Strategy Aktie: 181 Millionen für 1.550 Bitcoin
14.06.2026 - 01:51:25 | boerse-global.de
Eine historische Bitcoin-Notverkauf, ein Angriff von Leerverkäufern und eine frische Kapitalerhöhung — Strategy hat in der Woche bis zum 13. Juni 2026 mehr Schlagzeilen produziert als in manchem ganzen Quartal. Der Kurs schloss am Freitag bei 107,14 Euro, ein Tagesplus von 3,26 Prozent. Über 30 Tage steht allerdings ein Minus von fast 30 Prozent.
Bitcoin-Verkauf löst Kettenreaktion aus
Der Auslöser war eine Pflichtmitteilung. Strategy hatte zwischen dem 26. und 31. Mai 32 Bitcoin verkauft — zum Durchschnittspreis von 77.135 Dollar, Gesamterlös 2,5 Millionen Dollar. Der Erlös floss in Dividendenzahlungen auf die Vorzugsaktie STRC. Es war der erste Bitcoin-Verkauf des Unternehmens seit vier Jahren.
Die Reaktion der Märkte war heftig. Auf die Meldung hin handelten Investoren mehr als doppelt so viele Puts wie Calls auf Strategy-Papiere. Von den 335 Millionen Dollar an gehandelten Optionsprämien entfielen 250 Millionen auf Puts. Leerverkäufer sahen sich bestätigt: Sie argumentieren seit Längerem, dass Strategys Modell strukturell fragil ist — ein Bitcoin-Treasury ohne laufende Erträge, finanziert durch hochverzinsliche Verbindlichkeiten.
Bitcoin selbst verstärkte den Druck. Die Kryptowährung fiel auf rund 59.100 Dollar — das war der schlechteste Wochenverlauf seit dem FTX-Kollaps im November 2022.
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Schnelle Gegenbewegung, aber strukturelle Fragen bleiben
Management reagierte rasch. Zwischen dem 1. und 7. Juni platzierte Strategy eine Kapitalerhöhung über 181 Millionen Dollar und kaufte damit 1.550 Bitcoin zu einem Durchschnittspreis von 65.332 Dollar. Zum 7. Juni hält das Unternehmen insgesamt 845.256 Bitcoin, erworben zu durchschnittlich 75.680 Dollar je Coin.
Die Botschaft war klar: Das Akkumulationsmandat gilt weiterhin. Am Montag legte die Aktie daraufhin um 6,2 Prozent zu.
Allerdings wirft genau diese Kapitalerhöhung neue Fragen auf. Wenn Strategy Aktien zu aktuellen Kursen ausgibt, um Bitcoin zu kaufen, sinkt der Bitcoin-Bestand je Aktie. Das Unternehmen selbst räumt dieses Risiko in SEC-Unterlagen offen ein: Steigende Aktienanzahl ohne proportional wachsende Bitcoin-Bestände führe zu sinkenden Kennzahlen wie BTC Yield und BTC Gain. Für Aktionäre ist das keine abstrakte Warnung mehr.
Fünf Vorzugsaktien, schwindende Reserven
Hinzu kommt der Druck auf der Passivseite. Strategy bedient inzwischen fünf Serien von Vorzugsaktien — STRF, STRC, STRE, STRK und STRD — mit jährlichen Zahlungsverpflichtungen von 750 bis 800 Millionen Dollar. Die Dollar-Reserve war zu Jahresbeginn noch bei 2,25 Milliarden Dollar. Vor dem jüngsten Bitcoin-Kauf war sie auf rund 900 Millionen Dollar gesunken.
Auf der Hauptversammlung am 8. Juni stimmten Aktionäre für acht Direktoren und genehmigten Änderungen an der Vorzugsaktienstruktur, darunter eine höhere Ausschüttungsfrequenz für eine der Serien.
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Analysten optimistisch, Kurs weit entfernt
An der Analystenmeinung ändert das wenig. Canaccord Genuity hält an seiner Kaufempfehlung fest. Der Konsens von 14 Wall-Street-Analysten lautet ebenfalls „Strong Buy", mit einem durchschnittlichen Kursziel von 351,54 Dollar. Das wäre mehr als das Dreifache des aktuellen Kurses.
Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 391,80 Euro beträgt inzwischen fast 73 Prozent. Der RSI liegt bei 37,9 — technisch schwach, aber noch nicht im überverkauften Bereich. Strategy verfügt noch über rund 25,96 Milliarden Dollar an genehmigtem, aber nicht ausgegebenem Aktienkapital. Das ist Munition für weitere Bitcoin-Käufe — und gleichzeitig das Instrument, das Bestandsaktionäre am meisten fürchten.
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