Stiftung Warentest: Fast alle Vitamin-D-Präparate durchgefallen
03.02.2026 - 09:14:12Von 25 getesteten Vitamin-D-Mitteln empfiehlt die Stiftung Warentest nur zwei uneingeschränkt. Der Großteil der frei verkäuflichen Präparate ist laut dem aktuellen Test deutlich zu hoch dosiert. Das birgt langfristig ernste Gesundheitsrisiken.
Alarmierende Dosis: Viel hilft nicht viel
Die Prüfer orientierten sich an den Empfehlungen von Deutscher Gesellschaft für Ernährung und Bundesinstitut für Risikobewertung. Demnach gilt für Nahrungsergänzungsmittel eine Obergrenze von 20 Mikrogramm (800 I.E.) Vitamin D pro Tag.
Die Realität in Drogerien, Apotheken und Supermärkten sieht anders aus. Viele getestete Produkte überschritten diesen Wert massiv – teilweise mit 1.000 bis 4.000 I.E. pro Tagesdosis. Solche Mengen sind therapeutische Dosen, die nur bei nachgewiesenem Mangel und unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden sollten. Die Tester stufen diese Produkte für die Allgemeinbevölkerung als „wenig geeignet“ oder „nicht geeignet“ ein.
Passend zum Thema Vitamin‑D‑Versorgung: Viele Menschen wissen nicht, ob sie tatsächlich einen Mangel haben oder Gefahr laufen, durch Präparate zu hohe Werte zu erreichen. Ein kostenloser 25‑seitiger PDF‑Report erklärt, welche Laborwerte wirklich zählen, wie Sie Testergebnisse korrekt deuten und wann ärztliche Kontrolle nötig ist — besonders für Ältere und Risikogruppen. Er zeigt auch, welche Messwerte auf Überdosierung hindeuten und welche Konsequenzen bedacht werden sollten. Laborwerte-Report jetzt anfordern
Gefährliche Überdosierung statt Immunschutz
Eine dauerhafte Überdosierung kann gefährlich werden. Da Vitamin D fettlöslich ist, speichert es der Körper. Eine chronische Überversorgung kann den Kalziumspiegel im Blut gefährlich erhöhen.
Die Folgen reichen von Übelkeit und Kopfschmerzen bis zu Nierenschäden oder Nierensteinen. Fünf der geprüften Mittel wurden explizit nicht empfohlen, da sie der Gesundheit eher schaden könnten.
Nur zwei Produkte überzeugen
In der Flut der Negativurteile gab es zwei Lichtblicke: Produkte der Marken GSE und Rotbäckchen hielten die empfohlenen Grenzwerte ein und wurden positiv bewertet.
Kritisch sahen die Tester auch Kombinationspräparate mit Vitamin K2 oder Zink. Eine pauschale Einnahme mehrerer Nährstoffe ohne individuelle Bedarfsanalyse ist selten sinnvoll.
Wer braucht die Präparate wirklich?
Experten betonen: Vitamin D bleibt ein essenzieller Nährstoff. Der Körper bildet den Großteil selbst durch Sonneneinstrahlung. Eine Supplementierung ist vor allem für bestimmte Risikogruppen ratsam:
- Menschen über 65 Jahre
- Personen, die sich kaum im Freien aufhalten oder ihren Körper vollständig bedecken
- Pflegebedürftige und Immobile
- Menschen mit dunklerem Hauttyp
Für gesunde Erwachsene, die sich regelmäßig draußen bewegen, ist eine zusätzliche Einnahme meist überflüssig.
Druck auf den Gesetzgeber wächst
Die Ergebnisse dürften die Forderung nach strengeren Regeln befeuern. Bislang gibt es in der EU für viele Stoffe in Nahrungsergänzungsmitteln nur Empfehlungen, keine gesetzlichen Höchstmengen. Verbraucherschützer fordern, dass Produkte mit therapeutischen Dosen apothekenpflichtig werden sollten.
Für Verbraucher heißt das: ein genauer Blick aufs Etikett. Die Tagesdosis sollte 20 Mikrogramm (800 I.E.) nicht überschreiten. Im Zweifel klärt ein Arztbesuch den individuellen Bedarf.
PS: Unsicher, ob Ihre Supplemente sinnvoll sind? Der Laborwerte‑Selbstcheck führt Sie in wenigen Schritten durch die wichtigsten Blutwerte, liefert eine verständliche Einordnung und gibt konkrete Handlungsempfehlungen, wann ein Arztbesuch ratsam ist. Ideal, wenn Sie Ihre Vitamin‑D‑Einnahme prüfen oder Nebenwirkungen ausschließen möchten. Jetzt Laborwerte-Selbsttest sichern


