Steuerreform 2026: Mehr Netto dank höherem Grundfreibetrag
25.01.2026 - 12:52:12Die ersten Gehaltsabrechnungen des Jahres zeigen die konkreten Auswirkungen der Steuerreform 2026. Der Kern der Entlastung ist der erhöhte Grundfreibetrag, der nun bei 12.348 Euro liegt. Doch steigende Sozialabgaben schmälern den Nettoeffekt für viele.
Höhere Freibeträge sollen Kaufkraft sichern
Seit dem 1. Januar 2026 gilt ein neuer Grundfreibetrag von 12.348 Euro für Singles. Das sind 252 Euro mehr als im Vorjahr. Für gemeinsam veranlagte Ehepaare verdoppelt sich dieser Betrag auf 24.696 Euro. Die Anhebung ist Teil des Steuerfortentwicklungsgesetzes und soll die kalte Progression ausgleichen – also verhindern, dass Inflationsausgleiche durch höhere Steuersätze aufgefressen werden.
Auch Familien profitieren: Der Kinderfreibetrag pro Elternteil steigt auf 3.414 Euro, was für ein Ehepaar insgesamt 6.828 Euro bedeutet. Zusammen mit dem Betreuungs- und Erziehungsfreibetrag summiert sich der steuerfreie Betrag für Eltern auf 9.756 Euro. Zudem erhöht sich das Kindergeld um 4 Euro auf nun 259 Euro monatlich.
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Die Schattenseite: Sozialabgaben steigen mit
Die reine Entlastung durch die Steuer ist jedoch nur die halbe Wahrheit. Analysen des Lohnsoftware-Anbieters DATEV zeigen ein gemischtes Bild. Denn parallel wurden die Beitragsbemessungsgrenzen für die Kranken- und Rentenversicherung angehoben. Für viele Arbeitnehmer mit mittleren und höheren Einkommen bedeutet das: Ein größerer Teil ihres Bruttogehalts unterliegt den Sozialabgaben.
Besonders spürbar könnte dies für Singles mit einem Bruttomonatseinkommen zwischen 2.000 und 2.500 Euro sein. Hier könnten die gestiegenen Zusatzbeiträge in der Krankenversicherung die Steuerersparnis komplett auffressen. Für Geringverdiener, die knapp über der alten Freigrenze lagen, ist die Wirkung dagegen eindeutig positiv: Sie fallen komplett aus der Steuerpflicht.
Neue „Aktivrente“ für arbeitende Senioren
Eine wesentliche Neuerung ist die sogenannte „Aktivrente“. Sie soll dem Fachkräftemangel entgegenwirken und ermöglicht es Rentnern, die über das Regelrentenalter hinaus arbeiten. Bis zu 2.000 Euro monatlich aus dieser Erwerbstätigkeit bleiben steuerfrei. Die Deutsche Rentenversicherung weist jedoch darauf hin, dass auf diese Einkünfte weiterhin Sozialversicherungsbeiträge anfallen können.
Für alle Rentner verschiebt sich durch den höheren Grundfreibetrag auch die Grenze, ab der eine Steuererklärung nötig ist. Verbraucherschützer von Rentenbescheid24 warnen dennoch: Da die Renten jährlich angepasst werden, rutschen viele Senioren möglicherweise trotzdem erstmals in die Steuerpflicht, wenn ihre Rentenerhöhung den Freibetragszuwachs übersteigt.
Wirtschaft begrüßt Entlastung, sieht aber größere Baustellen
Wirtschaftsverbände sehen in den Steueranpassungen einen wichtigen Schritt zur Stabilisierung der Kaufkraft. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln) betont in einer aktuellen Analyse jedoch, dass die deutsche Wirtschaft weiterhin mit strukturellen Herausforderungen wie hohen Energiekosten und Investitionshemmnissen bei Unternehmen kämpft.
Ein weiteres Entlastungselement ist die Anhebung der Befreiungsgrenze für den Solidaritätszuschlag. Künftig müssen Singles erst ab einer Einkommensteuer von 20.350 Euro den Zuschlag zahlen, was deutlich mehr Bürger entlastet.
Arbeitnehmer sollten ihre Januar-Abrechnung genau prüfen. Während der neue Grundfreibetrag automatisch angewendet wird, liegt es in der Verantwortung von Arbeitgeber und Arbeitnehmer, ob auch die neuen Kinderfreibeträge korrekt berücksichtigt und die Sozialabgaben richtig berechnet wurden. Der Blick richtet sich bereits auf den Bundeshaushalt 2027 und mögliche weitere Reformen.
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