Stromsteuer-Dauerhaft, EU-Minimum

Stromsteuer-Dauerhaft auf EU-Minimum gesenkt: Industrie atmet auf

05.01.2026 - 08:00:12

Deutschlands Industrie startet mit einer dauerhaften Steuererleichterung ins neue Jahr. Die Bundesregierung hat die Stromsteuer für das produzierende Gewerbe auf den europäischen Mindestsatz festgeschrieben.

Berlin – Für über 600.000 Unternehmen beginnt 2026 mit einer historischen Planungssicherheit. Die im Dezember beschlossene dauerhafte Absenkung der Stromsteuer für die Industrie ist seit dem 1. Januar in Kraft. Damit endet die Unsicherheit über mögliche Nachbelastungen, die Investitionen jahrelang gebremst hatte. Der Steuersatz liegt nun verbindlich bei 0,05 Cent pro Kilowattstunde – dem EU-weit niedrigstmöglichen Niveau.

Die Maßnahme macht eine temporäre Regelung aus den Jahren 2024 und 2025 dauerhaft. Ohne diese Verstetigung wäre der Satz 2026 wieder auf das Normalniveau von 2,05 Cent/kWh gesprungen – eine Vervierfachung. Besonders energieintensive Branchen wie die Chemie- oder Metallindustrie erhalten so ein klares Signal für den Standort Deutschland.

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Doch die Entlastung kommt nicht nur bei Großkonzernen an. Laut Bundesfinanzministerium profitieren auch hunderttausende mittelständische Betriebe und sogar handwerkliche Unternehmen wie Bäckereien oder Metzgereien, sofern sie dem produzierenden Gewerbe zugerechnet werden.

Paket mit weiteren Energie-Entlastungen

Die Steuersenkung ist Teil eines umfassenderen „Energiepreispakets“, das zeitgleich wirksam wurde. Zwei weitere Bausteine sollen die Kostenlast breiter verteilt senken:

  • Netzentgelte: Der Bund stellt 2026 6,5 Milliarden Euro bereit, um einen starken Anstieg der Übertragungsnetzentgelte abzufedern. Diese machen einen erheblichen Teil des Strompreises aus.
  • Gasumlage: Die während der Energiekrise eingeführte Gasspeicherumlage wurde zum Jahresbeginn vollständig abgeschafft. Das entlastet alle Gaskunden.

Während die Stromsteuersenkung gezielt die Produktion stärken soll, wirken diese beiden Maßnahmen für die gesamte Wirtschaft. Doch reicht das?

Kritik: Haushalte gehen leer aus

Die Freude in der Industrie steht in scharfem Kontrast zur anhaltenden Kritik von Verbraucherschützern. Denn private Haushalte und der Dienstleistungssektor sind von der drastischen Steuersenkung ausgenommen. Für sie gilt weiterhin der volle Satz von 2,05 Cent/kWh – das Vierzigfache des Industriearifes.

Der Sozialverband VdK spricht von verpasster „Energiegerechtigkeit“. Die Bundesregierung habe eine Chance vertan, auch Familien und einkommensschwache Haushalte zu entlasten. Tatsächlich war im Koalitionsvertrag ursprünglich eine generelle Absenkung der Stromsteuer für alle Verbraucher diskutiert worden. Warum wurde dieser Weg nicht beschritten?

Wettbewerbsfähigkeit im Fokus

Für die Ampel-Koalition ist die dauerhafte Steuerabsenkung ein zentrales Versprechen an die Industrie – trotz angespannter Haushaltslage. Die Kombination aus steuerlicher Entlastung und dem beschleunigten Netzausbau soll den Gesamtstrompreis für Unternehmen auf ein wettbewerbsfähiges Niveau bringen, das mit Standorten in den USA oder China mithalten kann.

Die Bundesnetzagentur meldete zuletzt Rekordzahlen bei den Genehmigungen für neue Stromtrassen. Ob die milliardenschweren Maßnahmen jedoch einen spürbaren Aufschwung der Industrieproduktion bewirken, wird sich erst in den kommenden Quartalen zeigen. Die Debatte über die Kluft zwischen Industrie- und Haushaltsstrompreisen dürfte das Jahr 2026 jedoch weiter begleiten – zumal die Netzentgeltsubventionen bisher nur kurzfristig gesichert sind.

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