Clicks Group Ltd, ZAE000134854

Südafrikanische Dividendenperle: Lohnt die Clicks?Group?Aktie jetzt für deutsche Anleger?

17.02.2026 - 03:32:54 | ad-hoc-news.de

Südafrikas Apothekenkette Clicks Group überrascht mit Robustheit – trotz Konsumflaute und Rand-Schwäche. Warum Profi-Investoren genau hinschauen, welche Rolle die Dividende spielt und wie deutsche Anleger überhaupt investieren können.

Bottom Line zuerst: Die südafrikanische Apotheken- und Retailkette Clicks Group Ltd (ISIN: ZAE000134854) behauptet sich in einem schwierigen Konsumumfeld, bleibt hochprofitabel – doch die Aktie ist nach einem starken Lauf alles andere als ein Schnäppchen. Für deutsche Anleger stellt sich die Frage: Dividenden-Chance im Schwellenland – oder Klumpenrisiko Südafrika?

Was Sie jetzt wissen müssen: Clicks profitiert von stabiler Gesundheitsnachfrage, steigert Umsatz und Gewinn, zahlt verlässlich Dividende – kämpft aber gleichzeitig mit schwacher Binnenkonjunktur, anhaltender Energiekrise und Währungsschwankungen. Wer aus Deutschland investiert, setzt damit nicht nur auf die Aktie, sondern indirekt auch auf den Rand und die politische Stabilität Südafrikas.

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Analyse: Die Hintergründe des Kursverlaufs

Clicks Group ist einer der dominierenden Gesundheits- und Drogerie-Retailer in Südafrika. Das Geschäftsmodell erinnert an eine Mischung aus dm/Rossmann und Apothekenkette, allerdings mit starkem Fokus auf verschreibungspflichtige Medikamente, Gesundheitsprodukte und Beauty.

In den jüngsten Ergebnisberichten zeigte das Unternehmen robustes Wachstum im Pharmasegment, während das klassische Konsumgeschäft unter schwacher Kaufkraft und hoher Inflation leidet. Die steigende Nachfrage nach chronischen Medikamenten wirkt wie ein Stabilitätsanker im Geschäftsmodell.

Aus öffentlich zugänglichen Finanzberichten und Kursverläufen (u. a. auf Finanzportalen wie Reuters und regionalen Börsenseiten) lässt sich folgendes Bild zeichnen:

Kennzahl Einordnung
Marktsegment Einzelhandel / Healthcare-Retail, Johannesburg Stock Exchange (JSE)
Geschäftsprofil Apothekenkette, Drogerie, Health-&-Beauty-Retail, eigene Hausmarken
Regionale Ausrichtung Schwerpunkt Südafrika, begrenzte Präsenz in Nachbarländern
Wesentliche Wachstumstreiber Alternde Bevölkerung, chronische Krankheiten, Urbanisierung, Ausbau des Filialnetzes
Risiken Schwache Binnenkonjunktur, Währungsrisiko (ZAR), politische Unsicherheiten, Energieversorgung
Dividendenprofil Historisch verlässlich, im Vergleich zu DAX-Werten im mittleren Renditebereich

Warum das für den deutschen Markt relevant ist: Viele deutsche Privatanleger diversifizieren mittlerweile bewusst in Emerging Markets – häufig über ETFs. Clicks Group taucht in mehreren MSCI- und Afrika-/EM-ETFs auf, die auch an Xetra oder über deutsche Broker handelbar sind. Das bedeutet: Selbst wer nicht gezielt südafrikanische Einzeltitel kauft, kann indirekt bereits in Clicks investiert sein.

Direktinvestment in die Clicks-Aktie ist für deutsche Anleger in der Regel nur über Auslandsorder an der Johannesburg Stock Exchange oder über internationale Broker möglich. Dabei spielen Fremdwährungsrisiko (ZAR/EUR), höhere Transaktionskosten und zum Teil schlechtere Liquidität im Orderbuch eine Rolle – Faktoren, die gegenüber einer DAX- oder MDAX-Aktie abgewogen werden müssen.

Der Kurs der Clicks Group hat sich in den vergangenen Jahren – trotz zwischenzeitlicher Rückschläge – tendenziell deutlich besser entwickelt als der südafrikanische Leitindex. Das Unternehmen wird an der Börse als Qualitätswert mit defensivem Profil wahrgenommen, ähnlich wie große Healthcare- und Consumer-Stable-Titel in Europa.

Allerdings spiegelt sich diese Qualität auch in der Bewertung wider: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt typischerweise über dem südafrikanischen Marktdurchschnitt. Für deutsche Value-orientierte Anleger bedeutet das: Keine klassische Schnäppchen-Aktie, sondern ein Qualitätswert, den man eher in Schwächephasen einsammelt.

