Strategy Aktie: Anwälte und ein Kurswechsel
30.06.2026 - 14:24:11 | boerse-global.de
Strategy steht vor einer ungewöhnlichen Kombination: Ein radikaler Strategieschwenk sorgt für kurzfristige Kursgewinne — während im Hintergrund juristische Risiken wachsen.
Das Unternehmen hat ein neues Finanzierungsrahmenwerk angekündigt, das erstmals Bitcoin-Verkäufe von bis zu 1,25 Milliarden Dollar autorisiert. Neue Bitcoin-Käufe pausiert Strategy vorerst, die Dollar-Reserven steigen auf 2,55 Milliarden Dollar. Der erklärte Zweck: die Kursstabilität der Vorzugsaktie STRC zu sichern und die Dividendenfähigkeit zu erhalten. Firmenchef Michael Saylor betonte ausdrücklich, eine Liquidation des Kernbestands sei nicht geplant.
Bruch mit dem Credo der Dauerkäufe
Dieser Schritt markiert eine klare Abkehr vom bisherigen Muster. Strategy hatte jahrelang fast reflexartig bei jedem Kursrückgang nachgekauft — das war der Kern des Bitcoin-Treasury-Modells, das Saylor weltweit bekannt machte. Auslöser für den Schwenk ist offenbar der Rückgang des sogenannten enterprise mNAV unter den Wert von 1, der am 27. Juni bekannt wurde. Liegt dieser Wert unter 1, bedeutet das: Der Markt bewertet die Strategy-Aktie geringer als den Buchwert der gehaltenen Bitcoin. Das zieht die Logik des Hebel-Modells in Frage.
Die Kursbewegung fiel zunächst positiv aus — die Aktie legte rund fünf Prozent zu, obwohl Bitcoin selbst nahe dem Jahrestief notierte.
Juristischer Gegenwind
Parallel zum Strategiewechsel rückt ein rechtliches Risiko ins Bild. Die US-Kanzlei Rosen Law Firm untersucht mögliche Wertpapierklagen gegen Strategy. Der Vorwurf: Das Unternehmen könnte Anleger mit wesentlich irreführenden Informationen geschädigt haben. Prominente Unterstützung erhält diese These von Peter Schiff, dem bekannten Bitcoin-Kritiker, der Saylors Modell als strukturell nicht tragfähig bezeichnet.
Ob aus der Untersuchung tatsächlich eine Klage wird, ist offen. Für die Aktionäre ist allein die Einleitung eines solchen Verfahrens ein neuer Unsicherheitsfaktor — zusätzlich zu den bereits bestehenden Fragen rund um die STRC-Stabilität und die Richtung des Bitcoin-Kurses.
Der nächste konkrete Datenpunkt kommt am 2. Juli mit dem US-Arbeitsmarktbericht, der das Makroumfeld für Bitcoin und damit indirekt auch für Strategy neu justieren könnte.
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