl Daegus als Epizentrum der Offensive ist strategisch. Die Stadt besitzt bereits eine starke Cluster-Infrastruktur aus Maschinenbauern und Forschungseinrichtungen. Als „Globale Innovationszone“ wird sie zum lebenden Labor: Startups können dort autonome mobile Roboter (AMR) und humanoide Plattformen in realen urbanen und industriellen Umgebungen testen – befreit von bürokratischen Beschränkungen.

Forschungseinrichtungen vor Ort liefern bereits passende Durchbrüche. So entwickelten Wissenschaftler des Daegu Gyeongbuk Institute of Science and Technology (DGIST) unter Professor Park Kyung-jun Algorithmen für „menschliches Vergessen“ bei AMRs. Diese Systeme priorisieren aktuelle Hindernisse und verwerfen veraltete Daten, was die Navigationseffizienz in komplexen Logistikzentren deutlich steigert. Die Strategie zielt darauf ab, solche akademischen Erfolge durch Venture-Kapital schnell in marktfähige Produkte zu überführen.

Startups ersetzen die Konglomerate

Ein Kernpfeiler der Strategie ist die Demokratisierung der Robotik-Innovation. Statt der traditionell dominierenden Großkonzerne (Chaebols) sollen nun gezielt Startups und Ventures die Physical-AI-Revolution vorantreiben.

Das MSS kündigte ein maßgeschneidertes Unterstützungspaket an:
* Strategische Venture-Investments: Ein spezieller Fonds für Frühphasenunternehmen, die Physical-AI-Modelle entwickeln.
* Öffentliche Demonstrationsprojekte: Staatlich geförderter Einsatz von Service- und Industrierobotern in öffentlichen Einrichtungen, um einen Erstmarkt zu schaffen.
* Förderung der Kommerzialisierung: Verstärkte Zuschüsse für den Transfer von Forschungsergebnissen – wie der DGIST-Navigationstechnologie – in Startups.

Auf dem Rundtisch wurde auch der Fachkräftemangel diskutiert. Das Ministerium reagierte mit dem Versprechen, Bildungsprogramme auszubauen, um Ingenieure auszubilden, die die Lücke zwischen Software-Entwicklung und Maschinenbau schließen können.

Südkoreas Antwort auf den globalen Wettlauf

Der Start der Nationalen Strategie fällt in eine entscheidende Phase. Während Großmächte wie China und die USA aggressiv in humanoide Technologien und embodied AI investieren, gilt Südkoreas koordinierter Vorstoß als überlebenswichtige Antwort.

Die Konvergenz von KI und Robotik – oft als Physical AI bezeichnet – wird Branchen von Logistik und Gesundheitswesen bis zur Landwirtschaft neu definieren. Indem Südkorea gleichzeitig auf das „Gehirn“ (KI) und den „Körper“ (Roboter) setzt, will es einen bedeutenden Anteil am globalen Markt für autonome Systeme erobern.

Der gesetzliche Rahmen für die neuen Fördersysteme soll bis Mitte 2026 stehen. Dazu gehört eine Straffung des „Consulting Registration System“, um Transparenz und Effizienz für hilfesuchende Startups zu erhöhen – eine Reform, die zur „Anti-Makler“-Initiative des Ministeriums passt.

Die Erfolgsprobe beginnt noch dieses Jahr mit den ersten Physical-AI-Pilotprojekten. Die Branche beobachtet gespannt, ob Südkorea seinen Erfolg aus der Halbleiterindustrie auf das Feld der intelligenten Robotik übertragen kann.

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