Makrorisiken: Südafrika im Depot deutscher Anleger

Wer Clicks ins Depot holt, investiert nicht nur in eine Gesundheitsstory, sondern auch in ein Land mit strukturellen Herausforderungen. Dazu zählen:

  • Energiekrise und wiederkehrende Stromausfälle (Load-Shedding), die stationären Handel und Logistik belasten.
  • Hohe Arbeitslosigkeit und Druck auf die Konsumnachfrage im Massenmarkt.
  • Politische Unsicherheit und Reformstau, die ausländische Investoren zögerlich machen können.

Gleichzeitig eröffnen genau diese Risiken eine Bewertungs-Chance: Qualitätsunternehmen wie Clicks können in Krisenzeiten Marktanteile hinzugewinnen, weil schwächere Wettbewerber früher ins Straucheln geraten. Das ist ein Muster, das man auch aus Deutschland von Konzernen wie Edeka, dm oder Aldi in früheren Phasen kennt.

Währungseffekt: Rand vs. Euro – das unsichtbare Risiko

Für deutsche Anleger ist der ZAR/EUR-Wechselkurs entscheidend. Selbst wenn Clicks operativ wächst und die Aktie in lokaler Währung steigt, kann eine Abwertung des Rand die Rendite in Euro deutlich schmälern. Umgekehrt können sich stabile oder stärkere Emerging-Market-Währungen als Kurstreiber erweisen.

Erfahrene Investoren betrachten daher nicht nur die Aktie isoliert, sondern auch:

  • Die Zinsentwicklung in Südafrika und den USA/Euroraum.
  • Kapitalflüsse in und aus Emerging Markets.
  • Politische Ereignisse und Rating-Entscheidungen der großen Agenturen.

Fazit zum Währungsrisiko: Clicks ist kein Ersatz für eine defensive DAX-Dividendenaktie. Die Aktie eignet sich eher als beimischende Position für Anleger, die bewusst Schwellenländer-Risiko eingehen möchten.

Das sagen die Profis (Kursziele)

Analysten großer internationaler Häuser verfolgen die Clicks Group seit Jahren vor allem unter dem Blickwinkel: Defensiver Qualitätswert in einem schwierigen Markt. Die Konsensmeinung liegt tendenziell im Bereich "Halten bis moderat Kaufen", abhängig von Zeitpunkt und Kursniveau.

Wesentliche Punkte, die in aktuellen Analysen immer wieder auftauchen:

  • Starkes Geschäftsmodell: Hohe Kundenbindung, wachsendes Gesundheitsbewusstsein und struktureller Bedarf an Pharma-Produkten stützen das langfristige Wachstum.
  • Margenstärke: Im Vergleich zu klassischen Lebensmitteleinzelhändlern weist Clicks eine höhere Profitabilität auf, auch dank margenstarker Eigenmarken.
  • Kapitaldisziplin: Solide Bilanz, konservatives Finanzmanagement und verlässliche Dividendenpolitik werden von Analysten positiv hervorgehoben.
  • Bewertung: Häufig wird darauf hingewiesen, dass die Aktie im historischen Vergleich eher am oberen Ende der Bewertungsbandbreite handelt – Qualität hat hier ihren Preis.
  • Makro-Overhang: Die größte Bremse für aggressivere Kursziele bleibt das Umfeld in Südafrika (Wachstum, Stromversorgung, Politik) und das Währungsrisiko.

Für deutsche Anleger lässt sich das auf einen einfachen Investmentcase herunterbrechen:

  • Pro: Defensiver Wachstumswert im Gesundheitssektor, starke Marke, zuverlässige Dividenden, Marktführer-Position.
  • Contra: Konzentrationsrisiko auf ein einzelnes Schwellenland, Währungsvolatilität, politische und strukturelle Unsicherheiten, keine Notierung in Frankfurt/Xetra.

Strategischer Ansatz: Für Anleger, die bereits ein breit diversifiziertes Europa- und USA-Portfolio besitzen, kann Clicks Group eine gezielte Beimischung im Bereich „Emerging Markets Healthcare/Retail“ sein – sinnvollerweise mit kleinem Depotanteil und langer Haltedauer. Wer Risiko scheut, dürfte über breite EM-ETFs besser fahren, in denen Clicks bereits Teil des Korbs ist.

Hinweis für Anleger: Konkrete Kursziele, aktuelle Notierungen und Währungsrelationen ändern sich laufend. Prüfen Sie daher vor einer Investitionsentscheidung stets die tagesaktuellen Daten auf etablierten Finanzportalen wie Reuters, Bloomberg, finanzen.net oder bei Ihrer Hausbank – und bewerten Sie, ob das Chance-Risiko-Profil von Clicks Group zu Ihrer persönlichen Anlagestrategie passt.

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