Steuerbescheide werden ab 2027 digital zugestellt
23.01.2026 - 19:32:12Die Finanzverwaltung schickt künftig Steuerbescheide standardmäßig per E-Post – Papier gibt es nur auf ausdrücklichen Wunsch. Ab dem 1. Januar 2027 tritt die verpflichtende elektronische Zustellung für Millionen Steuerzahler in Kraft. Diese lang geplante Reform markiert den endgültigen Abschied vom Papierbrief und den Übergang zu einem „digital by default“-System. Wer seine Erklärung elektronisch über ELSTER einreicht, erhält seinen rechtsverbindlichen Bescheid automatisch im digitalen Format. Eine Papierkopie folgt nur noch auf ausdrücklichen Antrag.
Geplanter Übergang mit Verschiebung
Der Weg zum digitalen Steuerbescheid war bewusst gestreckt. Die gesetzliche Grundlage schuf das Vierte Bürokratieentlastungsgesetz, das ursprünglich den Start für 2026 vorsah. Ende 2025 entschieden die Gesetzgeber jedoch, die verpflichtende Einführung um zwölf Monate auf den 1. Januar 2027 zu verschieben. Ziel war ein sanfterer Übergang für Steuerzahler, Berater und die Verwaltung selbst.
Das laufende Jahr 2026 bleibt eine wichtige Übergangsphase. Es gilt weiterhin das „Opt-in“-Prinzip: Nur wer aktiv zugestimmt hat, erhält seinen Bescheid digital. Für alle anderen kommt vorerst weiter der Papierbrief. Diese Schonfrist soll die Akzeptanz erhöhen und gibt der Finanzverwaltung Zeit, die technische Infrastruktur final zu optimieren.
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So funktioniert die digitale Zustellung ab 2027
Ab dem Stichtag gilt das Modell der „Widerspruchslösung“. Wird die Steuererklärung elektronisch eingereicht, erfolgt die Zustellung des Bescheids automatisch und digital – eine gesonderte Zustimmung ist nicht mehr nötig. Der Bescheid liegt als PDF im persönlichen ELSTER-Portal bereit.
Bei Verfügbarkeit erhält der Steuerzahler eine Benachrichtigungs-E-Mail. Diese Mail ist jedoch nur der Hinweisgeber, nicht der rechtsverbindliche Bescheid selbst. Die Zustellung gilt gemäß Abgabenordnung am vierten Tag nach Bereitstellung im Portal als erfolgt. Von diesem Tag an beginnt die einmonatige Einspruchsfrist zu laufen. Die Verantwortung, das digitale Postfach regelmäßig zu prüfen, liegt damit deutlich stärker beim Bürger.
Neue Pflichten für Steuerzahler und Berater
Das System erfordert ein Umdenken. Privatpersonen müssen sicherstellen, dass ihre bei ELSTER hinterlegte E-Mail-Adresse aktuell ist und ihr Portal regelmäßig checken. Wer dennoch Papier bevorzugt, kann formlos Widerspruch gegen die elektronische Zustellung einlegen. Das Finanzministerium will hierfür noch 2026 ein elektronisches Formular bereitstellen.
Für Steuerzahler mit Berater wird der digitale Bescheid typischerweise direkt in das zertifizierte berufliche Postfach des Steuerberaters gestellt. Experten raten dringend dazu, dem Berater eine Empfangsvollmacht zu erteilen. Nur so ist er offiziell zum Empfang berechtigt und kann Fristen sicher im Auge behalten.
Teil der größeren Digitalisierungsstrategie
Die verpflichtende Einführung ist ein zentraler Baustein der deutschen E-Government-Strategie. Sie soll Effizienz steigern, die Kosten für Druck und Versand von Millionen Papierdokumenten senken und eine modernere Verwaltung schaffen. Die Initiative, oft als „Digitaler Verwaltungsakt“ (DIVA) bezeichnet, geht weit über das Steuerwesen hinaus.
Die Vorteile der Digitalisierung sind klar, doch der Übergang birgt auch Risiken. Die größte Gefahr besteht darin, die Einspruchsfrist zu verpassen, weil eine Benachrichtigung übersehen wurde. Der Erfolg der Reform hängt daher nicht nur von einer stabilen IT-Infrastruktur ab, sondern auch von der digitalen Sorgfalt der Bürger und einer effektiven Informationskampagne der Behörden.
Der Fahrplan steht fest
Die Timeline ist nun verbindlich: 2026 dient als letztes Vorbereitungsjahr unter den alten Opt-in-Regeln. Ab dem 1. Januar 2027 wird das digital-first-Modell zum Standard für alle elektronisch eingereichten Steuererklärungen. Die Finanzbehörden werden in den kommenden Monaten weitere Hilfestellungen und Tools bereitstellen. Diese Reform verändert den Alltag von Millionen Bürgern und Beratern nachhaltig – und verspricht eine schlankere Verwaltung der Zukunft.
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