Stripe und Visa treiben Blockchain-Revolution voran
11.02.2026 - 19:09:12Die Finanzwelt erlebt eine Zeitenwende: Zahlungsriesen wie Stripe und Visa verlagern Kerngeschäfte auf die Blockchain. Gleichzeitig starten neue, regulierte Stablecoins für den globalen Markt. Diese Entwicklungen markieren den Übergang von der Experimentierphase zur praktischen Anwendung.
KI-Agenten zahlen selbstständig mit Stablecoins
In einer wegweisenden Ankündigung stellte Stripe am Dienstag ein neues Werkzeug für maschinelle Zahlungen vor. Das System ermöglicht es Entwicklern, autonome KI-Agenten für Dienstleistungen automatisch bezahlen zu lassen. Die Abrechnung erfolgt mit dem USDC-Stablecoin auf dem Base-Netzwerk.
Die Technologie nutzt das Open-Source-Protokoll x402. Es wandelt den bisher ungenutzten Web-Standard „402 Payment Required“ in ein Werkzeug für direkte Blockchain-Transaktionen um. Das Ziel ist klar: Die aufkeimende „Agenten-Ökonomie“ soll bezahlen können. Softwareprogramme sollen eigenständig API-Aufrufe, Datenzugriffe oder Rechenleistung bezahlen – ohne menschliches Zutun und rund um die Uhr.
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Neue Stablecoins zielen auf asiatische Institutionen
Parallel zur Infrastruktur entstehen auch die digitalen Vermögenswerte neu. Diese Woche brachte mehrere Stablecoin-Starts mit Fokus auf den institutionellen Markt, besonders in Asien.
Die asiatische Digital-Asset-Plattform OSL Group lancierte am 11. Februar USDGO. Dieser regulierte, unternehmensfähige Stablecoin ist zunächst mit 50 Millionen US-Dollar auf der Solana-Blockchain verfügbar. Er dient als kompliantes Werkzeug für institutionelles Clearing, Firmen-Treasury-Management und grenzüberschreitende Zahlungen.
Ebenfalls am 11. Februar folgte FUSD von Fosun Wealth Holdings. Der über seine Web3-Tochter FinChain gelaunchte Stablecoin wird durch reale Vermögenswerte wie Geldmarktfonds und Staatsanleihen gedeckt. Er bietet den Haltern eine direkte Verzinsung und zielt auf institutionelle Kunden wie Family Offices und Private-Equity-Fonds, die Transparenz und schnelles Settlement fordern.
Visa setzt im Live-Betrieb auf Ethereum
Die wohl bedeutendste Nachricht für die Mainstream-Adoption kam von Visa. Der Zahlungsgigant nutzt seit dem 10. Februar die Ethereum-Blockchain für Live-Settlement mit Stablecoins in einer Produktionsumgebung. Dieser leise, aber entscheidende Schritt geht weit über Pilotprojekte hinaus.
Visa integriert damit Onchain-Infrastruktur in seine Kernprozesse. Das Ziel sind schnellere, programmierbare Abwicklungen und weniger operative Reibungsverluste. Gleichzeitig arbeiten Unternehmen wie ELLIPAL und PAYDAO an Brücken in die physische Welt. Ihre Partnerschaft zielt auf ein selbstverwahrendes, Onchain-Point-of-Sale-System ab, das Stablecoin-Zahlungen im stationären Handel ermöglicht.
Reifende Infrastruktur schafft Grundlage für Nutzen
Die Einzelmeldungen zeichnen das Bild einer reifenden Branche. Die technologischen Schienen werden ausgefeilter, die digitalen Vermögenswerte robuster und regulierter. Auch der regulatorische Rahmen passt sich an.
Circle, der Emittent von USDC, unterstützt einen Vorschlag der US-Notenbank für „Skinny Payment Accounts“. Diese würden Stablecoin-Emittenten Zugang zur zentralen Zahlungsinfrastruktur gewähren. Zusammen mit Circles Partnerschaft mit Polymarket für native USDC-Abwicklung zeigt dies: Regulierte Stablecoins rücken in den Kern des Finanzsystems.
Die Branche bewegt sich entschieden weg von der Spekulation und hin zum praktischen Nutzen. Die Effizienz von Onchain-Zahlungen wird für einen breiten Markt zugänglich. Die Zukunft dürfte weitere spezialisierte Lösungen für KI-Agenten, den Creator-Economy oder den Einzelhandel bringen. Die Grenze zwischen traditioneller Finanzwelt und Blockchain verschwimmt zusehends. Diese Woche hat das Fundament für eine Zukunft gelegt, in der Onchain-Zahlungen kein Nischenphänomen mehr sind, sondern ein integraler Bestandteil des globalen Finanzsystems.
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